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Mannheim – Wirtschaftsplanung 2024 – Höchstes Gremium stellt Weichen für die kommenden Jahre

Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Vollversammlung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald tagte – Maßnahmen an der Bildungsakademie vorgesehen Die Vollversammlung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald traf in ihrer 136. Sitzung am gestrigen Donnerstag in der Mannheimer Bildungsakademie wichtige Entscheidungen für die weiteren Entwicklungen in den kommenden Jahren. Wesentliche Punkte waren die Verabschiedung des Haushalts 2024 und vorbereitende Beschlüsse für die im kommenden Jahr anstehenden turnusgemäßen Vollversammlungswahlen. So stimmten die Sitzungsteilnehmer der Errichtung eines Wahlprüfungsausschusses zu und bestimmten dessen Mitglieder. In seinem Bericht ging Handwerkskammerpräsident Klaus Hofmann auf die Entwicklungen des Jahres ein. Besorgniserregend sei nach wie vor die Situation im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe. „Die Lage spitzt sich weiter zu“, sagte er. „Insolvenzen großer Projektierer in der Branche lassen nichts Gutes erahnen. Hohe Zinsen, hohe Baustoffkosten und Löhne versetzen auch die Bauunternehmen im Handwerk der Region in eine schlechte Stimmung.“ Derweil habe das Handwerk im Kammergebiet zum 30. September 2023 mit 14.000 eingetragenen Betrieben einen neuen Höchststand erreicht. Allerdings gehe der Bestand im meisterpflichtigen Handwerk nach wie vor zurück, wenngleich auch etwas gemäßigter als noch zuvor. Das A-Handwerk halte mit 9.055 Betrieben nach dem dritten Quartal des Jahres einen Anteil von 65 Prozent am Gesamtbestand. Während es starke Zuwächse bei den Elektrotechnikern (plus 40), den Friseuren (plus 10) und den Installateuren und Heizungsbauern (plus 8) gegeben habe, zeige sich auch in der regionalen Entwicklung die schwierige Lage in der Gesamtheit des Bau- und Ausbaugewerbes, das einen Rückgang von 42 auf 2.614 Betriebe verzeichnete – ein Minus von 1,6 Prozent. Ausschlaggebend hierfür sei der starke Rückgang bei Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern.

Erfreuliches konnte der Präsident bei den Ausbildungszahlen verkünden: Zum 30. November 2023 waren in der Lehrlingsrolle 1.725 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge eingetragen. „Wir haben damit aktuell ein Plus von 3,72 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, so Klaus Hofmann. Zwar sei der Rückstand gegenüber dem Jahr 2019, also aus der Vor-Corona-Zeit, noch nicht ganz aufgeholt, doch befinde man sich auf einem guten Weg. Im Vergleich zu 2019 bestehe noch ein kleines Minus von 0,28 Prozent. Besonders starke Zuwächse habe man im Vergleich zum Vorjahr im Neckar-Odenwald-Kreis mit plus 10,22 Prozent sowie im Stadtkreis Mannheim mit plus 7,27 Prozent festgestellt. Auf ein leichtes Plus von 2,63 Prozent komme der Rhein-Neckar-Kreis. Im Stadtkreis Heidelberg musste man hingegen ein Minus von 4,16 Prozent hinnehmen. Ministerialrat Stefan Mogler, der die Sitzung in Mannheim als Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg besuchte, würdigte die Ausbildungsleistung des Handwerks und die zentrale Rolle der überbetrieblichen Ausbildung hierbei. Auch kleinere Betriebe würden dadurch in die Lage versetzt, qualifizierte Nachwuchskräfte selbst auszubilden. „Deshalb hat die überbetriebliche Ausbildung für das Wirtschaftsministerium einen hohen Stellenwert“, so Mogler. „Wir fördern seit vielen Jahren die überbetrieblichen Ausbildungslehrgänge in rund 100 Bildungszentren der Wirtschaft – allein in diesem Jahr mit insgesamt 12,1 Millionen Euro“. Das Handwerk profitiere hiervon überwiegend. Vizepräsident Martin Sättele sprach in seinem Beitrag über die Reutlinger Erklärung der Arbeitnehmervizepräsidentinnen und -Präsidenten. Diese hätten sich bei ihrer diesjährigen Herbsttagung mit der Frage befasst, wie Fachkräfte für das Handwerk gewonnen werden könnten. Ein besonderes Augenmerk solle auf jungen Menschen liegen. Martin Sättele wies darauf hin, dass die ungleiche regionale Verteilung von Ausbildungsplätzen ein Problem sei. Dies könne durch mehr Möglichkeiten in der Mobilität und ein Konzept für junges Wohnen verbessert werden.

Gremium genehmigt Wirtschaftsplanung für 2024
Mit der einstimmigen Feststellung des Wirtschaftsplans 2024 legte die Vollversammlung den Grundstein für zukünftige Aufgabenstellungen und Investitionen. Aufgrund der allgemein schwierigen Gesamtsituation, wie zum Beispiel den kriegerischen Auseinandersetzungen, der hohen Inflationsrate und den hohen Rohstoffpreisen, wird in der Planung für das Wirtschaftsjahr 2024 von einem geringeren Ertrag ausgegangen, während deutliche Erhöhungen auf der Aufwandseite gegenüberstehen. Hinzu kommen notwendige Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an der Bildungsakademie. So weist der Erfolgsplan mit Erträgen von 15.000.700 Euro und Aufwendungen von 17.900.800 Euro ein Minus von rund 2,9 Millionen Euro aus. Die Handwerkskammerbeiträge werden mit 7,441 Millionen Euro geplant, die ÜBA-Umlage mit 2,25 Millionen Euro. In einem weiteren Tagesordnungspunkt gaben die Vollversammlungsmitglieder mit ihrem Votum grünes Licht für die Fortsetzung der Imagekampagne für das Deutsche Handwerk und sicherten die Bereitstellung entsprechender Mittel für die Jahre 2025 bis 2029 zu. Darüber hinaus wurde Beschlussvorlagen des Berufsbildungsausschusses, die den Besuch von Lehrgängen der überbetrieblichen beruflichen Bildung in der Grund- und in Fachstufe betrafen, stattgegeben.

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