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Friedrich Ebert Halle

Ludwigshafen bekommt 158 Millionen Euro: Das plant die Stadt mit dem Sondervermögen

Friedrich Ebert HalleLudwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar.
Mehr Hitzeschutz für Kinder und ältere Menschen, mehr Generationengerechtigkeit, Teilhabe und Daseinsvorsorge sowie hochwertige Bildung für alle gehen Hand in Hand mit wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit, nachhaltiger Mobilität und der Stärkung eines zentralen Ortes der Begegnung, der Kultur, des Sports und des Bevölkerungsschutzes: Die Stadtverwaltung will für die Ludwigshafenerinnen und Ludwigshafener sowie in die Zukunft der Stadt investieren. Ziel: Die Stadt zukunftsfest, attraktiv und widerstandsfähig weiter zu entwickeln – auch angesichts demografischer Perspektiven. Dafür hat der Stadtvorstand ein ausgewogenes Investitionspaket geschnürt, das durch das Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“ finanziert werden soll. Die Stadtverwaltung wird den Stadtrat am kommenden Montag, 21. September, um Zustimmung dafür bitten.

„Bürgerinnen und Bürger sollen sehen und erleben, dass das Geld, das wir hier in die Hand nehmen, ihnen unmittelbar zugutekommt und sich positiv auf ihre Lebensbereiche und ihren Alltag auswirkt: Bei Infrastruktur, Bildung, Mobilität, Kultur und Sport. Das Sondervermögen ermöglicht es uns, dort zu investieren, wo wir es uns sonst aufgrund der strukturellen
Unterfinanzierung der Kommunen nicht leisten können. Wir setzen auf ausgewählte größere Vorhaben, die wir als Gesamtpaket verstehen und die alle nachhaltige Wirkung entfalten. Die Mittel aus dem Sondervermögen wollen wir bestmöglich nutzen für eine lebenswerte Stadt, in der sich heutige und kommende Generationen gut und sicher aufgehoben und gesehen fühlen“, betont Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner. Das Gesamtpaket umfasst keine Vorhaben, für die auch aus anderen Förderprogrammen eine hohe Bezuschussung möglich wäre oder für die eine Ko-Finanzierung durch das Sondervermögen ausgeschlossen ist. Förderfähige Projekte sollen nach Möglichkeit weiterhin aus den dafür vorgesehenen Programmen finanziert werden. So soll mit dem Regionalbudget insgesamt eine möglichst große zusätzliche Investitionswirkung für Ludwigshafen erzielt werden. Insgesamt stehen der Stadt Ludwigshafen rund 158 Millionen Euro zur Verfügung. Der Stadtrat hatte dem so genannten regionalen Umsetzungskonzept als Voraussetzung für das Investitionspaket in seiner Sitzung im Juni 2026 einstimmig zugestimmt.

Familiendezernent Lars Pletscher: Mehr Hitzeschutz für Kinder
Rund 7,5 Millionen Euro sollen in einen besseren Hitzeschutz für Kitas fließen – als erster Schritt. Eine leistungsfähige Klimaanlage in einem zentralen Raum in jeder Einrichtung soll dafür sorgen, dass Kinder auch an heißen und sehr heißen Tagen, wie dies im vergangenen Sommer der Fall war, künftig einen Ort der Abkühlung vorfinden. Die Klimaanlagen sollen
so platziert werden, dass die kühle Luft von Ventilatoren auch in andere Räume transportiert werden kann. „Unsere Kitas sind ein wichtiger Bestandteil der Ludwigshafener Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur. Sie bieten Kindern geschützte Räume für spielerisches Lernen und unseren Erzieherinnen und Erziehern spannende Arbeitsplätze. Dazu benötigen Kinder und Erzieherinnen und Erzieher im wahrsten Sinne des Wortes ein gutes Klima in den Einrichtungen. Gleichzeitig brauchen Eltern die Gewissheit, dass sie sich auf unser Betreuungsangebot zu jeder Zeit verlassen können. Deswegen wollen wir unsere Kitas klimagerecht ausstatten und dort Anpassungen vornehmen, wo diese aufgrund des Klimawandels notwendig sind. Und wenn ich sage unsere Kitas, dann bezieht sich das auf alle über 90 Kitas in Ludwigshafen, unabhängig von der Trägerschaft. Das hat mit Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu tun und ist uns ein ganz besonderes Anliegen“, betont Lars Pletscher, Dezernent für Bildung, Jugend, Familie und Sport. Pro Kita rechnet die Stadt durchschnittlich mit rund 75.000 Euro als Investition in Hitzeschutz. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. „Aktuell bereitet das Land ein neues Förderprogramm insbesondere zum Hitzeschutz für Kitas vor. Sobald das Antragsverfahren geklärt ist, werden wir uns gezielt um weitere Fördermittel bewerben. Das Ziel ist klar: ein in jeder Hinsicht gesundes Umfeld für Kinder sowie gute Arbeitsbedingungen für unsere Erzieherinnen und Erzieher“, erklärt Lars Pletscher.

Sozialdezernent David Guthier: Mehr Teilhabe und die Stärkung von Bildung für alle
Nicht nur Kinder, auch ältere Menschen leiden besonders unter Hitze. Daher will die Stadt Ludwigshafen eine Million Euro in die beiden städtischen Seniorenheime sowie weitere 4,5 Millionen Euro in die Seniorenresidenzen der GAG investieren. Geplant sind Maßnahmen zur Raumklimatisierung sowie die klimaangepasste Gestaltung von Freiflächen. Daneben ist die Schaffung von Barrierefreiheit ein weiterer wichtiger Baustein zur Gewährleistung der gesellschaftlichen Teilhabe und von gesundheitsfördernden Lebensbedingungen sowie für die Schaffung nachhaltiger Infrastruktur.
Der Förderung von gesellschaftlicher Teilhabe durch Bildung für alle – insbesondere für Erwachsene – dient die Sanierung und Modernisierung der Volkshochschule (VHS) im Bürgerhof. Rund 23 Millionen Euro sollen dafür investiert werden.
Die VHS befindet sich seit 1982 an ihrem jetzigen Standort, einem ehemaligen Erweiterungsbau eines Stadthauses in der Ludwigstraße, welcher 1908/1909 errichtet wurde. Zum Zeitpunkt des Einzugs der Bildungseinrichtung wurde das Gebäude saniert und auf die damaligen Bedürfnisse der VHS zugeschnitten. Insbesondere Gebäudetechnik, Elektroinstallationen, Fußböden und Sanitäranlagen sind nach wie vor auf dem damaligen Stand. Die Stadt Ludwigshafen sieht daher dringenden Bedarf, einerseits das Gebäude energetisch zu sanieren und fit für die Zukunft zu machen, und andererseits die Einrichtung an die neuen Bedarfe in der Weiterbildung anzupassen.
Die VHS soll daher von Grund auf saniert werden. Sie ist bereits an das Fernwärmenetz der TWL angeschlossen, soll aber darüber hinaus moderne Anlagen zur Beheizung und Klimaanpassung erhalten. Notwendig sind neue Leitungen für
Elektro, Wasser und Abwasser sowie IT-Infrastruktur. Angedacht ist auch ein neues Raumkonzept mit neuen Zuschnitten von Unterrichtsräumen. Letztere benötigen zur Anpassung an neue Unterrichtskonzepte flexibel einsetzbares Mobiliar und digitale Medienboards. Zusätzlich sollen auch neue Aufenthaltsbereiche geschaffen werde – als niedrigschwellige Lernorte und Orte der Begegnung. Denn bisher gibt es an der VHS keinen Aufenthaltsbereich, den Teilnehmende beispielsweise während der Pausen von langen Formaten zum eigenständigen, auch digital gestütztem Weiterlernen oder als Treffpunkt für ehrenamtliches Engagement nutzen könnten.
Dabei steht zum jetzigen Zeitpunkt noch kein genaues Modernisierungs- und Raumkonzept fest. Vielmehr sollen die Bürgerinnen und Bürger Ludwigshafens dieses mitbestimmen können. Die Volkshochschule lädt am Freitag, 25. September 2026, während der Langen Nacht der Demokratie ab 16 Uhr unter dem Motto „Was, wenn das ein Aufbruch wäre – die Zukunft unserer VHS mitgestalten!“ zu einem Beteiligungsworkshop ein. Ideen, die während des Workshops entwickelt werden, können im Anschluss in das Modernisierungskonzept der VHS einfließen. Dabei können sowohl Wünsche und Vorschläge zur Gestaltung des Programms eingebracht werden, als auch Ideen zur Gestaltung und Nutzung von Räumen. „Die VHS bleibt natürlich ein Ort der Bildung, des formellen und informellen Lernens. Sie soll sich aber auch weiterentwickeln zu einem Ort der Begegnung im Sinne der Gemeinwohlorientierung. Als Spiegel unserer vielfältigen Stadtgesellschaft sollen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft an der VHS gerne aufhalten und zusammenfinden können. Dafür braucht es neben dem klassischen Kursbetrieb auch offene Formate und Räume, die niederschwellig funktionieren, einladend gestaltet sind und die Möglichkeit bieten, eigene Ideen mit einzubringen“, sagt Sozialdezernent David Guthier und ergänzt: „Die VHS leistet somit auch einen Beitrag zur Verbesserung der Chancengleichheit und schafft bessere Lernumgebungen und-möglichkeiten durch die Modernisierung des Gebäudes und dessen Ausstattung sowie die Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung.“ An das zu erstellende Raumkonzept schließt sich dann die entsprechende Ausstattung der Räumlichkeiten an.

Umweltdezernent Alexander Thewalt: Umweltverbund-brücke wichtiger Baustein für umweltfreundliche Mobilität
Als ein wichtiger Baustein zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und für die Förderung umweltfreundlicher Mobilität sowie als Bindeglied der Fuß- und Radwegplanung gilt es, eine Umweltverbundbrücke südlich des Hauptbahnhofes neu zu errichten. Für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer entsteht mit ihr eine direkte und autofreie Verbindungsachse über die Bahnschienen zwischen der Ernst-Boehe-Straße im Westen sowie der Richard-Dehmel-Straße im Osten. Mit einer geplanten Breite von bis zu acht Metern, barrierefreien Zugängen und einer sehr guten Verkehrsanbindung macht sie den Rad- und Fußverkehr attraktiver. Optional besteht auch die Überlegung eines direkten Anschlusses an die Gleisanlagen der Bahn. „Wir haben die Möglichkeit, unsere Verkehrsinfrastruktur durch einen sinnvollen und umweltfreundlichen Baustein zu ergänzen. Damit solche Angebote auch angenommen werden, müssen sie gut erreichbar, sicher und in das bestehende Verkehrsnetz eingebunden sein.
Genau das leistet die Umweltverbundbrücke“, so Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt.
Die bisherigen Querungsmöglichkeiten der Bahntrasse über die Pylonbrücke im Norden und den Schänzeldamm im Süden sind aufgrund der langen Wege und der unmittelbaren Verknüpfung mit dem Kfz-Verkehr wenig attraktiv, viele Verkehrsteilnehmende setzen hier noch auf das Auto. „Mit der geplanten Umweltverbundbrücke schaffen wir eine schnelle Verbindung zwischen den südlichen Stadtteilen, einen nahezu direkten Zugang zum Hauptbahnhof und den angeschlossenen ÖPNV-Angeboten. Das ist insbesondere mit Blick auf die Hoch- und Berufsschule sowie die dort ansässigen Unternehmen ein Gewinn.“ Rund 40 Millionen Euro möchte die Stadtverwaltung in den klimaschonenden Ausbau ihrer Verkehrsinfrastruktur aus Basis des Sondervermögens investieren, wobei sie hier gerne die Kombinationsmöglichkeit mit „regulären“ Fördermitteln des Bundes für den Radverkehr in Anspruch nehmen wird.

OB Blettner: Attraktiver Ort für Sport, Kultur, Begegnung und wichtiger Beitrag zum Bevölkerungsschutz
Ein im Gesamtpaket enthaltendes zentrales Investitionsvorhaben ist eine multifunktionale Mehrzweckhalle für Ludwigshafen. Vorzugsweise heißt das die zukunftsfeste Stärkung der Friedrich-Ebert-Halle. In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut, ist sie nicht nur eine bedeutende Mehrzweckhalle für Ludwigshafen und die gesamte Region, sondern auch ein architektonisch und denkmalpflegerisch wertvolles und für die Stadt ikonisches Bauwerk. Gleichwohl ist auch sie in die Jahre gekommen, denn die technischen, räumlichen und logistischen Anforderungen an moderne Veranstaltungshäuser sind in der Vergangenheit deutlich gewachsen. Ob und wie sie samt Vorplatz mit den Parkflächen fit für die Zukunft gemacht werden kann, muss gründlich geprüft werden. Alternativ dazu könnten die Mittel aus dem Sondervermögen entsprechend auch in eine komplett neue Mehrzweckhalle investiert werden. Die Stadtverwaltung plant rund 80 Millionen Euro für das Projekt ein. Diese konkrete Entscheidung steht jedoch aktuell nicht zur Debatte. Denn Voraussetzung dafür ist eine umfangreiche Bauzustandsuntersuchung der Friedrich-Ebert-Halle, die in Kürze beauftragt wird. Ihre Ergebnisse bilden dann die Grundlage für weitere Schritte. Die Stadtverwaltung sieht dieses Vorhaben als wichtigen strategischen Teil ihres gesamten Investitionspaketes an.
„Wir verfolgen mit einer Investition zwei Ziele: die Schaffung eines attraktiven und identitätsstiftenden Veranstaltungsorts für Kultur, Sport, Begegnung und Freizeit oder Tagungen, bestenfalls durch den Erhalt und die nachhaltige Modernisierung der Friedrich-Ebert-Halle, und zugleich die Stärkung unserer Infrastruktur, um krisenfeste Vorsorge für unsere Bürgerinnen und Bürger zu treffen. Bevölkerungsschutz ist ein Thema, mit dem wir uns auch im Zuge der Überlegungen für eine multifunktionale Mehrzweckhalle in Ludwigshafen intensiv beschäftigen. Wenn es darauf ankommt, müssen wir eine große Anzahl an Menschen unter außergewöhnlichen Bedingungen sicher unterbringen und versorgen können. Darauf wollen und müssen wir uns vorbereiten“, erläutert Oberbürgermeister Blettner. Ein Gebäude, das im Fall eines Großschadensereignisses als Notunterkunft für die Bevölkerung oder als Versorgungszentrum genutzt wird, muss sehr vielen Anforderungen Rechnung tragen. Wesentliche Kriterien sind neben der reinen Verfügbarkeit großer Flächen der Brandschutz oder die technische und logistische Infrastruktur. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Versorgung der Bevölkerung über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden kann. „Bei jeder Planung müssen wir genau diese Anforderungen mitdenken. Wenn wir hier Interessen zusammenführen und intelligent investieren, leisten wir ganz im Sinne des Sondervermögens einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Bevölkerungsschutz und werten unsere Stadt gleichzeitig deutlich auf“, nennt der OB die Zielrichtung.
„Unser Ziel ist also sehr klar. Wie dies umgesetzt wird, entscheidet sich voraussichtlich im kommenden Jahr, wenn die Untersuchungsergebnisse für die Friedrich-Ebert-Halle vorliegen. Nicht zu handeln, ist keine Lösung. Dann würden wir einfach auf Verschleiß fahren, müssten ständig etwas reparieren und hätten jede Chance auf die Stärkung unseres Standorts vergeben. Unser Anliegen ist, dass sich Verwaltung und Stadtrat auf eine gemeinsame Strategie verständigen und dann mit belastbaren Zahlen und Fakten in die weitere Diskussion einsteigen. Im Kern heißt das, dass wir das Bauwerk sorgfältig untersuchen, eine detaillierte Bestandsanalyse vornehmen, uns Statik, Material und Tragkonstruktion genau ansehen und auch den Aspekt des Denkmalschutzes sorgfältig bewerten. All das soll planvoll und vor dem Hintergrund eines im Stadtrat gemeinsam geteilten Verständnisses erfolgen“, betont Oberbürgermeister Blettner.

Finanzdezernent Schwarz: Investitionschance verantwortungsvoll und mit Blick auf Folgekosten nutzen
„Mit rund 158 Millionen Euro erhält Ludwigshafen eine außergewöhnliche Möglichkeit, notwendige Investitionen in die Zukunft unserer Stadt zu finanzieren. Gerade angesichts unserer angespannten Haushaltslage müssen wir mit dieser Chance besonders verantwortungsvoll umgehen. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele Projekte in das Programm aufzunehmen, sondern die verfügbaren Mittel dort einzusetzen, wo sie langfristig den größten Nutzen für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger entfalten“, erklärt Kämmerer Andreas Schwarz und ergänzt: „Dabei müssen wir Investitionen vollständig betrachten: Neben Notwendigkeit und Nutzen gehören dazu die Finanzierbarkeit, die späteren Folgekosten und die Frage, ob wir ein Vorhaben innerhalb des vorgesehenen Zeitraums tatsächlich umsetzen können. Eine Investition ist finanzpolitisch nicht schon deshalb günstig, weil ihre Errichtung aus Sonder- oder Fördermitteln finanziert werden kann. Wir müssen auch im Blick behalten, welche Betriebs-, Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten sie in den kommenden Jahrzehnten auslöst. Wir müssen heute so investieren, dass wir uns die daraus entstehende Infrastruktur auch morgen noch leisten können.“
Das Sondervermögen solle der Stadt Ludwigshafen helfen, notwendige Infrastruktur zu erneuern und zugleich den städtischen Haushalt bei Investitionen zu entlasten. Wichtig ist für den Kämmerer aber die klare finanzpolitische Einordnung: „Das Sondervermögen stärkt unsere Investitionsfähigkeit, es beseitigt jedoch nicht die strukturelle Unterfinanzierung unseres laufenden Haushalts. Investitionsmittel können dauerhaft fehlende Mittel für kommunale Pflichtaufgaben und laufende Kosten nicht ersetzen. Deshalb bleibt neben der verantwortungsvollen Verwendung des Sondervermögens eine auskömmliche Finanzausstattung der Kommunen durch Bund und Land unverzichtbar. Generationengerechtigkeit bedeutet für mich dabei zweierlei: Wir dürfen kommenden Generationen weder eine verschlissene Infrastruktur noch dauerhaft nicht finanzierbare Folgekosten hinterlassen. Unsere Aufgabe ist es deshalb, diese einmalige Investitionsmöglichkeit so einzusetzen, dass daraus ein möglichst großer und dauerhafter Mehrwert für Ludwigshafen entsteht. Wir wollen nicht nur Geld verplanen. Wir wollen Investitionen realisieren, deren Wirkung in der Stadt auch tatsächlich ankommt.“

Stichwort:
Was ist das Sondervermögen
?
Mit dem Gesetz zum Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“ (LGRP-Plan) hat das Land Rheinland-Pfalz die Grundlage für die Verwendung des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaschutz des Bundes geschaffen. Den Kommunen in Rheinland-Pfalz stehen aus Mitteln des Bundes insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung – aufgeteilt in sogenannte Regionalbudgets. Ziel ist es, diese Fördermittel einzusetzen, um größere Projekte zu finanzieren, die für eine starke und nachhaltige Entwicklung besonders wichtig sind und langfristig Wirkung entfalten.

Das Regionalbudget für Ludwigshafen beträgt insgesamt 158.259.446 Euro und ist von Beginn an in voller Höhe zugeteilt.
Voraussetzung zur Verwendung/Beantragung der Mittel des Sondervermögens ist die Erstellung sogenannter regionaler Umsetzungskonzepte. Diese bilden die strategische Grundlage für die Auswahl, Bündelung und Priorisierung der Investitionsmaßnahmen. Inhaltlich sind bei der Erstellung dieses strategischen Orientierungsrahmens die Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) wie auch die Auswirkungen des demographischen Wandels zu berücksichtigen.
Der Ludwigshafener Stadtrat hat das Umsetzungs-/Regionalkonzept am 22. Juni einstimmig bewilligt.
Im Regionalen Umsetzungskonzept sind die einzelnen Handlungsfelder in folgender Weise einzeln dargestellt:
Die Verwendung des Sondervermögens soll insbesondere für Investitionsvorhaben aus nachfolgenden Bereichen verwendet werden:
1. Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur
2. Mobilität und klimafreundliche Verkehrsinfrastruktur
3. Bevölkerungsschutz, Versorgung und Krisensicherheit
4. Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Grünanlagen
5. Wissenschaftsinfrastruktur, Forschung und Entwicklung
6. Krankenhaus-, Rehabilitations- und Pflegeinfrastruktur, Gesundheitsinfrastruktur
7. Digitalisierung
8. Erhalt und Schaffung neuer sozialer Wohninfrastruktur

Quelle Stadt Ludwigshafen

Zuletzt aktualisiert am 15. September 2026, 13:51

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