Mannheim – Die Kinder wählen den „Sonnenschein“ – Seckenheim: Neue Kita in der Freiburger Straße kann im neuen Jahr bezogen werden – Die Kinder haben ihr schon einen zusätzlichen Namen gegeben.

Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar. Noch sind die Kinder nicht die neue evangelische Kita Freiburger Straße in Seckenheim eingezogen. Doch einen Namen haben sie ihr schon gegeben: Die Kinder haben ganz demokratisch in einer geheimen Wahl darüber abgestimmt. Die Nase deutlich vorne hatte der Name „Sonnenschein“. Der für Mitte Januar 2023 geplante Einzug wird dann vielleicht auch bei meteorologischem Sonnenschein stattfinden. „Kinder an die Macht“ heißt ein bekannter Song von Herbert Grönemeyer. Weniger das Ausüben von Macht, sondern das Einüben demokratischer Prinzipien lernen Kinder in evangelischen Kitas. „Kinder sollen erleben, dass sie wahrgenommen, gesehen, gehört und gefragt werden“, sagt Sabine Zehenter, Leiterin der Kita-Abteilung der Evangelischen Kirche Mannheim. In einigen Kitas beispielsweise bestimmen die Kinder mit darüber ab, welche Gerichte die Kochfrauen zum Mittagessen auf den Wochenplan setzen. In Seckenheim waren die Kinder nun an einer urdemokratischen Mehrheitsentscheidung beteiligt: Sie haben darüber abgestimmt, wie die neue Kita inoffiziell heißen wird.

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80 Kinder. 1 Name. Abstimmung mit bunten Muggelsteinen

Alle evangelischen Kitas tragen ihre Adresse als Namen, sie sind nach ihrem Straßennamen benannt. Das macht die räumliche Zuordnung der Kitas gut nachvollziehbar. Im „Sprech“ von Kita-Teams, Kindern und Eltern haben viele der Kitas auch einen inoffiziellen Namen. In Seckenheim, wo Anfang nächsten Jahres die inoffiziell „Rasselbande“ und „Hand in Hand“ benannten Kitas gemeinsam in ein neues Gebäude in der Freiburger Straße umziehen werden, sollten die Kinder entscheiden, wie die neue Kita heißen wird. Sie konnten abstimmen zwischen „Himmelszelt“ und „Sonnenschein“. Die Wahl fand Mitte November statt. Die Wahlteilnahme wurde, um Mehrfachabgabe von Stimmen zu vermeiden, mit einem Stempel auf die Hand kenntlich gemacht. Ihr Votum gaben die Kinder mit bunten Muggelsteinen ab, die sie in das Glas „Himmelszelt“ oder „Sonnenschein“ geben konnten. Mit großer Mehrheit entschieden sich die Kinder für den „Sonnenschein“.

Eine wichtige Erfahrung: beim Wählen zählt jede Stimme

„Für die Kinder ist es ein wichtiges Erlebnis, dass sie hier ganz konkret und nachhaltig mitbestimmen können“, sagt Kita-Leiterin Luisa Kneis. Die beiden Kita-Teams haben mit den Kindern das Vorhaben, die Wahlmöglichkeiten und das Wahlverfahren besprochen. Kindgerecht hatten sie die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. „Für manche war das eine ganz schnelle, klare Entscheidung“, berichtet Luisa Kneis, „andere haben beim Abwägen länger überlegt“. Den Kindern habe das Wählen Spaß gemacht. Und sie seien stolz darauf, dass die Kita nun sozusagen ihren Namen trage. „Wir sind uns sicher, dass die Kinder dieses Gebäude immer mit der heutigen Wahl verbinden werden“, sagt Kita-Leiterin Kneis.

„Sonnenschein“ passt zur Photovoltaik-Anlage auf dem grünen Kita-Dach

Der Sonnenschein, sagt Kita-Leiterin Kneis, habe für die Kita auch eine ganz pragmatische Bedeutung. Denn auf dem begrünten Dach der neuen Kita wird eine 20-kWp-Photovoltaikanlage die Kraft der Sonne in grünen Strom zum Kochen und Heizen mittels Wärmepumpe umwandeln. Die PV-Anlage wurde durch das MVV-Ökosponsoring mit 5.000 Euro gefördert. Aktuell sind auf acht Kita-Dächern Photovoltaikanlagen installiert. Eine weitere wird auf dem Neubau der Kita Wallonenstraße (Friedrichsfeld) errichtet. Außerdem wird auf den Dächern von M1 und dem Gemeindezentrum Domstiftstraße in Sandhofen PV-Strom erzeugt.


Klimaschutz: Nachhaltige neue Kita durch Bestandssanierung

Die Kita Freiburger Straße in Seckenheim entsteht nicht durch einen Neubau, sondern durch die umfängliche Sanierung und Modernisierung von zwei bestehenden Gebäuden auf dem Flurstück in der Freiburger Straße. „Bestehendes wird nicht abgerissen, sondern genutzt. Das ist ein ganz konkreter, wichtiger und zukunftsorientierter Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Verwaltungsdirektor Steffen Jooß, „denn durch Bauen im Bestand werden deutlich weniger Ressourcen verbraucht.“ So wird seit 2021 das ehemalige Gemeindehaus zu einer Kita umgebaut, in der in vier Gruppen 80-100 Kinder betreut werden. Das Untergeschoss bietet Raum für Lagerräume der Gemeinde sowie den Jugendtreff „Exil“. Im zweiten Gebäudeteil, der ehemaligen Kita, wird das Gemeindehaus der Erlösergemeinde mit Gemeinderäumen und Küche untergebracht. Dieses Gebäude-Ensemble ist für die Gemeinde schon jetzt ein Sonnenschein. Der Einzug der beiden Kitas Zähringer Straße und Freiburger Straße in die neuen Räumlichkeiten ist geplant für Mitte Januar 2023.

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