Heßheim/Maudach. Fünf Tore, zwei gut aufgelegte Mannschaften und ein friedliches Freundschaftsspiel – eigentlich hätte nach dem 3:2 zwischen dem ASV Heßheim und dem SC Alemannia Maudach über Fußball gesprochen werden müssen. Stattdessen stand am Ende vor allem einer im Mittelpunkt: Schiedsrichter M.Haußmann aus Freinsheim. Seine Spielleitung sorgte für erhebliches Unverständnis und wirft Fragen auf.
Dabei waren die Voraussetzungen für einen gelungenen Test bestens. Heßheim steht mit 15 Punkten und 16:7 Toren auf Platz zwei der A-Klasse Rhein-Pfalz, die eine Klasse tiefer spielende Alemannia Maudach ist in der B-Klasse Südwest bislang ungeschlagen. Beide Teams wollten im Rhythmus bleiben und sich auf die weiteren Spiele der laufenden Runde vorbereiten.
Sportlich entwickelte sich eine sehenswerte Partie. Gansert brachte Heßheim in der 12. Minute per Elfmeter mit 1:0 in Führung, El-Dor glich in der 18. Minute aus. Arslan drehte das Spiel in der 34. Minute zum 1:2 für Maudach, Montag erzielte kurz vor der Pause das 2:2. Piritore traf in der 49. Minute schließlich zum 3:2-Endstand für Heßheim.
Zwischen den Mannschaften herrschte keine aggressive Atmosphäre. Normale Zweikämpfe, sportlicher Einsatz und eine gute Stimmung bestimmten die Begegnung. Umso unverständlicher war die Kartenflut des Schiedsrichters. Auf Nachfragen zu Entscheidungen folgten unmittelbar persönliche Strafen. In einer Situation sah ein Spieler sogar direkt Rot, nachdem er den Schiedsrichter nach übereinstimmender Wahrnehmung mehrerer anwesender Zeugen lediglich in normalem Ton gefragt hatte, was diese Entscheidung solle. Eine Beleidigung fiel dabei nicht.
Für weiteres Unverständnis sorgte eine Szene nach einem Foul: Ein Spieler der Alemannia wurde verletzt und erhielt anschließend Gelb, weil er das Spielfeld nicht schnell genug verließ – obwohl er den Schiedsrichter ausdrücklich darauf hinwies, dass ihm dies aufgrund seiner starken Schmerzen nicht möglich sei. Mittlerweile wurde ärztlich bestätigt: Der Spieler hat einen Bruch erlitten.
Spätestens bei solchen Szenen stellt sich die Frage nach Verhältnismäßigkeit, Kommunikation und Fingerspitzengefühl. Natürlich gelten die Regeln auch in einem Freundschaftsspiel. Doch ein Schiedsrichter sollte durch eine souveräne Spielleitung dazu beitragen, Situationen zu beruhigen. An diesem Abend sorgten Entscheidungen und der Umgang mit den Spielern stattdessen immer wieder für zusätzliche Unruhe in einer ansonsten fairen Begegnung.
Besonders bitter: Platzverweise aus einem Freundschaftsspiel können je nach sportrechtlicher Bewertung Auswirkungen auf kommende Pflichtspiele haben. Damit kann ein Testspiel plötzlich Konsequenzen für die laufende Runde bekommen.
Dabei hätte es genügend Gründe gegeben, über Fußball zu sprechen: fünf Tore, ein 2:2 zur Pause, ein knapper Sieg des klassenhöheren ASV Heßheim und eine starke Maudacher Mannschaft, die dem A-Klassen-Zweiten Paroli bot.
Doch am Ende redete kaum jemand über das Ergebnis.
Der schlechteste Eindruck auf dem Platz entstand an diesem Abend nicht durch eine der beiden Mannschaften, sondern durch eine Schiedsrichterleistung, bei der Verhältnismäßigkeit, Kommunikation und Fingerspitzengefühl deutlich zu hinterfragen sind.
Fazit 2 gelb-rote Karten, 1x rote Karte, 3 gelbe Karten:
Ein Freundschaftsspiel, zwei friedliche Mannschaften – und am Ende dreht sich alles um den Schiedsrichter. Eigentlich sagt das bereits genug.
Zuletzt aktualisiert am 20. September 2026, 12:44

































