Heidelberg – Konversion Südstadt: Gemeinderat gibt grünes Licht für Bauarbeiten in Chapel und Kommandantur

Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar (red/ak) – Die Entwicklung der rund 43 Hektar großen Konversionsfläche Südstadt geht rasant voran. Die Stadt und ihre Partner arbeiten an vielen Stellen parallel an einem neuen urbanen Stadtquartier. Nun hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am 30. März den weiteren Weg bei drei Teilprojekten geebnet. Der Bund hat das Projekt „Grünes Band des Wissens“ bereits in das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen und 5,9 Millionen Euro Fördergelder zugesagt. Das Ziel ist ein Freiraum neuen Typs, der Wissensorte in den ehemaligen Campbell Barracks – wie das Mark Twain Center für transatlantische Beziehungen, den Karlstorbahnhof, das neue Kultur- und Kreativwirtschaftszentrum oder das Bürgerzentrum in der Chapel – klug miteinander vernetzt. Der Gemeinderat hat nun der Durchführung eines freiraumplanerischen und städtebaulichen Planungswettbewerbs einstimmig zugestimmt. Für den Auslobungstext haben sich die Stadt und die Internationale Bauausstellung (IBA) bereits im Vorfeld intensiv mit der Bürgerschaft, Anliegern und Fachplanern ausgetauscht. Ein Arbeitskreis mit lokalen Akteuren aus Politik, Stadtteil und Vereinen tagte ebenso mehrmals wie ein Expertenkreis aus renommierten Landschaftsarchitekten und weiteren Disziplinen. Weitere Anregungen wurden bei einem Bürgerforum am 7. Februar 2017 gesammelt. Der Wettbewerb beginnt mit einem öffentlichen Rückfragenkolloquium am 28. April, Abgabeschluss der Arbeiten ist Mitte Juni. Eine Entscheidung der Jury, mit welchen Bewerbern in einer zweiten Phase (Mehrfachbeauftragung) zusammengearbeitet werden soll, fällt Anfang Juli. Aus der ehemaligen Kapelle der US-Army an der Römerstraße wird ein Bürgerzentrum für die Südstadt. Bereits im Juli 2016 hatte der Gemeinderat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst – nun folgte einstimmig die Ausführungsgenehmigung für die Umgestaltungsarbeiten. Das Raumprogramm orientiert sich am Bestand des Gebäudes. Es werden flexible Raumangebote für Veranstaltungen, aber auch für Vereine und Bürger im Alltagsgebrauch geschaffen. Im Zentrum steht der sogenannte „Cube“ – der zentrale Veranstaltungsraum kann bis zu 300 Personen (bestuhlt 160) aufnehmen. Er wird begrenzt von einem Gerüst, das als Raumteiler dient und den experimentellen Charakter des Zentrums verdeutlichen soll. Der Saal wird mit einer Induktionsanlage ausgestattet, die den Klang für Nutzer von Hörgeräten erheblich verbessert. Zudem gibt es ein Foyer, Büros, eine Küche und behindertengerechte Toilettenanlagen und einen Aufzug zur barrierefreien Erschließung der Veranstaltungsräume. Die genaue Fassadengestaltung und das Ausmaß der Terrasse sind noch mit dem Denkmalschutz final zu klären. Die Umgestaltung soll im Spätsommer 2017 starten und rund ein Jahr dauern. Die Kosten liegen bei rund 1,6 Millionen Euro. Das Projekt wird in dem vom Bund neu aufgelegten Bund-Länder-Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ (SIQ) mit über 800.000 Euro gefördert. Im Rahmen der Städtebauförderung hat der Investitionspakt SIQ das Ziel, Gemeinbedarfseinrichtungen so zu qualifizieren, dass sie zu Orten der Integration und des sozialen Zusammenhalts im Quartier werden. Nach der Fertigstellung soll das Bürgerzentrum vom Trägerverein Chapel – Raum für Stadtkultur e.V. betrieben werden. In diesem Verein haben sich der Stadtteilverein Südstadt, der Caritasverband Heidelberg e.V., effata eine-Welt-Kreis e.V. und formAD e.V. zusammengeschlossen. Bei einem weiteren denkmalgeschützten Gebäude im Quartier sollen die Instandsetzungsarbeiten bereits in Kürze beginnen. Die ehemalige Kommandantur westlich der Römerstraße wird für eine kulturelle Nutzung hergerichtet. Der Gemeinderat hat hierfür nun mit großer Mehrheit die entsprechende Ausführungsgenehmigung erteilt. Demnach muss zunächst die Infrastruktur für eine ausstellungsorientierte, barrierefreie Nutzung hergestellt werden. Dazu gehören unter anderem der Bau einer Rampe im Eingangsbereich und ein Aufzug im Innenbereich. Zudem müssen Sanitärräume, Beleuchtung, Fenster, Türen, die Dachkonstruktion sowie die historische Substanz in den Räumen (Holzvertäfelung, Wandmalerei, Kamin) restauriert oder ausgetauscht werden. Auch die Haustechnik muss instandgesetzt werden. Ferner sind Schimmelschäden im Keller zu beseitigen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro – wobei rund zwei Drittel der Kosten über Fördergelder des Bundes für das Projekt „Grünes Band des Wissens“ refinanziert werden können. Über die Folgenutzung des Gebäudes wird noch vor der Sommerpause abschließend entschieden. Die Stadt schlägt die Einrichtung des Mark-Twain-Centers vor – ein Zentrum für die Geschichte und Gegenwart der transatlantischen Beziehungen.

Hintergrund: Auf der rund 43 Hektar großen Konversionsfläche in der Südstadt entsteht ein neues, urbanes Stadtquartier. Allein die MTV GmbH und Co. KG, ein Bündnis aus genossenschaftlich organisierten Banken und Wohnungsbauunternehmen und der städtischen GGH, investiert rund 320 Millionen Euro in Neubau und Sanierung von etwa 1.300 Wohnungen. 70 Prozent davon werden nach dem wohnungspolitischen Konzept der Stadt Heidelberg als preiswerter Wohnraum angeboten. 84 renovierte Wohnungen sind bereits bezogen. Auch das Heidelberger Ausbildungshaus – mit 66 Zimmern ausschließlich für Azubis von Heidelbergern Betrieben – ist seit September 2016 in Betrieb. Inmitten des Quartiers entstehen zudem ein Nahversorgungszentrum, vier Kindertagesstätten, ein neues Domizil für die Julius-Springer-Berufsschule und ein Bürgerzentrum in der ehemaligen Chapel. Im zentralen Bürgerpark ist mit dem Mark-Twain-Center für transatlantische Beziehungen zudem ein kultureller Leuchtturm geplant.

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