
Südpfalz/Metropolregion Rhein-Neckar – Ehrenamtliche des NVS haben eine 1,4 Hektar große Ackerfläche zwischen Hergersweiler und Barbelroth südlich von Landau von Hand eingesät, um dort einen selten gewordenen Lebensraum zu schaffen. Damit sich auf der Fläche künftig eine artenreiche Feuchtwiese entwickeln kann, setzte der NVS auf sogenannten regionalen Wiesendrusch. Dieses Saatgut wurde direkt von naturnahen Wiesen in der Region geerntet und enthält über 50 heimische Pflanzenarten. Mit der Aktion erweitert der NVS seinen Biotopverbund in der Erlenbachniederung, wo bereits Schutzflächen, wie das mehr als 50 Hektar große Billigheimer Bruch, etabliert sind.
Die Ackerfläche, die sich im Eigentum der NVS NaturStiftung befindet, war für die Landwirtschaft kaum nutzbar, da hier durch Staunässe nach Hochwasser oft bis in den Frühsommer Wasser stehen bleibt, was schnell zu Verschilfung führt. Der NVS entwickelt den Standort daher gezielt in eine artenreiche Feuchtwiese. „Solche wechselfeuchten Standorte können zu echten Hotspots der Artenvielfalt werden“, erklärt Bastian Bayer, Geschäftsführer der NVS NaturStiftung Südpfalz. „Voraussetzung ist eine Mahd mit Abtransport des Mähguts. Wegen der standortbedingten Nässe kann die Fläche erst spät im Jahr gemäht werden, wenn sie wieder ausreichend abgetrocknet und befahrbar ist. Das dann anfallende Mähgut ist heutzutage landwirtschaftlich kaum noch verwertbar. Dadurch sind solche Wiesen in unserer Kulturlandschaft selten geworden.“
Über 50 heimische Arten für ein stabiles Ökosystem
Statt Standard-Mischungen bringt der Wiesendrusch die typische regionale Pflanzenvielfalt auf die Fläche: Neben Wiesen-Margerite, Kuckucks-Lichtnelke und Sumpf-Schafgarbe gehören auch botanische Besonderheiten wie Wiesensilge, Teufelsabbiss und Pfeifengras dazu. Sie bieten künftig zahlreichen Insekten und Vögeln Nahrung und Unterschlupf. Gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Erwachsenen und Kindern des NVS NaturschutzVerbands Südpfalz war die Handaussaat rasch erledigt. „Jetzt darf die Natur übernehmen“, so Kurt Garrecht, Vorsitzender des Vereins. „Die Herbstfeuchte lässt die Samen keimen und tief wurzeln. Bis sich die Wiesenvegetation voll etabliert hat, dauert es allerdings etwa ein bis zwei Jahre.“
Damit die Pflanzenvielfalt dauerhaft erhalten bleibt, wird die Wiese künftig einmal im Jahr im Spätsommer gemäht und das Mähgut abgetragen. Im Spätjahr wird die Wiese zudem für kurze Zeit schonend beweidet. Die Pflege übernimmt der NVS gemeinsam mit regionalen Landwirten.
Unter dem Dach des NVS engagieren sich der NVS NaturschutzVerband Südpfalz, die NVS NaturStiftung Südpfalz und die NVS Aktion SüdpfalzBiotope gemeinsam für den Naturschutz in der Südpfalz.
Bildunterschrift: Von Hand für die Artenvielfalt: Ehrenamtliche säen auf einer NVS-Fläche bei Barbelroth regionalen Wiesendrusch für die Entwicklung einer artenreichen Feuchtwiese aus. Foto: NVS.
Quelle: NVS NaturStiftung Südpfalz
Zuletzt aktualisiert am 29. September 2026, 20:46

































