Worms – „Luther in Worms 2021“

        Bild (v. links): Sascha Kaiser (Geschäftsführer Kultur und Veranstaltungs GmbH und Nibelungenfestspiele gGmbH), Bürgermeister Hans Joachim Kosubek, Präses Ulrich Oelschläger (Präses der EKHN), Oberbürgermeister Adolf Kessel, Petra Simon (Künstlerische und Technische Betriebsdirektorin Nibelungenfestspiele gGmbH), Ulrike Breitwieser (Verwaltungsleiterin des Museums der Stadt Worms im Andreasstift), Kulturkoordinator Dr. David Maier und Dr. Olaf Mückain (Wissenschaftlicher Leiter des Museums der Stadt Worms im Andreasstift). Foto: Bernward Bertram

        Worms / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Die Stadt Worms und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) haben anlässlich der 500. Wiederkehr von Luthers Widerrufsverweigerung auf dem Wormser Reichstag von 1521 ein umfangreiches und vielfältiges Gesamtprogramm von April bis Oktober 2021 geplant. Es beinhaltet über 80 Einzelveranstaltungen, darunter auch mehrtägige wie die Nibelungen-Festspiele mit der Uraufführung eines Lutherstücks aus der Feder von Lukas Bärfuss und die Landesausstellung „Hier stehe ich – Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“, die von April bis Oktober im Museum der Stadt Worms im Andreasstift gezeigt wird.
        Vom Eröffnungswochenende (16. bis 18. April) an bis Mitte Mai bieten EKHN und Evangelisches Dekanat Worms-Wonnegau jede Woche von Donnerstag bis Sonntag ein kirchliches Programm an. Ein halbes Jahr lang kommen wöchentlich Führungen in der Stadt und in der Landesausstellung hinzu. Das Programmheft stellt die Veranstaltungen nach den Sparten Konzerte, Theater, Ausstellungen, Kino, Vorträge, Kirche und Führungen sowohl im Einzelnen vor als auch in einem fortlaufenden Terminkalender. Die Veranstaltungen können auch unter www.worms-luther.de eingesehen werden. Die Online-Informationen werden laufend ergänzt, da wegen der sich ändernden Auflagen der Hygieneverordnungen Eintritt, Vorverkauf, Anmeldungen etc. angepasst werden müssen.

          Kooperation von Stadt Worms und Evangelischer Kirche in Hessen und Nassau
          Oberbürgermeister Adolf Kessel erinnert an die bisherige Zusammenarbeit von Stadt und evangelischer Kirche: „Bereits 1971 zur 450. Wiederkehr des Reichstags von 1521 gab es in Worms ein Jahresprogramm. 1996 wurde der Preis der Lutherstädte für das unerschrockene Wort begründet, der 2021 erneut in Worms verliehen wird. Seit 2008 beteiligen sich Stadt und EKHN an der bundesweiten Lutherdekade, u.a. mit der Eröffnung des Themenjahres „Reformation und Toleranz“ im Jahr 2013 und dem Jahresprogramm 2017 mit der Präsentation des 3-D-Films zu Worms 1521 und dem ebenfalls weiterhin in Betrieb befindlichen Bildungs- und Ergebnisparcours. Ich bedanke mich für die stets konstruktive und engagierte Zusammenarbeit bei der Evangelischen Kirche.“

          Präses Ulrich Oelschläger: „Worms ist die Lutherstadt im Bereich unserer Landeskirche. Deshalb gilt mein Dank der Stadt Worms für die gute Zusammenarbeit, vor allem bei der Entwicklung eines über die historische Betrachtung in die Gegenwart hinausweisenden Konzepts für das gesamte Jubiläum, besonders in der Landesausstellung. Luthers Berufung auf sein Gewissen und auf die Vernunft, verbunden mit Mut, Courage und vor allem Gottvertrauen sind für mich ein Meilenstein in der europäischen Geistesgeschichte, dessen 2021 zu gedenken Impulse für die Gegenwart und Zukunft setzen kann.“

          Konzerte, Vorträge, Gottesdienste und Führungen
          Im Konzertbereich fallen zwei Uraufführungen ins Auge. „Der Scheiterhaufen des Phönix“ am 9. Juli ist eine Koproduktion mit der Wormser Partnerstadt Parma und beschäftigt sich ausgehend vom Wirken des Renaissancephilosophen Giordano Brunos mit Fragen des Gewissens und der Freiheit der Sprache. Das Oratorium „Worms 1521“ von Hartwig Lehr erzählt am 29. und 30. Oktober die Geschichte des Wormser Reichstags und der Stadt Worms in der Lutherzeit musikalisch. Die „Capella lutherana“ präsentiert am 29. April Musik von Karl V. Kaiserhof. LandesJugendChor und LandesJugendJazzOrchester stellen am 22. Mai die zeitgenössische Komposition „Verley uns Frieden“ vor. Im Rahmen des „Festivals wunderhoeren – Tage alter Musik und Literatur“ beschäftigen sich das Marais Consort am 4. Juni und das Ensemble „Gothic Voices“ am 10. Oktober mit Luthers musikalisch-literarischen Bearbeitungen mittelalterlicher Melodien. Mehrere Konzerte widmen sich dem politischen Lied, so das der in der Friedensbewegung engagierten israelische Sängerin Yael Deckelbaum am 18. September und das der Songwriterin Somi am 16. Oktober mit Bearbeitungen von Liedern Miriam Makebas. Bereits am 30. Mai spielt das Pan Quartett in der KZ-Gedenkstätte Osthofen „Musik aus Theresienstadt“.
          Die Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte lädt am 18. und 19. Juni zu einer Tagung „Worms 1521 – Reichstag – Reichsstadt – Konfession“ ein, die Evangelische Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau vom 29. bis 31. Oktober zu einer Tagung „500 Jahre Reichstag zu Worms“. Zahlreiche Vorträge sind übers Jahr verteilt mit Themen wie Luther aus Sicht jüdischer Gelehrter, Jugendwiderstand gegen den Nationalsozialismus, Nelson Mandela, Humanismus und Reformation oder Solidarnosc.
          Die Reihe der Gottesdienste beginnt mit einem Festgottesdienst am 18. April unter Beteiligung des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm und des Vorsitzenden der Bischofskonferenz Georg Bätzing und endet mit einem Singgottesdienst am 31.Oktober. Die Landesausstellung bietet wöchentlich mehrmals Führungen an, die Touristinformation thematische Führungen in der Innenstadt mit und ohne Kostüme. Das Jahresprogramm wird ergänzt durch Ausstellungen, Filme und Theateraufführungen. Ohne die Kooperation mit vielen städtischen und zivilgesellschaftlichen Partnern in Worms und in Rheinland-Pfalz wäre ein solches Programm nicht möglich gewesen.
          Höhepunkte des Jahresprogramms sind die multimediale Inszenierung „Der Luthermoment“ am Eröffnungswochenende, die Landesausstellung im Museum der Stadt Worms und die Uraufführung eines Lutherstücks im Rahmen der Nibelungen-Festspiele.

          Multimedia-Inszenierung „Der Luther-Moment“
          17.4. um 23 Uhr auf dem Marktplatz
          In der historischen Nacht vom 17. auf den 18. April wird die Wormser Dreifaltigkeitskirche zur größten Leinwand Europas, auf der die Geschichte von Luthers Weg zu seiner Widerrufsverweigerung als multimediale Inszenierung präsentiert wird. Mit grandiosen Bildern, mitreißender Musik und großem Schauspiel (unter anderem mit Rufus Beck und Isaak Dentler) zeigt der Komponist und Regisseur Parviz Mir-Ali, warum Haltung und Zivilcourage heute wichtiger sind denn je. Und dann wird deutlich: Immer wieder erleben Menschen einen „Luther-Moment“, in dem es darauf ankommt, mutige, glaubensstarke Entscheidungen zu fällen. Die Veranstaltung wird nicht nur live in Worms präsentiert, sondern auch vom SWR übertragen, so dass weltweit Menschen gemeinsam diesen Abend erleben können – entweder als Zuschauende oder weil sie selbst eine passende Veranstaltung mit Übertragung gestalten. Alle passenden Informationen dazu findet man unter www.wagemutig.de.

          Landesausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“
          17.4. bis 31.10.2021
          Am Samstag, dem 17. April, um 10 Uhr öffnet die große Landesausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“ im Museum der Stadt Worms im Andreasstift ihre Pforten. Bis zum 31. Oktober nimmt die Schau das Jubiläum der Widerrufsverweigerung Martin Luthers auf dem Wormser Reichstag zum Anlass, die Entwicklungsgeschichte der „Gewissensfreiheit und des Protests“ anhand zahlreicher Beispiele bis in unsere Gegenwart aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zunächst der Auftritt Martin Luthers in Worms sowie dessen Bedeutung und Mythos, im zweiten Teil werden bedeutende Persönlichkeiten vorgestellt, die seit dem 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart für ihre Ideale in Wort und Tat mutig und entschlossen eintraten, von Georg Büchner über Sophie Scholl bis Martin Luther King. Weitere Informationen unter www.museum-andreasstift.de

          Nibelungen-Festspiele Worms „Luther“
          16.7. bis 1.8.2021
          Große Namen, vielbeachtete Inszenierungen: Die Nibelungen-Festspiele zählen zu den renommiertesten Theaterfestivals Deutschlands. Unter der Intendanz von Nico Hofmann steht 2021 nicht die Geschichte der Nibelungen im Zentrum der Festspiele, sondern Martin Luther. Mit dem Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Büchnerpreisträger Lukas Bärfuss konnte ein herausragender Autor für die Uraufführung über den großen Reformator „Luther“ gewonnen werden. Regie führt Ildikó Gáspár, die zu den wichtigsten Vertreterinnen der ungarischen Theaterszene zählt und mit ihren Inszenierungen am Budapester Örkény Theater international bekannt wurde. Das Stück erzählt den Fall „Luther“ als hochspannende Staatsaffäre zwischen Machtintrige und Religionskampf. Und zeigt, wie es Martin Luther als öffentliche Person gelingt, nicht nur eine Kirche bis in ihre Grundfeste zu erschüttern, sondern auch die Welt zu verändern – bis in unsere Gegenwart hinein. Weitere Informationen unter www.nibelungenfestspiele.de

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