Heidelberg – Die Altstadt zum Anfassen: Heidelberg bekommt ein Blindenstadtmodell

        Künstler Felix Brörken (rechts vorne) und Vertreter der fünf Rotary Clubs Heidelberg stellten Erstem Bürgermeister Jürgen Odszuck (5. von links) auf dem Karlsplatz den Kunststoffentwurf des Blindenstadtmodells vor. Foto: Philipp Rothe

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar(red/ak) – Die Heidelberger Altstadt im Maßstab 1:800 und aus Bronze – dieses Blindenstadtmodell zum Anfassen wird ab Frühjahr 2020 auf dem Karlsplatz stehen. Gespendet wird die taktile Stadtskulptur von den fünf Rotary Clubs Heidelberg. Wie sie aussehen wird, haben die Rotarier und der Künstler Felix Brörken aus Welver in Westfalen am Dienstag, 3. September 2019, Heidelbergs Erstem Bürgermeister Jürgen Odszuck vorgestellt: Der Kunststoffentwurf zeigt die besondere topografische Lage der Altstadt mit Schloss, Heiliggeistkirche und Alte Brücke. Aus diesem Entwurf wird die Gießerei Schwab aus Münster ein Modell erstellen, das in Bronze gegossen wird. Die fertige, zwei Quadratmeter große und rund 160 Kilogramm schwere Bronze-Altstadt wird ihren Platz auf einem Sockel finden, den die Stadt Heidelberg anfertigen und finanzieren wird.

        Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck: „Der Kunststoffentwurf des künftigen Miniatur-Heidelbergs macht neugierig: Man möchte direkt jedes einzelne Haus, die Gassen und Plätze mit den Händen ertasten und erkunden. Das Bronze-Modell wird sowohl sehbehinderten als auch sehenden Bürgerinnen und Bürgern sowie Besuchern ganz neue Perspektiven auf die Stadt eröffnen. Das Blindenstadtmodell wird eine Bereicherung für die Stadt sein – für diese tolle Initiative möchte ich mich jetzt schon herzlich bei den Rotariern bedanken.“

        Das Blindenmodell wurde von den Rotariern Dietrich Götze, Frieder Hepp, Herbert A. Jung und Rolf Stroux initiiert. Es wird von den Rotary Clubs Heidelberg, Heidelberg Schloss, Heidelberg Alte Brücke, Heidelberg Neckar und Heidelberg-Mannheim International finanziert.

        Schnitzkunst und Gießereiarbeit: So entsteht ein Blindenstadtmodell

        Für die Erstellung eines maßstabgetreuen Stadtmodells benötigt der Künstler Felix Brörken rund zehn Monate. Im ersten Arbeitsschritt besucht er die Städte und fotografiert die Straßen und Gebäude. Mithilfe von Kataster- und Höhenlinienplänen kann er anschließend die Längen, Breiten und Höhen der Gebäude und Häuser maßstabgetreu abbilden. Die Häuser werden in eine Styroporplatte geschnitzt und kleine Details wie Fenster und Türen eingezeichnet. Der Kunststoffentwurf landet dann zur weiteren Verarbeitung bei der Bronzegießerei.

        Damit die Modelle und die filigranen Erläuterungen in Blindenschrift optimal ertastet werden können, wendet die Bronzegießerei ein spezielles Verfahren an. Die Stadtmodelle entstehen im sogenannten Wachsausschmelzverfahren, einer alten handwerklichen Kunst, die Detailtreue und Unverwüstlichkeit der bronzenen Reliefs garantiert. Dabei erstellt die Gießerei aus dem Kunststoffentwurf ein Wachsmodell, das von einer feuerfesten Masse ummantelt wird. Aus dieser ausgehärteten Form wird das Wachs ausgeschmolzen. In die dabei entstehenden Hohlräume wird die geschmolzene Bronze gegossen, die nach wenigen Sekunden erstarrt. Die äußere Form wird zerschlagen, um den bronzenen Rohguss zu entnehmen. Abschließend färbt die Gießerei das Bronze-Stadtmodell ein und verrichtet letzte Feinarbeiten.

        Künstler Felix Brörken (rechts vorne) und Vertreter der fünf Rotary Clubs Heidelberg stellten Erstem Bürgermeister Jürgen Odszuck (5. von links) auf dem Karlsplatz den Kunststoffentwurf des Blindenstadtmodells vor. Foto: Philipp Rothe

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