Neustadt / Landau – Neue Entwicklungen im Fall Maximilian: Strafanzeige wegen “Mißhandlung Schutzbefohlener” gegen Mitarbeiter des Jugendheimes eingereicht (Video)

        Neustadt / Landau / Metropolregion Rhein-Neckar (rbe/mrnnews) – Es tut sich was im Fall Maximilian.

        Der Karlsruher Menschenrechtsanwalt Dr. David Schneider-Addae-Mensah hat sich nun offenbar den im Fall Maximilian aufgekommenen Mißhandlungsvorwürfen angenommen.

        Der Anwalt bestätigte gegenüber MRN-News bereits am Montag, Strafanzeige gegen Mitarbeiter des Jugenddorfes in der südlichen PFalz gestellt zu haben, wo Maximilian vor seinem Verschwinden untergebracht war.

        Eine Kopie der Anzeigeschrift wurde unserer Redaktion durch den Rechtsanwalt zugesandt. Soweit dieser zu entnehmen ist, wurde sie am 30. Juni an die zuständige Staatsanwaltschaft Landau übermittelt. Die Staatsanwaltschaft Landau hat den Eingang der Anzeige heute gegenüber MRN-News bestätigt. Laut unserer Recherche, wurden bereits erste Ermittlungsschritte in die Wege geleitet.

        Die Anzeige beruht offenbar auch auf einem weiteren Telefongespräch, welches, nach Angaben des Anwalts, anfang der Woche, mit dem verschwundenen Maximilian stattfand.

        Max’ Anruf bei Dr. Schneider-Addae-Mensah erfolgte offenbar nach einem weiteren auf Facebook verbreiteten Appell der Mutter an ihren Sohn.

        In dem Telefonat wiederholte Maximilian demnach seine von ihm erfahrenen Mißhandlungen durch diverse Erzieher des Heimes, die er auch bereits in dem Anruf bei der MRN-News-Redaktion am vergangenen Freitag sowie in dem an uns übermittelten Brief vom Samstag, angedeutet hatte. Er gab demnach auch einige detailliertere Angaben zu den involvierten Mitarbeitern an den Anwalt weiter.

        Die uns in Kopie vorliegende Anzeigeschrift, bezieht sich u.a. auf die Mißhandlung und Nötigung Schutzbefohlener durch mehrere Mitarbeiter des Jugendheimes und schildert auch einige konkrete Tathandlungen. Die Anzeige umfasst diverse körperliche und seelische Mißhandlungen, sowie eine konkrete Benennung mehrerer Personen als Täter.

        Auf Nachfrage von MRN-News erklärte der Rechtsanwalt, dass er derzeit nicht den Sorgerechtsfall Maximilian bearbeite, sondern ausschließlich mit der Anzeige wegen Mißhandlungen betraut sei.

        Dr. Schneider-Addae-Mensah erklärte MRN-News weiter, schon seit Jahren bei Fällen von Menschenrechtsverletzungen tätig zu sein. Er stoße dabei auch immer wieder auf schwerwiegende Mißhandlungsfälle in Jugendheimen und anderen Unterbringungsanstalten. Diese würden von der Androhung von Zwangsmaßnahmen, bis hin zu sexuellem Mißbrauch von Kindern reichen. Der Fall Maximilian sei definitiv kein Einzelfall.

        Der Rechtsanwalt hat schon in der Vergangenheit nicht davor zurückgeschreckt, auch in anderen weitreichenden Menschenrechtsfragen, grundsätzliche Ermittlungs- und Entscheidungsvorgänge, durch Strafanzeigen und andere Rechtsmittel, ins Rollen zu bringen.

        Im Jahre 2011 erreichte Dr. Schneider-Addae-Mensah u.a. dass die psychiatrische Zwangsbehandlung durch das Bundesverfassungsgericht sowie den Bundesgerichtshof für verfassungswidrig erklärt wurde. Er war und ist ausserdem immer wieder auch im Namen des Bündnis gegen Folter tätig.

        Von Seitens des Jugenddorfes war bislang keine weitere Stellungnahme zu erhalten. In einer Stellungname vom 26.06. bestritt die Trägergesellschaft des Jugendheimes alle Vorwürfe gegen die Mitarbeiter.

        Nach der Anzeige bleibt den Behörden nun keine andere Wahl, als die Ermittlungen in diesem Fall aufzunehmen, zumal der Druck der Öffentlichkeit auf de Behörden immer größer wird, den Tatbeständen nachzugehen und entsprechende Aufklärung zu betreiben.

        Im Rahmen unserer Berichterstattung über diesen Fall, sind auch unserer Redaktion schon vielzählige Zuschriften und Fallgeschichten zum Thema Heimunterbringung aus diversen Orten Deutschlands zugesandt worden, in denen ähnliche Vorgänge und Vorfälle geschildert werden. Diese werden wir im Rahmen unserer zukünftigen Recherche natürlich weiter auswerten.

        Sollten sich dabei Anzeichen für die geschilderten Straftaten gegenüber Schutzbefohlenen erhärten, so müssen die Täter und Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen sowie die derzeitige Vorgehensweise bei der Heimunterbringung dringend überdacht werden.

        Wann Maximilian sich wieder mit einem sicheren Gefühl aus seinem Versteck trauen kann, ist derzeit weiter unklar.

        (Text: Raphael B. Ebler)

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