Mannheim – Spray-Art wird Pray-Art! Graffiti und Kirche: Wie passt das zusammen?

        SprayArt. Street Art von Mika Springwa. Foto: Kathrin Grein

        Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar – Bunt, wild und ganz und gar unkonventionell. Auch so kann, soll und darf Kirche sein. Zu diesem Schluss kamen die zehn Teilnehmer*innen des „Spray“-Events mit Mika Springwald im Garten an der Jugendkirche SAMUEL im Mannheimer Jungbusch. Einen Mittag lang stand der Streetart-Künstler, Profi-Sprayer und Sozialarbeiter aus Osnabrück Rede und Antwort hinsichtlich Spraytechniken, der hohen Kunst des gekonnten Farbauftrags und dem Anfertigen von Schablonen, was schnell scherzhaft als „Strafarbeit“ von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen deklariert wurde.

        Mika Springwald ist nicht nur ein Meister an der Spraydose, sondern auch, wenn es darum geht, die Brücke von Spray- zu Pray-Art zu schlagen: Seine Bilder illustrieren die neue Herder-Jugendbibel. Zweimal hat er bereits den Jugendkreuzweg mitgestaltet. Für die sechs Firmanden und vier Studierenden doppelter Ansporn, sich nicht nur mit dieser besonderen Kunstform und der dazugehörigen Technik, sondern für die Ausgestaltung auch inhaltlich intensiv mit den Motiven – Jesus und Maria – auseinanderzusetzen.

        Herausgekommen sind neben individuellen Arbeiten, die alle Teilnehmer*innen im Anschluss mit nach Hause nehmen durften, auch zwei große Gemeinschafts-Kunstwerke – farbenfrohe Statements für den Glauben. Einens nimmt Jesus‘ „Superhelden-Qualitäten“ in den Blick. Das andere setzt Maria als Hoffnungsträgerin im Regenbogen-Mantel in Szene. Den aus farbigem Sprühnebel geborenen Werken ist dabei nicht anzumerken, dass absolute Anfänger zu den Spraydosen gegriffen haben. Das gilt nicht nur für die Optik.

        Die Spray-Kunstwerke gehen weit über die sichtbare Ebene hinaus. Assoziationen zu den biblischen Figuren finden sich auf den Rückseiten der zu Leinwänden umfunktionierten Türblätter. Dabei ist die Arbeit an „Super-Jesus“ nicht abgeschlossen. Betrachter sind eingeladen, auf der Rückseite den Satz „Jesus ist…“ zu vervollständigen. Der Charakter eines offenen Gemeinschafts-Kunstwerks reicht damit weit über den Workshoptag hinaus.

        „Dieses Sich-Ausprobieren-Können, gemeinsam etwas richtig Cooles zu erschaffen und dabei Kirche einmal ganz locker, aktiv, kreativ und damit einfach anders zu erleben, kam gut an“, resümiert Pastoralreferentin Kathrin Grein, die das Spray-Event im Zuge der Firmvorbereitung gemeinsam mit Lisa Stegerer von der Jugendkirche SAMUEL betreut hat. „Teilnehmer begeistert, Künstler zufrieden, richtig tolle Kunstwerke, für jeden einzelnen und die bunten Graffitis von Maria und Jesus, die ab jetzt die Mannheimer Jugendkirche bereichern werden – besser hätte es nicht laufen können“, so das Fazit der Organisatorinnen. Beim Werkeln spielten einige Teilnehmer den Gedanken durch, wie Jesus so wäre, wenn er heute leben würde: Möglicherweise wäre er ja ein Sprayer?! Was genau der Gottesssohn sprayen würde? Mika Springwald tippt auf „eine Priesterin“.

        Während des Spray-Events ist auch ein Film entstanden. Dieses Kunstwerk von Paul Steinhauser in Zusammenarbeit mit www.bertl.tv ist auf YouTube auf dem Kanal Katholische Kirche in Mannheim und Jugendkirche SAMUEL sowie auf Instagram unter katholische_kirche_in_mannheim zu sehen. (schu)

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