Ludwigshafen – TSG Ludwigshafen-Friesenheim:Ben Matschke: „Ich war selten so happy“

        tsgLudwigshafen/Metropolregion Rhein-Neckar.
        (gek) Tolle Moral, famose Einstellung und pure Leidenschaft waren die Zutaten im Match der TSG Ludwigshafen-Friesenheim gegen den Tabellendritten DJK Rimpar Wölfe. In einem 60-minütigen Kampfspiel bezwang das Team von Ben Matschke vor fast 1500 Zuschauern den Aufstiegskandidaten nach einer 11:9-Halbzeitführung mit 26:25, wobei eine „Fackel“ von Patrick Weber eine halbe Minute vor dem Ende der siegbringende Treffer war. Die Rothemden behielten bis zur Schlusssirene kühlen Kopf, hatten den Ausfall von Kevin Klier nach 38 Minuten zu verkraften und blieben auch in der Crunchtime cool, als ein Wechselfehler unterlaufen war. David Schmidt und seine Mitstreiter warfen alles in Waagschale, gerieten auch in dieser Phase nicht in Rückstand und blockten letztlich auch den letzten Wurfversuch von Patrick Schmidt. Danach konnte der siebte Heimsieg der Eulen gefeiert werden, ließ die Dippe-Humba alle Anspannung vergessen machen und schließlich begleitete freundlicher Applaus die Akteure in die Kabine. „Es war spannend ohne Ende“, kommentierte Jan Remmlinger das Geschehen. „Beide Teams haben eine gute Abwehrarbeit gezeigt und so den gegnerischen Angriff vor viele Aufgaben gestellt. Auch wenn es am Schluss knapp war, haben wir das Spiel verdient gewonnen.“
        Nach einer halben Minute zappelte die Kugel zum ersten Mal im Netz, Jan Remmlinger hatte Max Brustmann keine Abwehrchance gelassen. Schon die Anfangsminuten zeigten, wie gut die beiden Abwehrreihen eingestellt waren. Immer wieder hoben die Schiedsrichter die Hand, um ein Zeitspiel anzuzeigen. Sonderapplaus erhielt Philipp Grimm, als er antizipativ ein Zuspiel abfing und zum 4:1 ins leere Tor traf. Die DJK versuchte es immer wieder mit einem siebten Feldspieler, aber darauf war die Auswahl von Ben Matschke gut vorbereitet. So musste dann schon mal ein Fehler passieren, der umgehend bestraft wurde, Steffen Kaufmann erzielte per Konter das 4:3, nachdem ein Kempa-Anspiel misslungen war. Tore aus der ersten und zweiten Welle hatten Seltenheitswert, so dass die Treffer oft mühevoll erarbeitet werden mussten. Und manchen Wurf pflückten sich auch die Torhüter, die ihren Beitrag zu einer relativ geringen Trefferausbeute leisteten. In der 23. Minute führten die Hausherren erstmals mit drei Toren, gar mit vier in der 28. Minute, doch bis zur Pause verkürzte Rimpar seinen Rückstand auf nur noch zwei Treffer.
        Verbissen wurde auch im zweiten Durchgang um jeden Zentimeter gekämpft, wobei die Matschke-Combo ihren Vorsprung bis zur 42. Minute stets bei zwei oder drei Toren halten konnte. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits Malte Roepcke im Kasten der TSG, nachdem Kevin Klier bei einer Abwehraktion gegen den Pfosten geprallt war und sich am Sprunggelenk verletzt hatte. Rimpar hielt dagegen und glich durch Steffen Kaufmann in der 47. Minute aus. Danach erzielte Gunnar Dietrich das 20:19, das vier Minuten Bestand hatte, ehe Pascal Durak auch seinen dritten Siebenmeter verwandelte. Patrick Weber hämmerte die Kugel zum 22:19 ins Netz, doch Benjamin Herth und Jan Schäffer schafften den Anschluss. Die Spannung stieg nochmals an, als die TSG nach einem Wechselfehler ein Mann weniger auf der Platte hatte und Sebastian Kraus gegen Debütant Mathias Lenz Sieger blieb – 23:23, und noch waren knapp vier Minuten zu spielen. Willensstark und entschlossen traf erst Gunnar Dietrich in Unterzahl, dann auch Jan Remmlinger, als das TSG-Ensemble gerade wieder vollzählig war. Pech hatte dann Benjamin Herth, dessen Wurf gegen den Pfosten knallte. Sein Kollege Sebastian Kraus hatte in der Folge mehr Glück im Abschluss und machte das 25:25. Dann brach die Schlussminute an, in der es megaspannend wurde. Ben Matschke nahm nochmals eine Auszeit, und die TSG-Fans konnten dank des Treffers von Patrick Weber nochmals jubeln. Sollte das zum Sieg reichen? Es reichte, weil die TSG-Abwehr auch beim letzten DJK-Angriff hoch konzentriert war und der Wurf von Patrick Schmidt am Eulen-Block verpuffte.
        „Wir haben über die 60 Minuten eine aggressive und gute Abwehr gehabt, und Kevin hat bis zu seinem Ausfall viele Bälle geholt“, lobte Patrick Weber die Defensive. Trainer Ben Matschke zeigte sich bei der Pressekonferenz erleichtert: „Ich war selten so happy und auch stolz wie heute auf die Jungs, so viele Nackenschläge haben uns in dieser Saison ereilt. Und wir trotzdem uns immer wieder, im Verbund mit euch, dagegengestemmt haben.“ Und hob im Weiteren einen Akteur heraus: „Spieler des Tages ist für mich Malte Roepcke. Der hat noch nie ein Heimspiel gemacht und kommt jetzt vor 1500 in so eine Situation rein, hält diesen einen wichtigen Ball und deshalb gewinnen wir mit einem. Alles top.“
        Bereits am Sonntag, 19. Februar 2017, geht die Zweitligatour auf ihre nächste Etappe, die TSG reist dabei zum TV 1893 Neuhausen und kann auf eine lautstarke Unterstützung zählen, denn ein Fan-Bus wird das Team begleiten. Der Spielbeginn ist 17 Uhr.
        Die Statistik:
        TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Roepcke, Lenz; Grimm (3/1), Dietrich (4), Haider (1), Heß, Remmlinger (2), Durak (3/3), Djozic, Weber (4), Dippe (2), Slaninka (2), Schmidt (5); Trainer: Ben Matschke
        DJK Rimpar Wölfe: Wieser, Brustmann; Kraus (5/3), Schmitt, Schömig, Böhm, Bötsch, Schäffer (5), Schmidt (5/1), Kaufmann (4), Bauer (1), Brielmeier (1), Herth (2), Sauer (2); Trainer: Dr. Matthias Obinger
        SR: Jan Lier & Manuel Lier (beide aus Stuttgart) ◊ Zuschauer: 1468 ◊ Zeitstrafen (in Min.): 4:8, Dippe (38.), Weber (56.) – Bauer (19., 28., 49.), Bötsch (34.) ◊ Rote Karte: Bauer (49., dritte Zeitstrafe) ◊ Siebenmeter: 5/4 – 6/4, Grimm wirft vorbei (8.) – Schmidt verfehlt das Gehäuse (15., 20.) ◊ Team-Time-out: 23:25, 51:57, 59:13 – 20:42, 50:14, 59:40
        Spielfilm: 3:1 (7.), 5:3 (11.), 6:5 (17.), 8:6 (23.), 10:7 (27.), 11:9 (HZ) – 14:11 (36.), 17:15 (42.), 19:19 (47.), 22:19 (53.), 23:23 (57.), 26:25 (Ende)
        Foto: Harry Reis
        Viele Zweikämpfe prägten das Spitzenspiel zwischen den Eulen und der DJK Rimpar Wölfe. Hier versucht sich Benjamin Herth gegen Jan Remmlinger durchzusetzen

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