Landau – Abwasserreinigung ist Daseinsvorsorge und zeigt sich krisenfest – EWL hat Kläranlage und Pumpsysteme einem Leistungstest unterzogen

Dr. Markus Schäfer und „seine“ Kläranlage in Landau-Mörlheim

Landau / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau) – Was passiert, wenn der Strom ausfällt? Beim Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) weiß man das ziemlich genau, denn das kommunale Unternehmen hat für eine solche Situation vorgesorgt: „In der Kläranlage haben wir ein Notstromaggregat, das den gesamten Leistungsbedarf der Abwasserreinigung abdeckt. Was im Falle eines Falles passiert, testen wir zudem regelmäßig“, berichtet Dr. Markus Schäfer, Leiter der EWL Abwasserabteilung. Ein umfassender Leistungstest fand in diesen Tagen statt – pünktlich zum bundesweiten Tag der Daseinsvorsorge am 23.06. Das Aggregat startete dabei nicht nur, sondern die gesamte Kläranlage ging in den sogenannten Inselbetrieb ohne Energiezufuhr aus dem öffentlichen Stromnetz. „Die Kläranlage ist eine der wichtigsten Einrichtungen, die die Stadt betreibt. Ihre uneingeschränkte Funktionsfähigkeit sicherzustellen, hat für uns höchste Priorität. Das ist zugleich gelebte Daseinsvorsorge, denn nur mit einer durchgängig funktionierenden Abwasserreinigung schützen wir Umwelt und Grundwasser“, hebt Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron als Verwaltungsratsvorsitzender des EWL die Bedeutung der Anstrengungen hervor. Genau hinschauen an vielen Stellen Der große Leistungstest prüft das Zusammenspiel der verschiedenen Förder und Belüftungsanlagen im Jahresturnus. Zusätzlich setzen die Mitarbeitenden vor Ort das Notstromaggregat einmal monatlich in Betrieb. Ob dabei alles glatt läuft? „Fast. Doch genau das schult ja die Verantwortlichen“, schmunzelt Markus Schäfer. Es sei wichtig, auch unter Stress Entscheidungen zu treffen und wichtige Handgriffe zu üben. Im aktuellen Fall galt es schalttechnische Hürden zu beseitigen, denn die Abwasserreinigung ist in hohem Maße digitalisiert.

Strom für sämtliche Prozesse
Grundsätzlich legt der EWL Wert auf eine hohe Betriebssicherheit der Kläranlage, die Anforderungen sind fast so hoch wie bei einem Energieversorger oder für ein Krankenhaus. Fakt sei, so erläutert Markus Schäfer, dass ohne Strom auch bei der Abwasserreinigung recht schnell nichts mehr geht: Beim Zulauf braucht es riesige Förderschnecken, die das Schmutzwasser aus dem Kanal heben. Den Bakterien der biologischen Klärstufe muss Luft zugeführt werden. Und der Klärschlamm muss in den Faulturm gepumpt, umgewälzt und beheizt werden, damit die Mikroorganismen dort ihre Arbeit tun können. „Für diese und andere wichtige Prozesse benötigt die Kläranlage elektrische Energie – rund 1,7 Millionen Kilowattstunden im Jahr“, erläutert der Experte. Das entspricht dem Strombedarf von gut 500 Dreipersonenhaushalten. Rund 70 Prozent erzeugt der EWL vor Ort über Blockheizkraftwerke, die mit Klärgas aus dem Faulturm betrieben werden. Zusätzlich benötigen die Außenanlagen Strom: Der EWL betreibt zehn Pumpstationen, die das benutzte Wasser aus Landau und den Ortsteilen zur Reinigung nach Mörlheim in die Großkläranlage befördern. Hinzu kommen die Regenüberlaufbecken, die mit Pumpen ausgestattet sind. In Godramstein arbeitet die Technik einer solchen Einrichtung seit 2021 inzwischen autark, mit Solarstrom vom Dach des dortigen Betriebsgebäudes. „Das zeigt, dass die Investitionen der vergangenen Jahre Wirkung zeigen. Energieffizienz und Eigenversorgung sind Trumpf – gerade in Zeiten, da uns die Abhängigkeit von Energielieferungen aus Drittländern vor Augen geführt wird. Diesen Weg wollen und werden wir fortsetzen“, schließt Maximilian Ingenthron.

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