IHK-Konjunkturbericht sieht trübere Aussichten

        Pfalz / Ludwigshafen / Rhein-Neckar – Die aktuelle Wirtschaftslage der Unternehmen in der Pfalz zeigt sich im Herbst 2008 in einer soliden Verfassung, wenn auch etwas schlechter als noch im Sommer. Auch die Gewinnlage ist etwas schwächer als in 2007. Die geschäftlichen Aussichten beurteilen alle Branchen ungünstiger als im Sommer, wobei immer noch 57% mit einer konstanten Entwicklung rechnen. Die Unternehmen erwarten, dass der sehr starke Export an Dynamik einbüßt, und voraussichtlich wird etwas weniger investiert. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt bleibt im Großen und Ganzen stabil; allerdings erwägen jetzt mehr Unternehmen einen Stellenabbau.

        Dies sind die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichts, der auf der Befragung von rund 1.500 Untenehmen aus allen Wirtschaftszweigen beruht. Anlässlich der Finanzmarktkrise hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz zusätzlich Anfang Oktober unter 650 Unternehmen eine Blitzumfrage zu Geschäftserwartungen, Investitionen und Kreditkonditionen durchgeführt. Diese Umfrage ergab, dass die meisten Unternehmen trotz der Turbulenzen keine Veränderungen hinsichtlich ihrer Geschäftsaussichten erwarten und auch ihre Investitionspläne nicht revidieren. 

        Industrie
        Zahlreiche Industrieunternehmen profitieren aktuell noch von hohen Auftragsbeständen. Gleichzeitig fürchten sie den Konkurrenzdruck aus Fernost und die stark steigenden Energie- und Rohstoffpreise. Die Finanzkrise und mögliche hohe Tarifabschlüsse beunruhigen die Industrie zusätzlich. Beim Baugewerbe wirken sich fehlende Investitionen durch die Öffentliche Hand verschärfend aus. Dennoch bewertet jedes zweite Unternehmen das momentane Geschäftsklima als befriedigend. Knapp ein Drittel (im Sommer: 43%) ist zufrieden, die Negativstimmen haben sich von 14% auf 19% erhöht. Dabei ist die Geschäftsentwicklung in den einzelnen Industriehauptgruppen sehr unterschiedlich.
         
        Nach wie vor erwartet die Mehrheit (58% gegenüber 54% im Sommer) der Industriebetriebe eine Fortsetzung des derzeitigen Trends, aber mehr Unternehmen (von 20% auf 28%) rechnen inzwischen mit dämpfenden Einflüssen und weniger (von 26% auf 14%) mit einer weiteren Erholung in den kommenden zwölf Monaten. Knapp die Hälfte gab bei der Blitzumfrage an, dass sich ihre Geschäftsaussichten nicht verändert hätten, wohingegen ein Viertel mit einer Verschlechterung rechnet, 5% sogar mit einer deutlichen Verschlechterung. Die Gewinne haben sich seit 2007 bei je rund einem Drittel der befragten Industriebetriebe konstant gezeigt, verbessert oder verschlechtert.
         
        Nur noch die Hälfte der Unternehmen, die im Sommer mit stärkeren Exporten gerechnet haben, hält diese Prognose aufrecht (18% gegenüber 36%); die große Mehrheit (68% gegenüber 52%) geht von einer konstant hohen Auslandsnachfrage aus. Doppelt so viele Unternehmen wie im Sommer denken über eine Reduzierung ihrer Investitionen nach (29% gegenüber 14%), aber 50% halten an ihren Planungen fest. Dies bestätigten auch in der Blitzumfrage 82%. Hauptmotiv für Investitionen ist die Ersatzbeschaffung, gefolgt von Rationalisierungsmaßnahmen und Investitionen in Produktinnovationen. Die Mehrheit der Unternehmen (57%) will ihren Personalstand konstant halten, allerdings denken nur noch halb so viele Betriebe wie im Sommer (9% gegenüber 17%) über Neueinstellungen nach.
         
        Handel

        Trotz einer leichten Besserung des aktuellen Geschäftsklimas gegen den allgemeinen Trend sieht der Einzelhandel nach wie vor keine Anzeichen einer echten Trendwende im Konsum. Hierfür sorgen nach Einschätzung der Händler die hohe Teuerungsrate bei Lebensmitteln und Energie ebenso wie die Steuer- und Abgabenlast. Diese Faktoren führten vermehrt zum Kauf von Billig- und Discounterprodukten. Im Großhandel wird die niedrige Konsumbereitschaft der privaten Haushalte noch durch die stabile Nachfrage gewerblicher Kunden ausgeglichen.
         
        Fast unverändert mehrheitlich befriedigend sehen die Händler ihre Geschäftslage (54% gegenüber 55% im Sommer). Der Anteil der Händler mit einer positiven Lage hat sich gegenüber dem Sommer von 19% auf 23% leicht erhöht. Dabei hat sich die Lage im Kfz-Handel leicht und im Einzelhandel deutlich entspannt. Ihre geschäftliche Perspektive schätzen die Händler allerdings negativer ein als im Sommer. Heute geht noch ein Fünftel der Unternehmen (im Sommer ein Viertel) davon aus, dass die Konjunktur auf Wachstumskurs bleibt, 55% (59% im Sommer) rechnen mit einer Fortführung des derzeitigen Trends. In der Blitzumfrage bezeichneten zwar vier von zehn Handelsunternehmen ihre Geschäftserwartungen als unverändert, gleichzeitig sprechen im Handel aber überdurchschnittlich viele Betriebe von einer Verschlechterung (36%) oder sogar deutlichen Verschlechterung (5%) ihrer Aussichten.
         
        Die Gewinne haben sich bei 41% der befragten Händler negativ entwickelt, bei 26% positiv. Die meisten Händler (47%) rütteln nicht an ihren Investitionsplänen, 37% wollen jedoch die Ausgaben senken (21% im Sommer). Aufgrund der Finanzmarktkrise haben die Händler ihre Pläne jedoch nicht revidiert, wie sieben von zehn Betrieben bei der Blitzumfrage angaben. Die Mehrheit will den Personalstand konstant halten (59% gegenüber 73%), allerdings werden 28% der Betriebe (17% im Sommer) einen Stellenabbau wohl nicht umgehen können.
         
        Dienstleistungen

        Das Transportgewerbe ist mit hohen Kraftstoffpreisen und der Lkw-Maut erheblich belastet. Die Kreditinstitute blicken mit großer Sorge auf die turbulenten Finanzmärkte, hoffen jedoch auf leichte Impulse durch die Abgeltungssteuer, die Anfang 2009 in Kraft tritt. Die überdurchschnittliche Geschäftstätigkeit der unternehmensorientierten Dienstleister wird sich voraussichtlich abkühlen.
         
        Die Unternehmen des Dienstleistungssektors bewerten ihre gegenwärtige geschäftliche Situation etwas ungünstiger als im Sommer, aber weiterhin optimistischer als die übrigen Wirtschaftszweige. Sechs von zehn Unternehmen bezeichnen ihre Lage als befriedigend, unverändert drei von zehn als gut und nur jedes zehnte ist unzufrieden. Die Mehrheit der Dienstleister erwartet gleich bleibende Geschäftsaussichten (55% gegenüber 48% im Sommer). Dies bestätigten in der Blitzumfrage 45% der Unternehmen. 20% gegenüber 31% im Sommer gehen von einem weiteren Aufwärtstrend aus. Die Gewinne liegen bisher in 2008 bei den meisten Betrieben (44%) auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig melden 38% einen niedrigeren und 18% einen höheren Gewinn als in 2007.
         
        42% wollen ihre Investitionen konstant halten, ein Drittel plant geringere Ausgaben. Dabei haben die Transportunternehmen ihre Investitionsetats ausgeweitet und die Kreditinstitute ihre Ausgaben eingeschränkt. Die Finanzmarktkrise beeinflusst die Investitionen kaum; 80% meldeten bei der Blitzumfrage ein konstantes Investitionsniveau. Die Zahl der Arbeitsplätze bleibt bei der Mehrzahl der Unternehmen konstant, wie 51% der Dienstleister mitteilen. Zugleich denken 20% über die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter nach und knapp 30% planen eine Reduzierung. Vor allem die Kreditinstitute werden wahrscheinlich in den kommenden Monaten einen Abbau von Personal nicht vermeiden können.

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