Landau – Verleihung des Michel-Bréal-Preises

        Landau – Metropolregion Rhein-Neckar – Bild: (v.l.n.r.) Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer, Heinz-Helmut Lüger, Anemone Geiger-Jaillet, Gérald Schlemminger, Harald J. Schäfer
        Bildquelle: Michel-Bréal-Gesellschaft

          Am 20. März 2013 wurde erstmals in Landau der Michel-Bréal-Preis verliehen. Die Preisträger sind
          – Frau Prof. Dr. Anemone Geiger-Jaillet (Universität Straßburg),
          – Herr Prof. Dr. Gérald Schlemminger (Pädagog. Hochschule Karlsruhe).
          Die Hochschullehrer wurden ausgezeichnet für ihre langjährige und erfolgreiche grenzüberschreitende Arbeit, insbesondere für ihr Engagement bei der Einführung des trinationalen Masterstudiengangs ,Mehrsprachigkeit’. Den Preis verleihen die Michel-Bréal-Gesellschaft und die Josef-David-Stiftung, beides Organisationen, die sich nicht zuletzt die Förderung der deutsch-französischen Zusammenarbeit zum Ziel gesetzt haben. Die Laudatio hielt Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer.
          „Beide Preisträger haben sich voll und ganz der grenzüberschreitenden Kooperation verschrieben und auch ihr wissenschaftliches Engagement diesem Ziel untergeordnet“, so Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer. Dies sei, so Schlimmer weiter, ein wertvoller Beitrag für ein starkes und immer weiter zusammenwachsendes Europa.
          Anemone Geiger-Jaillet studierte Romanistik und Musikwissenschaft, promovierte mit einer Arbeit über die Saar-Lor-Lux-Region und habilitierte sich mit einer Untersuchung zur Zweisprachigkeit in Grenzregionen. Seit 2005 ist sie Professorin an der Universität Straßburg. In der Lehre widmet sie sich den verschiedensten Formen des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen, ihre Publikationen haben ihr den Ruf einer Verfechterin des frühen Fremdsprachenunterrichts und einer modernen, europaorientierten Lehrerausbildung eingetragen.
          Gérald Schlemminger absolvierte ein Studium der Germanistik, Romanistik und Sprachlehrforschung. Seine Dissertation hatte die Freinet-Pädagogik zum Gegenstand, in seiner Habilitation ging es um Probleme der Sprachlehrforschung. Seine berufliche Karriere beginnt zunächst an einer Universität in Paris, bevor er 2000 einen Ruf an die Pädagogische Hochschule Karlsruhe erhält. Hier ist er vor allem um den Ausbau der Studienkomponente „Bilinguales Lehren und Lernen“ bemüht, er stärkt das in Karlsruhe etablierte Europalehramt, organisiert eine Reihe wissenschaftlicher Veranstaltungen und gibt zahlreich Schriften zur Fremdsprachenvermittlung heraus, zum Teil auch in Kooperation mit seiner Straßburger Kollegin Geiger-Jaillet.
          Beide Wissenschaftler wurden für einen Masterstudiengang ausgezeichnet, der sich von herkömmlichen Studienangeboten schon dadurch unterscheidet, dass er ein deutsch-französisch-schweizerischer Studiengang ist. Die Standorte sind Karlsruhe, Straßburg, Basel. Die Teilnehmer studieren nacheinander je ein Semester in Frankreich, Deutschland und der Schweiz; grenzen überwindende Mobilität gehört also bereits zu den entscheidenden Kriterien. Vorrangiges Ziel des viersemestrigen Aufbaustudiengangs ist die interkulturelle Zusammenarbeit am Oberrhein; zentrale Inhalte betreffen einmal die Wissenschaft von Sprache, Geschichte und Kultur, zum andern Aspekte des zwei- und mehrsprachigen Lehrens und Lernens. Durch das gemeinsame Studium mit Kommilitonen aus den Partnerländern, das Sprach- und Kulturbad während der Auslandsstudienphasen wird Interkulturalität intensiv und persönlich erlebt. Die beruflichen Perspektiven sind nach den Erfahrungen der bisherigen Absolventen als ausgesprochen positiv zu beurteilen: Viele haben eine Anstellung in grenzüberschreitend aktiven Betrieben, Institutionen oder Vereinen gefunden und arbeiten z.B. als Fremdsprachenlektoren, Projektreferenten, Fortbildner oder als Verantwortliche im internationalen Austausch. Von daher verwundert nicht, wenn das Interesse am Trinationalen Masterstudiengang zunimmt: Eingeschrieben sind nicht nur Teilnehmer aus den verschiedensten Regionen der drei beteiligten Länder, sondern es gibt auch Studenten aus Großbritannien, Italien, der Slowakei, aus China und Kamerun.
          „Anemone Geiger-Jaillet und Gérald Schlemminger haben es verstanden, trotz zahlreicher bürokratischer Hindernisse im eigenen und im Partnerland, trotz großer Skepsis bei vielen Fachkollegen, ein innovatives und auf die Herausforderungen einer Grenzregion abgestimmtes Modell zum Erfolg zu führen. Mit großer Ausdauer, mit viel Engagement und geschicktem Verhandeln ist es ihnen gelungen, die Hindernisse zu beseitigen und von der Tragfähigkeit dieses transnationalen Unternehmens zu überzeugen“, so Oberbürgermeister Schlimmer in seiner Laudatio.
          Mit der Preisverleihung werden zwei Hochschullehrer geehrt, die mit ihrem grenzüberschreitenden Wirken Ziele verfolgen, denen sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits auch Michel Bréal verschrieben hatte. Allerdings waren die politischen Bedingungen, besonders nach dem Krieg von 1870/71, deutlich andere.
          Heinz-Helmut Lüger, Vorsitzender der Michel-Bréal-Gesellschaft und Harald J. Schäfer, Vorsitzender des Kuratoriums der Josef-David-Stiftung begrüßen es, zwei auf dem Gebiet deutsch-französischer Verständigung sehr verdienstvolle Forscher auszeichnen zu können, dies umso mehr, als gerade in diesem Jahr das 50jährige Jubiläum des Freundschaftsvertrages zwischen Deutschland und Frankreich gefeiert wird.

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