Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar, 30. September 2026 – Anhaltende Hitzeperioden werden für Alten- und Pflegeeinrichtungen zu einer zunehmenden Herausforderung. Das Haus Friesenheim und das Dr. Hans Bardens-Haus werden ab 2027 umfassend gegen sommerliche Hitze ertüchtigt. Möglich wurde dies durch die entsprechenden Beschlüsse im Stadtrat am 21. September, wonach eine finanzielle Förderung in Höhe von einer Mio. Euro aus dem Sondervermögen des Landes Rheinland-Pfalz für Bildung, Klima und Infrastruktur erfolgt.
„Wir sind sehr dankbar, dass wir mit der Förderung gezielt in den Hitzeschutz unserer Alten- und Pflegeeinrichtungen investieren können. Auf die Folgen des Klimawandels wollen wir uns nachhaltig vorbereiten“, sagt Jan Stanslowski, Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen, zu dem die beiden Alten- und Pflegeheime gehören.
Diese sind insbesondere während länger anhaltender sommerlicher Hitzeperioden thermischen Belastungen ausgesetzt – und die Bewohnerinnen und Bewohner aufgrund ihres Alters, ihrer Pflegebedürftigkeit und häufig bestehender Erkrankungen in besonderem Maße betroffen.

Klimaanpassung und Nachhaltigkeit miteinander verbinden
Die Förderung erfolgt über das Sondervermögen des Landes Rheinland-Pfalz „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“, das unter anderem Investitionen in die Krankenhaus-, Rehabilitations- und Pflegeinfrastruktur sowie Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt.
Für die Maßnahmen in den beiden Alten- und Pflegeheimen stehen insgesamt eine Million Euro Fördermittel zur Verfügung. Das eingereichte Gesamtkonzept umfasst Investitionen von rund 1,15 Millionen Euro.
Mehr als Klimaanlagen: Ein Gesamtkonzept für den Hitzeschutz
Jan Stanslowski dazu: „Unser Maßnahmenplan sieht ein aufeinander abgestimmtes Gesamtkonzept aus aktiver Kühlung, passivem Hitzeschutz und regenerativer Energieversorgung vor. Unser Ziel ist ganz klar: unsere Einrichtungen dauerhaft besser auf zunehmende sommerliche Hitzeperioden vorzubereiten.“
Ein wichtiger Baustein hierfür ist die aktive Kühlung. Vorgesehen ist insbesondere die Klimatisierung von Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereichen sowie die Einrichtung von Kühlbereichen und sogenannten Kühlinseln. Auch für die Wohnbereiche sind technische Lösungen vorgesehen. Die Maßnahmen konzentrieren sich dabei bewusst auf Räume, in denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner und die Mitarbeitenden regelmäßig und über längere Zeit aufhalten.
Gleichzeitig soll bereits an der Gebäudehülle angesetzt und verhindert werden, dass sich die Räume überhaupt unnötig stark aufheizen. Außenjalousien und Hitzeschutzfolien sollen den Wärmeeintrag reduzieren. Automatisierte Türanlagen können darüber hinaus verhindern, dass zusätzliche Wärme in die Gebäude gelangt.
Kühlung mit erneuerbarer Energie
Auch die Energieversorgung der geplanten Hitzeschutzmaßnahmen ist Bestandteil des Konzeptes. Auf geeigneten Dach- und gegebenenfalls Fassadenflächen sollen Photovoltaikanlagen entstehen. Der zusätzliche Strombedarf der Kühltechnik soll damit möglichst regenerativ gedeckt werden.
Die Umsetzung der baulichen Maßnahmen ist derzeit schwerpunktmäßig für 2027 und 2028 vorgesehen.
Investition in die Pflege der Zukunft
Die geplanten Maßnahmen sind auch mit Blick auf die demografische Entwicklung von großer Bedeutung. In Ludwigshafen und der Region ist in den kommenden Jahren mit einer zunehmenden Zahl hochbetagter Menschen zu rechnen. Gleichzeitig steigt damit der Bedarf an stationären Pflegeangeboten. „Unsere Häuser sollen auch in Zukunft gute Orte für Menschen sein, die aufgrund ihres Alters und ihrer Pflegebedürftigkeit besonderen Schutz benötigen“, sagt Jan Stanslowski.
Über die Alten- und Pflegeheime der Stadt Ludwigshafen am Rhein gGmbH
Die Alten- und Pflegeheime der Stadt Ludwigshafen am Rhein gGmbH erbringen stationäre, teilstationäre sowie kurzzeitpflegerische Versorgung von alten und pflegebedürftigen Personen. Zusammen beschäftigen sie rund 200 Mitarbeitende aus Pflege, Wirtschafts- und Versorgungsdienst sowie Verwaltung und technischem Dienst. Das Alten- und Pflegeheim Haus Friesenheim im Stadtteil Friesenheim verfügt über 124, das Alten- und Pflegeheim Dr. Hans Bardens-Haus in der Gartenstadt über 184 vollstationäre Pflegeplätze. Hinzu kommen jeweils vier Kurzzeitpflegeplätze. Beide Einrichtungen wurden 1994 gegründet und halten rund 20 Prozent der angebotenen vollstationären Pflegeplätze im Stadtgebiet Ludwigshafen vor.
klinikum Stadt Lu Titelbild: Hans Bardens Haus Gartenstadt / Haus Friesenheim
Zuletzt aktualisiert am 30. September 2026, 12:43

































