Heidelberg – Flauschige Erfolgsmeldungen aus dem Zoo Heidelberg

Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar

Zahlreiche bedrohte Nachzuchten für den Artenschutz

Nach einem eher turbulenten Jahresanfang war die diesjährige Brutsaison der Vögel im Zoo Heidelberg ein voller Erfolg. Insgesamt 89 Jungvögel aus 21 Arten wuchsen im Sommer 2022 erfolgreich im Zoo Heidelberg auf. Unter den Nachzuchten waren einige Vertreter stark bedrohter oder in der Natur bereits ausgestorbener Vogelarten. Einzelne Jungvögel sind inzwischen in andere Zoos umgezogen, um im Rahmen der Erhaltungszucht die Vogelpopulationen zu stabilisieren. Der Zoo Heidelberg engagiert sich mit seiner Zucht im Vogelbereich aktiv für den Arterhalt seltener und stark bedrohter Vogelarten.

„Wir sind sehr stolz, dass die intensiven Bemühungen der Tierpfleger im Vogelrevier, die Haltungsbedingungen der Vögel im Zoo Heidelberg immer weiter zu optimieren, in diesem Jahr so viele Früchte getragen hat. Über jedes Küken, das geschlüpft ist, haben wir uns sehr gefreut“, berichtet Dr. Eric Diener, Vogelkurator im Zoo Heidelberg.

Vietnamfasan-Küken im Zoo Heidelberg. (Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg)

Viele Vogelarten im Zoo Heidelberg sind stark gefährdet und somit auf eine erfolgreiche Erhaltungszucht angewiesen. Durch das Engagement im Artenschutz arbeiten der Zoo Heidelberg gemeinsam mit Partnern daran, die Lebensräume der Tiere zu schützen und so gefährdete Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Die im Zoo gehaltenen Tiere dienen als Botschafter für ihre bedrohten Lebensräume, und sollen auf die Gefährdungsursachen aufmerksam machen. Nachzuchten dienen dazu, eine Reservepopulationen aufbauen, um Arten vor dem vollständigen Verschwinden bewahren. Dort wo möglich und sinnvoll, sollen Populationen im natürlichen Verbreitungsgebiet durch Wiederauswilderung gestützt bzw. wiederhergestellt werden.

Ausgewachsener männlicher Vietnamfasan – eine Vogelart, die in der Natur bereits ausgestorben ist und
im Zoo Heidelberg nachgezüchtet wird.  (Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg)

In den meisten Fällen erfolgt der Schlupf und die Aufzucht der Küken im Zoo unkompliziert. Die Vogeleltern umsorgen ihre Küken, sie wachsen ohne die Hilfe der Tierpfleger auf. Doch nicht alle Jungvögel hatten diesen Sommer einen leichten Start ins Leben. Bei den farbenfrohen Mitchell-Loris, einer in ihrer Heimat Bali ausgestorbenen Vogelart, wurden die beiden Küken von den Balistaren aus dem Nest geworfen. Die beiden Vogelarten, Mitchell-Loris und Balistare, teilen sich ein Gehege. Nistmöglichkeiten sind in Kästen und hohlen Baumstämmen ausreichend vorhanden. Offensichtlich was das Nest der Loris für die Stare jedoch so attraktiv, dass sie selbst dort einziehen wollten. Die Tierpfleger fanden die noch lebenden Lori-Küken am Boden der Voliere liegend und entschieden sich dazu, den Nachwuchs von Hand aufzuziehen. Jedes Jungtier hat für den Arterhalt eine sehr große Bedeutung. Inzwischen haben sich die jungen Mitchell-Loris prächtig entwickelt und sind zur Weiterzucht in eine Einrichtung nach Holland umgezogen.

Mitchel-Loris im Zoo Heidelberg (Foto: Zoo Heidelberg)

Bedeutend für den Artenschutz war ebenfalls die Nachzucht der Vietnamfasane und der Kampfläufer. Vietnamfasane gelten als in der Natur ausgestorben. Für das Heidelberger Fasanenpaar war es die erste Brutsaison, die sie erfolgreich mit vier Küken beenden konnten. Der Zoo Heidelberg beteiligt sich an einem internationalen Zuchtbuch für Vietnamfasane. Ziel ist es, durch Zucht zum Arterhalt beizutragen und Tiere zur Wiedereinführung der Vogelart in ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet zur Verfügung zu stellen. Bei den Kampfläufern sind insgesamt 16 Jungtiere groß geworden. Der kleine Watvogel lebt in Feuchtwiesen und Mooren. Durch Klimawandel und intensive Landwirtschaft geht dieser Lebensraum immer weiter verloren. In der Voliere gegenüber des Flamingosees und im Küstenpanorama lassen sich diese besonderen Botschafter bei einem Besuch im Zoo Heidelberg ganz aus der Nähe betrachten. Der Zoo Heidelberg hofft, dass das Zoo-Team in den kommenden Jahren weiterhin so einen starken Beitrag zur Erhaltungszucht leisten kann, wie in diesem Jahr.

Quelle: Tiergarten Heidelberg gGmbH

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