Frankenthal / Metropolregion Rhein-Neckar – Wie geht es langfristig mit der Stadtklinik Frankenthal weiter? Stadt und Klinikleitung wollen die zukünftige medizinische und wirtschaftliche Ausrichtung des Krankenhauses mit einem eigenen Konzept aktiv mitgestalten. Nach einem Gespräch mit dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister Clemens Hoch sollen die bisherigen Überlegungen nun zu einem konkreten Gesamtkonzept weiterentwickelt und anschließend in die Beratungen mit dem Land eingebracht werden.
Im Mittelpunkt steht eine leistungsfähige wohnortnahe Grundversorgung für Frankenthal und die Region. Stationäre und ambulante medizinische Angebote sollen dabei stärker miteinander verbunden und Kooperationen mit anderen Leistungserbringern weiterentwickelt werden. Gleichzeitig spielt die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit der Stadtklinik eine zentrale Rolle.
Oberbürgermeister und Krankenhausdezernent Dr. Nicolas Meyer und der Kaufmännische Direktor der Stadtklinik, Dr. Andor Toth, hatten hierzu Gespräche mit Gesundheitsminister Clemens Hoch und den zuständigen Fachstellen des Landes geführt. Dabei wurde vereinbart, dass Frankenthal seine Vorstellungen konkretisiert und einen eigenen Vorschlag für die weitere Entwicklung des Krankenhausstandortes vorlegt.
Stadtklinik Frankenthal: Eigenes Gesamtkonzept soll zügig entstehen
Die Überlegungen zur Zukunft der Stadtklinik haben nach Angaben der Stadt bereits lange vor den aktuellen Entwicklungen der Krankenhausreform begonnen. Themen wie wirtschaftliche Stabilisierung, Ambulantisierung, medizinische Kooperationen und die zukünftige Ausrichtung des Hauses seien bereits Bestandteil des eingeschlagenen Weges.
Die inzwischen konkreteren Vorstellungen des Landes zur Krankenhausplanung sollen nun in das Frankenthaler Konzept einfließen. Ziel ist eine langfristige Perspektive, die auf die Bedürfnisse der Stadt und der umliegenden Region zugeschnitten ist.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Notfallversorgung. Nach den Vorstellungen von Stadt und Klinikleitung sollen verlässliche Strukturen für Notfallpatientinnen und -patienten erhalten und gleichzeitig ambulante und stationäre Angebote sinnvoll miteinander verzahnt werden.
Krankenhausausschuss berät erste Eckpunkte
Am 30. September wurden die Eckpunkte des Ansatzes in einem Workshop mit den Mitgliedern des Krankenhausausschusses diskutiert.
Entscheidungen wurden dabei ausdrücklich noch nicht getroffen. Vielmehr ging es zunächst darum, Chancen und Möglichkeiten für die künftige Ausrichtung der Stadtklinik zu identifizieren und verschiedene Wege zu erörtern.
Die Ergebnisse sollen nun geprüft, konkretisiert und anschließend in die weitere Konzeptarbeit aufgenommen werden. Das daraus entstehende Konzept soll dem Gesundheitsministerium vorgelegt werden.
Für 2027 bleibt die Stadtklinik Krankenhaus der Regelversorgung
Von diesen langfristigen Überlegungen zu unterscheiden ist die Krankenhausplanung für 2027. Nach dem bislang vorliegenden Anhörungsentwurf des Landes soll die Stadtklinik Frankenthal ab dem 1. Januar 2027 weiterhin als Krankenhaus der Regelversorgung geführt werden.
Vorgesehen sind elf Leistungsgruppen. Auch die Zentrale Notaufnahme, Intensivmedizin und Geburtshilfe sollen nach dem derzeitigen Planungsstand bestehen bleiben. Nach einer Auswertung der Klinikleitung können damit rund 95 Prozent des bisherigen Fallgeschehens weiterhin in der Stadtklinik abgebildet werden.
Bei weiteren beantragten Leistungsgruppen läuft das Anhörungsverfahren noch. Hier müssen zunächst die endgültigen Feststellungsbescheide des Landes abgewartet werden.
Defizit der Stadtklinik auf unter vier Millionen Euro reduziert
Parallel zur medizinischen Neuausrichtung arbeitet die Stadtklinik an ihrer wirtschaftlichen Stabilisierung. Nach der aktuellen Prognose konnte das Defizit auf unter vier Millionen Euro reduziert werden. Der eingeschlagene Konsolidierungskurs soll fortgeführt werden.
Gleichzeitig wurde erheblich in den Standort investiert. Erst im März 2026 wurde der Erweiterungsbau eröffnet. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 51 Millionen Euro, davon wurden mehr als 36 Millionen Euro vom Land Rheinland-Pfalz gefördert.
Der Neubau umfasst 111 stationäre Betten und 20 tagesklinische Plätze. Darüber hinaus wurden unter anderem die Zentrale Notaufnahme, die Intensivstation, der OP-Bereich und weitere medizinische Bereiche modernisiert.
Ambulante und stationäre Versorgung sollen enger zusammenrücken
Auch die Ambulantisierung ist bereits Teil der Entwicklung. Über das Medizinische Versorgungszentrum werden ambulante Angebote ausgebaut und mit den stationären Strukturen verbunden. Dazu zählt auch die Erweiterung der hausärztlichen Versorgung mit zwei Fachärztinnen für Innere Medizin.
Die Stadtklinik erfüllt zudem eine Versorgungsfunktion über Frankenthal hinaus. Nach Angaben von Stadt und Klinikleitung kommen zahlreiche Patientinnen und Patienten aus dem Umland und insbesondere aus dem nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis nach Frankenthal.
Meyer: Planungssicherheit für Beschäftigte und Patienten
Ein wesentliches Ziel der weiteren Gespräche ist eine belastbare langfristige Perspektive für den Krankenhausstandort. Dabei geht es nach Angaben von Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer insbesondere um Planungssicherheit für die Beschäftigten sowie um verlässliche medizinische Strukturen für die Menschen in Frankenthal und der gesamten Region.
Über die nächsten Schritte wollen Stadt und Klinikleitung sowohl die politischen Gremien als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtklinik fortlaufend informieren.
Quelle: Stadt Frankenthal / Stadtklinik Frankenthal
Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026, 13:36

































