Frankenthal – Erkenbert-Museum Frankenthal „Objekt des Monats“- November: Fächer, gleich dem Falterflügel

        Frankenthal/Metropolregion Rhein-Neckar. Ab Montag, 2. November, präsentiert das Erkenbert-Museum ein neues „Objekt des Monats“ in der Stadtbücherei: einen Damenfächer aus schwarzer Seide. Am gleichen Tag um 16 Uhr erläutern Mitarbeiterinnen des Museums Wissenswertes zur Kulturgeschichte des Fächers. Auch auf der Website des Erkenbert-Museums www.frankenthal.de/erkenbert-museum ist unter dem Punkt „Objekt des Monats“ ab Anfang November eine ausführliche Erklärung zu finden.

        Anmeldung

        Aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen ist für die Teilnahme am Vortrag eine Voran-meldung erforderlich unter 06233 89 495 oder museum@frankenthal.de. Vor Ort muss ein Besucherformular ausgefüllt werden und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist Pflicht. Abhängig von der Entwicklung der Pandemie kann die Veranstaltung kurzfristig abgesagt oder verschoben werden.

        Mehr zum ausgestellten Objekt
        Der schwarze Seidenfächer ist mit Blumenmotiven bestickt und hat einen Holzgriff, der mit Metallornamenten verziert ist. Das kostbare Material lässt es erahnen: Solch ein Fächer ist nicht nur als Gebrauchsgegenstand gedacht, mit dem man sich an heißen Tagen Luft zufä-chelt. Das Utensil war in früheren Jahrhunderten vielmehr ein modisches Accessoire und ein Statussymbol für die elegante Dame. Aber auch der Anbahnung von Kontakten konnte ein Fächer sehr dienlich sein. Die Dame verbarg ihr Gesicht kokett hinter dem Fächerblatt und ließ nur ihre Augen sprechen. Oder sie ließ das kostbare Stück zu Boden fallen in der Hoff-nung, ein Kavalier möge es aufheben und ihr reichen.

        Im frühen 19. Jahrhundert gab ein französischer Hersteller von Fächern eine Broschüre zur so genannten „Fächersprache“ heraus. Bestimmte Gesten, das Auf- und Zuklappen des Fä-chers sollten nonverbale Botschaften übermitteln. Stets aber diente der Fächer dazu, die Hal-tung und Bewegung der Hände zu betonen und zu verstärken. Auf Bällen wurde er als Tanz-karte genutzt: Die Herren merkten sich für den nächsten Tanz schriftlich auf dem Fächer der ge-wünschten Tanzpartnerin vor.Auch in außereuropäischen Kulturen ist der Fächer Zuhause. Bereits im alten Ägypten wedel-ten Diener den Pharaonen Luft mit großen Fächern zu, in China und Japan war der Fächer Bestandteil traditioneller Tänze. In Europa kamen Fächer seit dem 16. Jahrhundert in Mode. Sie konnten aus Schwanenhaut gefertigt sein oder mit Spitzen bespannt, bemalt, durchbro-chen oder aus Federn bestehen.

        Mehr zur Reihe „Objekt des Monats“
        Das „Objekt des Monats“ ist ein gemeinsames Projekt des Erkenbert-Museums und der Stadtbücherei, bei dem im Wechsel besondere Objekte des Museums in einer Vitrine im Ein-gangsbereich der Stadtbücherei ausgestellt werden. Hintergrund ist die derzeitige Schließung des Museums aufgrund anstehender Sanierungsarbeiten. Das Museum wird in dieser Zeit mit einer Reihe von Aktionen und Ausstellungen unter dem Motto „Das Museum in der Stadt“ für die Öffentlichkeit sichtbar bleiben.

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