Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar. Simon Strauß liest: In der Nähe
Kommunikation verläuft heute oft über große Entfernungen und deshalb medial. Anders ist es in der Kleinstadt: Da begegnen sich die Menschen als Gegenüber, müssen miteinander Kon¬flikte austragen und Kompromisse finden. Demokratie zeigt sich hautnah als Herausforderung, ein gutes Zusammenleben in direkter Nachbarschaft zu schaffen.
Am Beispiel der ostdeutschen Stadt Prenzlau erkundet der FAZ-Redakteur und Theaterkritiker Simon Strauß in seinem Buch In der Nähe, das er am Donnerstag, 15.10.2026 um 19.30 Uhr im Gläsernen Foyer der Pfalzbau Bühnen vorstellt, wie Gemeinschaft gelingen kann, wann sie scheitert und welche politische Bedeutung es hat, „in der Nähe zu sein“. In Prenzlau könne man spüren, unter welchem Druck Deutschland gerade stehe. Allerdings auch die Sehnsucht der Menschen nach Gemeinsamkeit, Zugehörigkeit und Nähe. Strauß sucht danach, was verbindet und was trennt; wie unter den Bewohnern ein Gefühl von Verantwortung und Miteinander entsteht, ein unsichtbarer Mannschaftsgeist. Und welch wichtige Rolle die räumliche Überschaubarkeit dabei spielt.
Nachdem er zwei Jahre lang Menschen zu verschiedenen Anlässen besucht und mit ihnen gesprochen hat, beschreibt Strauß die Prenzlauer Bürgerschaft als Gemeinschaft von tatkräftigen Könnern, die ihr Leben und die Geschicke ihrer Stadt aktiv mitgestalten. Als Essenz entwirft er einen optimistischen Blick auf ostdeutsche Lebenswelten. Der Germanist Dirk Oschmann urteilt: „Die Wahrheit ist immer konkret, aber nie einfach. Simon Strauß gelingt mit seinem sehr persönlichen Buch eine exemplarische Erzählung über ostdeutsche und gesamtdeutsche Lebensverhältnisse seit 1945.“
Die im Rahmen der Reihe Salon Populaire stattfindende Lesung wird von Shirin Sojtrawalla moderiert.
Einheitspreis 24 € / ermäßigt 15 €, Kartentelefon 0621/504 2558 Theater im Pfalzbau
© Maximilian Goedecke Photography / Theater im Pfalzbau
Zuletzt aktualisiert am 30. September 2026, 11:54

































