Metropolregion Rhein-Neckar – „Gastfreundschaft bei Eucharistie und Abendmahl ist möglich!“ – “Wir sind Kirche” zur Absage gemeinsamer Mahlfeiern beim ÖKT


        Heidelberg/Mannheim/München/Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak/Wir sind Kirche) – Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche begrüßt die vom Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing im Blick auf den Ökumenischen Kirchentag in seinem Bistum ausgesprochene Ermutigung, bei den konfessionellen Gottesdiensten, die am Kirchentags-Samstag, dem 15. Mai, stattfinden sollen, die unterschiedlichen Traditionen kennenzulernen. In einem Brief an die Priester seiner Diözese hat er diese auch angewiesen, bei der Eucharistie keine Ausladung von Glaubenden anderer Konfessionen auszusprechen.

        Wir sind Kirche bedauert es allerdings sehr, dass auch bei diesem 3. Ökumenischen Kirchentag seitens der römisch-katholischen Kirche immer noch keine gemeinsamen Mahlfeiern möglich sein sollen und nicht einmal eine allgemeine Einladung zur Teilnahme an der Eucharistie in katholischen Gottesdiensten ausgesprochen werden soll. Die Argumente, die Bischof Bätzing vorbringt, sind sehr fragwürdig:

        Seriöse und allgemein anerkannte Stellungnahmen zeigen seit über 50 Jahren immer wieder auf, dass einer wechselseitigen Gastfreundschaft bei Eucharistie und Abendmahl grundsätzlich nichts mehr entgegensteht. In der Studie „Lehrverurteilungen – kirchentrennend?“ (1987 von Karl Lehmann und Wolfhart Pannenberg herausgegeben) sind die wesentlichen kirchentrennenden Vorurteile aufgearbeitet. Joseph Ratzinger dagegen hat als Glaubenspräfekt den Evangelischen im Dokument „Dominus Iesus“ im Jahr 2000 gar das Kirche-Sein abgesprochen, was große Irritationen in der Ökumene auslöste.
        Die Studie des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen: „Gemeinsam am Tisch des Herrn – Ökumenische Perspektiven bei der Feier von Abendmahl und Eucharistie“ (2019) entspricht dem, was bereits in den Gottesdiensten während des 1. Ökumenischen Kirchentages 2003 gefeiert wurde: wechselseitige Einladung zur Eucharistie und zum Abendmahl in der Berliner Gethsemanekirche in Anerkennung der jeweils anderen Tradition.
        Für einen Großteil der katholischen Christinnen und Christen hat die Trennung der Christenheit keine Bedeutung mehr. Der „Glaubenssinn der Glaubenden“ ist aber für den Glauben konstitutiv und damit bedeutsam; die Kirchenleitung darf ihn nicht einfach übergehen. Die Forderung, „geltende Normen und Bestimmungen“ einzuhalten, widerspricht in diesem Fall dem Glaubenssinn der Glaubenden.
        Die offizielle katholische Kirchenmeinung, wie sie Rom vorbringt, ignoriert die ernsten theologischen, pastoralen und spirituellen Argumente, die von evangelischer Seite vorgetragen werden. Diese Missachtung widerspricht der Behauptung, man habe sich ökumenisch angenähert und dürfe die ökumenischen Fortschritte „unter keinen Umständen“ gefährden. Auch die aktuell vorgebrachten Argumente von Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, vertreten eine Minderheitsmeinung und lassen eine solide biblische, historische und systematische Begründung vermissen.
        Wenn als Voraussetzung für eine offizielle Einladung zur Gastfreundschaft in der katholischen Eucharistiefeier die volle Kirchengemeinschaft gefordert wird, bedeutet das nichts anderes als die Unterwerfung der evangelischen Brüder und Schwestern unter eine längst überholte römische Theologie und die Jurisdiktion des Papstes.
        Immerhin weist Bätzing keine Glaubenden zurück, die sich in ihrem Gewissen geprüft haben, und ermutigt auch die Priester der Diözese dazu. Der Vatikan dagegen hatte – entgegen jahrhundertealter Theologie – erklärt, dass in dieser Frage kein Raum für eine Gewissensentscheidung sei.

        Wir sind Kirche steht hinter der weit verbreiteten ökumenischen Praxis der wechselseitigen Gastfreundschaft bei Eucharistie und Abendmahl:

        Christus, nicht der Bischof oder der Priester, lädt zu dieser Feier der Einheit und Versöhnung ein. Wer die Trennung in dieser Frage aufrechthält, widerspricht dem Auftrag zur Versöhnung, den die Kirche für die ganze Welt wahrzunehmen hat. Das Mahl schenkt uns die Einheit, nicht die Einheit das Mahl.
        Die Ökumene ist ein Prüfstein für die Glaubwürdigkeit des Christentums gemäß dem Auftrag ihres Herrn „…damit alle eins seien“ (Joh 17,21). Nur gemeinsam können die Kirchen heute in „versöhnter Verschiedenheit“ den Menschen das Evangelium, die Hoffnungsbotschaft des Mannes aus Nazaret, den wir als den Christus bekennen, glaubhaft und glaubwürdig verkünden und bezeugen. Halten wir uns an das Leitwort „Tun, was uns eint“. Alles andere ist theologisch verbrämter Machtanspruch, den wir als mündige Christen und Christinnen nicht mehr anerkennen.

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