Ludwigshafen – IG BAU fordert mehr bezahlbaren Wohnraum in Großstädten

        Pendler im StauLudwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar. Zahl der Berufspendler nach Ludwigshafen um 12 Prozent gestiegen
        Immer mehr Pendler: Zuletzt pendelten 69 Prozent aller Berufstätigen in Ludwigshafen zum Arbeiten in die Stadt – 12 Prozent mehr als noch im Jahr 2000.
        Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt. Die IG BAU Rheinhessen-Vorderpfalz beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Danach zählt Ludwigshafen rund 68.200 sogenannte
        Einpendler.Die Gewerkschaft nennt den Trend „alarmierend“. Immer mehr Menschen müssten immer weitere Strecken zur Arbeit zurücklegen – und verbrächten immer mehr Lebenszeit im Stau, kritisiert Bezirkschef Rüdiger Wunderlich. Dafür sei maßgeblich
        auch eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in den Ballungsgebieten verantwortlich.„Seit Jahren hält das Angebot bezahlbarer Wohnungen nicht mit dem Bedarf Schritt. Wir haben in Ludwigshafen eine gute Entwicklung bei den Arbeitsplätzen, aber für die
        Menschen wird es immer schwieriger, sich dort auch eine Wohnung zu leisten“, sagt Wunderlich. Strecken von über 50 Kilometern bis zum Betrieb seien mittlerweile gang und gäbe. Dies belaste nicht nur die Umwelt, sondern auch die Nerven und die Gesundheit der Betroffenen.
        Die IG BAU fordert ein Umdenken in der Wohnungspolitik. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen“, betont Wunderlich. Es würden mehr Sozialwohnungen
        und mehr bezahlbare Mietwohnungen gebraucht. Dafür müsse es eine deutlich bessere Förderung geben – etwa durch höhere steuerliche Abschreibungen und gezielte KfW-Programme. Durch solche Anreize für das Bauen im bezahlbaren Segment ließe sich ein Großteil der fehlenden Wohnungen errichten.
        Um die Berufspendler in Ludwigshafen zu entlasten, müsse mittelfristig jedoch auch die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden, fordert Wunderlich. „Wir brauchen bessere Schienennetze und mehr Radwege. Aber auch bei Straßen und Brücken ist
        der Nachholbedarf groß.“
        Die Entwicklung in der Stadt ist nach Angaben des BBSR Teil eines bundesweiten Trends: Im Jahr 2015 pendelten 60 Prozent aller Beschäftigten zum Arbeitsplatz. Durchschnittlich legten sie dabei 16,8 Kilometer zurück. 15 Jahre zuvor lag die
        Pendlerquote in Deutschland noch bei 53 Prozent.

          Quelle:Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt

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