Mannheim – IHK-Konjunkturumfrage Lieferengpässe bremsen Aufschwung in der Industrie – Positive Tendenzen im Handel und Dienstleistungsgewerbe

Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar, 21. Oktober 2021. Die Wirtschaft im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar hat sich in den vergangenen Monaten weiter stabilisiert. „Von einer gespaltenen Konjunktur müssen wir nicht mehr sprechen. Die Industrie bleibt das Zugpferd der regionalen Wirtschaft, seit einiger Zeit bremsen globale Lieferengpässe aber ihren Aufschwung“, sagt Dr. Axel Nitschke. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Rhein-Neckar sieht als Folge der Lockerungen der Corona-Beschränkungen insbesondere im Einzelhandel, bei den personenbezogenen Dienstleistern und in der Kultur- und Kreativwirtschaft erste positive Auswirkungen. Von einem sehr niedrigen Niveau kommend haben sich auch die Lage und Erwartungen im Hotel- und Gaststättengewerbe verbessert. Zur Stabilisierung der Konjunktur tragen die gestiegenen Beschäftigungs- und Investitionsabsichten der Unternehmen bei. „Hingegen sind die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise neben dem Fachkräftemangel ein ernsthaftes Risiko für die Konjunktur“, so Nitschke. Das sind zentrale Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage, an der sich 516 Unternehmen beteiligt haben.

Der IHK-Konjunkturklimaindex liegt aktuell bei 120 Punkten – und damit 12 Punkte über dem Wert im Frühsommer. Der Index fasst die Bewertung der Lage und die Erwartungen zusammen. Werte über 100 zeigen Wachstum an. Noch im Vorjahresherbst lag der Wert bei 97 Punkten. „Sowohl die Lage als auch die Erwartungen haben sich im Branchendurchschnitt gegenüber der Umfrage im Frühsommer verbessert. Allerdings bremsen der Fachkräftemangel und gestörte Lieferketten den Aufschwung“, so Nitschke.

„Speziell die Industrie klagt über Probleme in den globalen Lieferketten, hohe Logistikkosten und ungeklärte Handelsstreitigkeiten. Sie belasten das wichtige Auslandsgeschäft“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. In der Folge gehen die Exporterwartungen der Betriebe aus dem verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Frühsommer zurück. Vor allem auf dem asiatischen Markt und in der Eurozone lassen die positiven Impulse seit dem Frühsommer nach. Per saldo rechnen aktuell 21 Prozent der Industrieunternehmen mit steigenden Ausfuhren in den nächsten 12 Monaten – ein Rückgang von 8 Prozentpunkten.

„Neben Rohstoffen wie Stahl, Aluminium, Kupfer und Holz sind Verpackungen genauso Mangelware wie Elektronikkomponenten und Halbleiter“, stellt Nitschke fest. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Entwicklung der Industriebetriebe in der Region, vor allem aus den Bereichen Chemie, Fahrzeugbau und Maschinenbau, aus. Die Erwartungen der Betriebe im verarbeitenden Gewerbe gehen im Herbst zurück. Dafür ist auch der starke Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise maßgeblich. Der Saldo sinkt gegenüber der Umfrage im Frühsommer um 5 Prozentpunkte und liegt aktuell bei +24 Punkten. Im Vergleich mit den anderen Branchen zeigt sich die Industrie insgesamt jedoch weiterhin als Zugpferd der regionalen Wirtschaft. Die Lageeinschätzung bleibt gegenüber der Umfrage im Frühsommer konstant und liegt mit aktuell +36 Punkten per saldo in etwa auf dem Niveau der Vorumfrage.

Neben der Sorge vor steigenden Energie- und Rohstoffpreisen macht den Betrieben vor allem die Suche nach qualifizierten Fachkräften zu schaffen. „Mehr als die Hälfte der Unternehmen gibt an, offene Stellen unbesetzt lassen zu müssen, weil die passenden Fachkräfte fehlen“, sagt Nitschke. Dabei werden Arbeitskräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung fast doppelt so stark nachgefragt wie Bewerber mit (Fach)-Hochschulabschluss. Noch im Frühjahr lag die Corona-Pandemie mit Abstand auf Platz eins der meistgenannten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung der
Unternehmen. Dieser Faktor wird im Herbst zwar nicht mehr so häufig als Risiko genannt, allerdings hängen viele der aktuellen Herausforderungen unmittelbar mit der Pandemie zusammen. So wirken sich beispielsweise die zwischenzeitlichen Corona-bedingten Hafenschließungen in China bis heute auf Lieferketten und Rohstoffpreise aus.

Der Einzelhandel spürt die Lockerungen der Corona-Beschränkungen, ohne dass es bislang zu einer durchgreifenden Konsumbelebung gekommen ist. Waren die Erwartungseinschätzungen im Frühsommer noch negativ, liegen sie aktuell im niedrig positiven Bereich. Die Lage im Großhandel hat sich weiter verbessert, die Erwartungen gehen aufgrund der Unsicherheiten bei globalen Lieferketten aber etwas zurück.

Auch wenn beide Werte noch unter dem langfristigen Durchschnitt liegen, zeichnet sich bei den Lage- und Erwartungseinschätzungen der Dienstleistungsunternehmen ein spürbarer Aufwärtstrend ab. IT- und unternehmensbezogene Dienstleister stehen hier an der Spitze. Im Vergleich zum Frühsommer geht auch das Finanzgewerbe wieder von einer deutlich positiven Geschäftsentwicklung aus. Im Hotel- und Gaststättengewerbe sind die Lage- und Erwartungseinschätzungen noch negativ, allerdings zeichnet sich im Vergleich zum Frühsommer ein Aufwärtstrend ab.

Die Investitionsabsichten der Unternehmen sind branchenübergreifend positiv und bewegen sich derzeit in Richtung Vorkrisenniveau. Ambitioniert zeigt sich hier vor allem der Großhandel. „Vorherrschendes Investitionsmotiv bleibt der Ersatzbedarf, gefolgt von Digitalisierungsinvestitionen und Innovationsprojekten“, so Nitschke.

Tendenziell schließen die Unternehmen wieder auf zu den Beschäftigungsplänen von vor Corona. Der Saldo der Beschäftigungsabsichten steigt im Vergleich zum Frühsommer um 15 Prozentpunkte und liegt mit 7 Punkten wieder im positiven Bereich. Die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk liegt im September bei 4,8 Prozent und damit um 0,8 Prozent unter der Quote im Vorjahresherbst. Die Zahl der offenen Arbeitsstellen liegt im September bei 7.966, das sind 2.611 mehr als im September 2020.

Der aktuelle IHK-Konjunkturbericht ist abrufbar unter www.rhein-neckar.ihk24.de/konjunktur

Quelle IHK Rhein-Neckar.

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