südliche Weinstraße – Deutsch-französische Notarztkooperation wieder aufgenommen

        südliche Weinstraße / Metropolregion Rhein-Neckar

        Nach rund 16 Wochen konnte nun aufgrund der rückläufigen Pandemielage die deutsch-französische Notarztkooperation wieder aufgenommen werden.
        Nachdem das Robert-Koch-Institut in der Pandemie-Lage das Elsass als Risikogebiet eingestuft hatte, musste der DRK-Rettungsdienst Südpfalz im März leider die Kooperation des gemeinsamen Notarztdienstes zwischen dem Klinikum Bad Bergzabern und dem Hospital in Wissembourg einstellen.
        Für Landrat Dietmar Seefeldt war es eine große Freude die Wiederaufnahme dieser wichtigen Kooperation mit den französischen Freunden zu würdigen. „Ich freue mich sehr unsere französischen Freunde zu diesem wichtigen Anlass hier und heute wieder zu treffen. Es ist für die deutsch-französische Freundschaft sehr wichtig, dass wir wieder die gemeinsamen Strukturen und Verbindungen aufnehmen können“, betonte Seefeldt.
        Der Landrat schilderte von den frühen dramatischen Berichten in den Krisenstäben zur Lage im Elsass. Es fehlte dringend notwendiges Schutzmaterial für das Personal der Klinik und der Rettungsdienste. „Für uns war es keine Frage, trotz der eigenen Bemühungen unsere Katastrophenschutzkapazitäten hochzufahren, einen Teil der Schutzmaterialien unseren französischen Freunden zu übergeben“, so der Landrat weiter. Durch die Unterstützung unserer französischen Nachbarn haben wir zudem automatisch auch unsere Region geschützt. Eine Pandemie kennt schließlich keine politische Grenzen“.

        Der französische Vertreter, Frédéric Reiss, berichtete berührt über die schwere Zeit in welcher das Elsass mit den vielen sehr schnell aufgetretenen Akutfällen an den Rand der medizinischen Möglichkeiten gedrängt wurde. „Wir sind den deutschen Kliniken, welche französische Patienten ohne viel Bürokratie aufgenommen haben, sehr dankbar. Das war für uns gelebte Freundschaft und Menschlichkeit, die wir nicht vergessen werden“, lobte Reiss die schnelle deutsche Hilfe.

        „Dass ein medizinisches System in unserer Nachbarregion in eine Situation kommt, in der Menschen, denen im Normalfall die Intensivmedizin helfen kann, keine lebensrettende Behandlung mehr gewährleisten kann, das hat mich erschüttert“, berichtete Jürgen See, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes über dramatische Telefonate mit französischen Ärzten, welche ein medizinisches Lagebild schilderten, wie er es mit 30 Jahren Berufserfahrung noch nie erlebt hatte. „Da war klar, wir müssen zur Lage im Elsass berichten und Hilfsangebote anschieben“.

        Eine tragende Rolle zum Austausch in der Krisenkommunikation leistete die Oberärztin Claudine Remakel des Hospital in Wissembourg. Sie informierte die deutschen Krisenstäbe regelmäßig zur Lage im Elsass und engagiert sich seit vielen Jahren enorm für die deutsch-französische Zusammenarbeit der Rettungsdienste im PAMINA-Bereich.

        „Vor genau 30 Jahren, im Juni 1990, wurde zwischen Deutschland und Frankreich ein wichtiges Abkommen zur Zusammenarbeit der Rettungsdienste geschlossen. Dieses Abkommen ist bis heute die Grundlage aller Kooperationen und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der deutsch-französischen Rettungsdienste“, erinnerte Landrat Dietmar Seefeldt.
        Alle deutschen und französischen Vertreter wünschten sich, dass mit den Erfahrungen aus der Pandemielage neue Wege gesucht werden, die rettungsdienstliche Versorgung beider Flächenregionen gemeinsam weiterzuentwickeln.

        „Die Wege in Fachkliniken und Akutkrankenhäuser im Elsass wie in der Südpfalz werden immer weiter. Solche Distanzen können beispielsweise grenzenlos durch den Einsatz der Luftrettung verkürzt werden. Es wäre großartig, wenn es gelingen würde, dass Deutschland und Frankreich einen gemeinsamen Rettungshubschrauber in der Grenzregion betreiben könnten, der die Transportwege zum Wohle der Patienten beschleunigen würde“, so DRK-Geschäftsführer See, der selbst die Qualifikation zum Notfallsanitäter besitzt.

        Landrat Dietmar Seefeldt dankte allen Helfenden der grenzüberschreitenden Notarztkooperation und wünschte sich eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit.
        Landrat Dietmar Seefeldt (3.v.r.) gemeinsam mit Jürgen See (Geschäftsführer des DRK Rettungsdienstes, 2.v.r.) und Frédéric Reiss (4.v.r.) sowie Mitarbeitern der Notarztkooperation an der deutsch-französischen Grenze.
        Hintergrund
        Das gemeinsame Notarztsystem wird seit 2002 betrieben, um für beide Grenzregionen die gegenseitige Unterstützung bei medizinischen Notfällen zu verbessern. Gemeinsam bedeutet, dass das rund um die Uhr betriebene Notarztsystem der Klinik Bad Bergzabern nachts an Wochentagen durch Ärzte des Hospital in Wissembourg besetzt wird. Zum Dienstwechsel fährt das DRK-Notarzteinsatzfahrzeug mit dem deutschen Rettungsdienstmitarbeitender zum Hospital nach Wissembourg und wird dann von dort aus für Notarzteinsätze in Deutschland mit einem französischen Arzt (deutschsprachig oder begleitet von einer deutschsprachigen Pflegekraft) im Bedarfsfall alarmiert.

        Der Bad Bergzaberner Notarztdienst wird jährlich zu rund 650 Notarzteinsätzen benötigt. Knapp 15% dieser Notarzteinsätze werden über die deutsch-französische Kooperation geleistet.
        Quelle Kreisverwaltung Südliche Weinstraße

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