Kaiserslautern – Gedenken an eines der schrecklichsten Menschheitsverbrechen: Ausstellung und Vorträge zur Deportation nach Gurs

        Beeindruckende Bilder: die Künstlerin Monika Kirks besucht die Ausstellung. Foto: Bezirksverband Pfalz

        Kaiserslautern / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – „Der Bezirksverband Pfalz erinnert mit einer Reihe von Gedenkveranstaltungen an eines der schrecklichsten Menschheitsverbrechen aller Zeiten“, sagte der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder bei der Eröffnung einer Ausstellung mit Vorträgen in Kaiserslautern. „Aus heutiger Sicht betrachten wir die Deportation und Ermordung der Juden mit Entsetzen.“ Dabei stelle sich die Frage, wie sich dies aus einem zivilisierten Zustand entwickeln konnte. „Wir gedenken Jahr für Jahr, damit wir nicht vergessen, was geschehen ist“, so Wieder. Dies sei Teil unserer Verantwortung und davon hänge unsere Zukunft ab, gerade in einer Zeit, in der die demokratischen Werte immer wieder in Frage gestellt würden. Wir müssten jedem entschlossen entgegentreten, der schon im Ansatz den gedanklichen Entzug der Menschenrechte gutheiße. „Wir dürfen nicht wegsehen, wenn andere diskriminiert werden.“ Wieder dankte der Landauer Künstlerin Monika Kirks, dass sie innerhalb von zweieinhalb Monaten in enger Abstimmung mit der Zeitzeugin Margot Wicki-Schwarzschild beeindruckende Bilder ihrer Deportation von Kaiserslautern ins südwestfranzösische Lager Gurs gemalt habe, die bis Mitte November im Wadgasserhof des Stadtmuseums Kaiserslautern zu sehen seien. „Die Ausstellung ist sehenswert, weil sie uns erschüttert und uns Bilder von dem zeigt, was vor 80 Jahren geschehen ist“, stellte Dr. Bernd Klesmann, Leiter des Stadtmuseums Kaiserslautern, fest. Ausstellung und Katalog würden an diese Schrecken von damals erinnern. Er hoffe, dass sich viele Besucher, insbesondere auch jüngere Menschen, die Bilder betrachten. Eva Giesser von der Jüdischen Kultusgemeinde Rheinland-Pfalz erinnerte an das Wohnhaus der Familie Schwarzschild in der Kaiserslauterer Steinstraße 30, wo 2013 ein Stolperstein verlegt wurde, und verlas einen Text der erkrankten stellvertretenden Vorsitzenden, Larissa Janzewitsch, die der Ausstellung viele interessierte Besucher wünschte, die die Botschaft „erinnern statt vergessen, handeln statt schweigen“ weitertragen. Eine Einführung in die Wanderausstellung gab die Kunsthistorikerin Dr. Claudia Gross. Monika Kirks habe ihre Arbeiten auf der Grundlage der 2011 erschienenen Lebensgeschichte der Familie Schwarzschild erstellt, die von Margot und Hannelore „bilderreich“ erzählt worden sei. Zuerst seien die 30 mal 30 Zentimeter großen Acrylbilder entstanden, die in Ausschnitten die Kindersicht auf die Dinge einfangen würden; erst dann habe Kirks Zeichnungen angefertigt, die den Blick darauf von der Ferne zeigten, erläuternden Charakter hätten und zusätzliche Informationen zu den Begebenheiten lieferten. Dr. Christoph Kreutzmüller vom Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin ging in seinem Vortrag „Fast ein Blitzlichtgewitter“ auf die Fotos der Deportationen nach Gurs vom Oktober 1940 ein. Der Fotoexperte stellte die Aufnahmen in ihren historischen Kontext, verglich und analysierte sie. „Historische Fotos werden als Quellen immer wichtiger.“ Insgesamt gebe es aus knapp 30 Orten in Deutschland Fotos von Deportationen.

        Die Ausstellung „Als Kinder Auschwitz entkommen“ ist bis 15. November im Wadgasserhof des Stadtmuseums Kaiserslautern, Steinstraße 48, samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr und mittwochs bis freitags von 10 bis 17 Uhr zu sehen; am 1. November bleibt sie geschlossen. Erschienen ist ein bilderreicher Katalog mit dem Titel „Die Deportation der Familie Schwarzschild nach Gurs. Ein jüdisches Schicksal in Bildern“, geschildert von Margot und Hannelore Wicki-Schwarzschild. Das 82-seitige Buch von Monika Kirks, Margot Wicki-Schwarzschild und Ulrich Burkhart, Archivar des Bezirksverbands Pfalz, ist für zehn Euro in der Ausstellung sowie im Zentralarchiv des Bezirksverbands Pfalz, zentralarchiv@bv-pfalz.de, Telefon 0631 89290338, erhältlich.

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