
Landau/Metropolregion Rhein-Neckar – Tierpflegende, Tierarzt, Zoologin, Gärtnerin, Handwerker und Pädagogen:
Im Zoo Landau sorgen Menschen aus zahlreichen Berufen gemeinsam für das Wohl der
Tiere, Artenschutz, Forschung und Bildung – und das an jedem Tag im Jahr.
Früh morgens ist es erst noch still im Zoo Landau in der Pfalz.
Dann öffnen sich die ersten Türen zu Stallungen und Gehegen. Die Tiere werden begrüßt und
genau beobachtet: Hat das Tier gefressen? Bewegt es sich wie gewohnt? Ist es
aufmerksam? „Unsere Tierpflegenden sehen schon am Gang, ob etwas nicht
stimmt“, sagt Zoodirektor und Tierarzt Dr. Jens-Ove Heckel.
Solche Beobachtungen stehen am Anfang jedes Arbeitstages in einem modernen
Zoo. Was für Besucherinnen und Besucher kaum sichtbar ist, ist für das Team
tägliche Routine. Ähnlich beginnt der Morgen auch in den anderen 70
wissenschaftlich geführten Mitgliedszoos im Verband der Zoologischen Gärten
(VdZ) in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien. Rund 41 Millionen
Menschen besuchen diese Zoos jährlich.
Für jedes Tier braucht es ein ganzes Team: Tierpflegende begleiten ihre
Schützlinge oft über viele Jahre oder gar Jahrzehnte. Tierärztinnen und Tierärzte
kümmern sich um Behandlung, Impfungen und Gesundheitskontrollen.
Biologinnen und Biologen planen Tierzusammenstellungen und Zoolebensräume,
Gärtner sorgen für Grünfutter und die Pflege der Anlagen, Handwerker halten
Gehege instand. Zoopädagoginnen und -pädagogen vermitteln Wissen über Tiere
und ihre Bedrohung in der Natur. Hinzu kommen viele weitere Beschäftigte von
Verwaltung, Technik, Kasse, Zooshop und Reinigung. Allein die VdZ-Zoos im
deutschsprachigen Raum sichern mehr als 7.000 Arbeitsplätze.

„Tierwohl entsteht nicht auf dem Papier, sondern wird jeden Tag gelebt. Es
braucht gut ausgebildete Menschen“, sagt VdZ-Geschäftsführer Volker Homes.
„Gemeinsam lernen wir jeden Tag mehr über die Tiere und geben dieses Wissen
weiter. Nur gemeinsam können wir bedrohte Arten schützen und bewahren.“
Auch Bildung und Forschung gehören zu den Aufgaben moderner Zoos. Für viele
Menschen ist der Zoo der erste Ort, an dem sie einem Nashorn, einem Tiger, einem
Flamingo oder einem Reptil begegnen. Zoopädagoginnen und -pädagogen
machen daraus „Unterricht zum Anfassen“: Rund 1,2 Millionen Menschen
nehmen jährlich an den mehr als 170.000 speziellen Bildungsangeboten der VdZ-
Zoos teil.
Auch im Zoo Landau steht die Vermittlung von Wissen im Mittelpunkt. „Viele
Kinder sehen bei uns zum ersten Mal eine Schlange aus der Nähe“, sagt Zoologin
Dr. Christina Schubert. „Wenn sie danach wissen, wo sie in der Natur lebt, warum
sie vielleicht bedroht ist und wie man sie schützen kann, haben wir einen
wichtigen Beitrag geleistet.“
Gemeinsam mit Hochschulen und anderen Einrichtungen beteiligen sich die VdZ-
Zoos zudem an rund 200 wissenschaftlichen Studien pro Jahr. Etwa zu Verhalten,
zur Ernährung oder zur tiermedizinischen Versorgung. Die Erkenntnisse kommen
nicht nur den Tieren im Zoo, sondern häufig auch ihren Artgenossen in der Natur
zugute.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der internationale Artenschutz. Wissenschaftlich
geführte Zoos stimmen sich europaweit darüber ab, welche Tiere in welchen
Einrichtungen gehalten und gezüchtet werden, um gesunde und genetisch
vielfältige Bestände bedrohter Arten zu erhalten. Auch der Zoo Landau arbeitet
eng mit Universitäten, Naturschutzorganisationen und Behörden zusammen und
unterstützt Schutzprojekte vor Ort.
Allein in den vergangenen fünf Jahren haben VdZ-Zoos 59 Millionen Euro in
Natur- und Artenschutzprojekte weltweit investiert. Jährlich werden in
gemeinsamen Projekten rund 500 Tiere aus etwa 20 gefährdeten Tierarten in
Europa ausgewildert, hinzu kommen mehr als 230.000 Insekten, Amphibien und
Fische. Darüber hinaus engagieren sich die Zoos mit Personal, Fachwissen und
Sachspenden in mindestens 155 Projekten in 55 Ländern.
„Heute sind viele Mitglieder des VdZ Teil des Netzwerks der
Weltnaturschutzunion IUCN. Experten aus Zoos leisten einen direkten Beitrag
zum Schutz gefährdeter Arten und das sowohl in der Wildnis als auch durch die
Haltung in der Natur bedrohter Tierarten“, betont IUCN-Präsidentin Razan
Khalifa Al Mubarak.
Der Welttierschutztag am 4. Oktober macht auf die besondere Verantwortung
des Menschen für Tiere aufmerksam. Auch im Zoo Landau ist diese
Verantwortung nicht nur an diesem Tag präsent, sondern jeden Tag.
Quelle: Die genannten Zahlen stammen aus regelmäßigen Abfragen unter den 71
VdZ-Zoos (https://vdz-zoos.org/ueber-uns/faktenblatt).
Bildunterschriften:
1: Tagtäglich werden die tierischen Bewohner auch im Zoo Landau umsorgt – hier
eines der Dromedare gemeinsam mit Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel.
2: Eine Pflegerin kümmert sich um eines der Mähnenschweine im Zoo Landau.
Quelle: Zoo Landau
Zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2026, 21:59

































