Ludwigshafen / Mundenheim / Metropolregion Rhein-Neckar. Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig nimmt Stellung zum Maßnahmenpaket für die Karolina-Burger-Realschule plus
Die Situation an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen war am Donnerstag Thema im Bildungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags. Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig stellte dabei das für die Schule beschlossene Maßnahmenpaket vor. Die Ministerin können Sie dazu wie folgt zitieren:
„Im Mittelpunkt stehen für mich die Schülerinnen und Schüler der Karolina-Burger-Realschule plus. Ihre Zukunft muss unsere oberste Priorität sein. Sie haben Anspruch auf einen guten und sicheren Unterricht. Sie sollen wieder gut lernen und mit Freude und Stolz ihre Schule besuchen können.
Wenn wir uns der Situation an der Schule annehmen, ist es daher wichtig, die Schülerinnen und Schüler nicht als Defizit abzustempeln. Gerade in der Realschule plus ist die Schülerheterogenität extrem hoch. Vielen engagierten und positiv überzeugten Schülerinnen und Schülern stehen an der Karolina-Burger-Realschule plus nur wenige gegenüber, die in ihrem Verhalten stark auffällig sind, die über die Stränge schlagen und deshalb mit entsprechenden Jugendhilfemaßnahmen unterstützt oder eben auch – falls nötig – sanktioniert werden müssen.
Wenn eine Schule in eine solche Krise gerät, wenn Lehrkräfte, Kinder, Familien Sorgen haben, ist staatliches Eingreifen und staatliche Autorität gefragt. Deshalb habe ich beschlossen, dass die Karolina-Burger-Schule – in Ergänzung zu der bereits laufenden Unterstützung – neu aufgestellt werden muss.
Dem Bildungsausschuss des Landtags habe ich heute ein umfangreiches Maßnahmenpaket für die Schule vorgestellt. Es beinhaltet Hilfestellung und Unterstützung ebenso wie konsequentes Handeln im Sinne des Schulfriedens. Dieser ist insbesondere durch Zerwürfnisse innerhalb des Kollegiums massiv beschädigt worden. Alle personellen Maßnahmen sind daher so gewählt, dass sie dazu beitragen, den Schulfrieden wiederherzustellen – ohne Schuldzuweisungen gegen eine einzelne Person.
Das Paket stellt einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einem neuen, geregelten Alltag dar. Dafür werden wir die Schulgemeinschaft so lange begleiten und unterstützen, wie es die Lage vor Ort erfordert. Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten oder um Schlagzeilen. Es geht um die Schülerinnen und Schüler – um nichts anderes!“
Das Maßnahmenpaket von Ministerium, Schulaufsicht und Pädagogischem Landesinstitut umfasst im Einzelnen die folgenden Punkte:
Personelle Maßnahmen
• Der Schulleiter wird künftig an einer anderen Schule tätig sein.
• Zwei Lehrkräfte werden versetzt, darunter ein Schulleitungsmitglied.
• Eine „Attestpflicht“ nach Einzelfallprüfung ab dem ersten Krankheitstag ist möglich, dasselbe gilt für amtsärztliche Untersuchungen. Damit wird das Vertrauen im Kollegium und in das Kollegium gestärkt und es werden zugleich diejenigen vor falschen Verdächtigungen geschützt, die tatsächlich krank sind.
Unterstützungsmaßnahmen
Bis auf Weiteres gibt es eine tägliche Unterstützung der Schule durch Präsenz vor Ort von Schulaufsicht, Pädagogischem Landesinstitut und regelmäßig auch dem Ministerium. Dies gilt ab dem heutigen Tag (3. September). So wird der Wechsel in der Schulleitung gelingend begleitet und die Schulentwicklung der Schule unterstützt.
Alle Konzepte, Projekte und Maßnahmen wie das Pausenkonzept, die Präventionsprojekte, interne und externe Maßnahmen zur Berufsorientierung oder Schulsozialarbeit werden mit Hilfe von Ministerium und Schulaufsicht vor Ort überarbeitet.
Die multiprofessionellen Teams werden personell zusätzlich gestärkt.
Die Schulpsychologie bietet Supervision sowohl für Lehrkräfte als auch für das Schulleitungsteam an.
Darüber hinaus hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion beim Verwaltungsgericht Mainz einen Antrag auf Auflösung des Örtlichen Personalrats gestellt, weil dieser seine gesetzlichen Pflichten grob verletzt hat. Hierzu zählt nach dem Landespersonalvertretungsgesetz ausdrücklich die Pflicht zur vertrauensvollen Zusammenarbeit und alles zu unterlassen, was geeignet ist, die Arbeit und den Frieden in der Dienststelle zu beeinträchtigen. Aufgrund des Verhaltens des Örtlichen Personalrats ist keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich.
Weitere Maßnahmen mit Blick auf die Abschlussklassen
Insbesondere Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen haben mit Blick auf die sehr negative mediale Darstellung der Schule ihre Sorge geäußert, keinen Ausbildungsplatz zu bekommen, wenn sie sich bei Arbeitgebern als Absolventin oder Absolvent der Karolina-Burger-Realschule plus vorstellen. Deshalb sind speziell für diesen Jahrgang weitere Maßnahmen vorgesehen.
Geprüft werden die Klassengröße in den Abschlussklassen, ggf. werden diese geteilt oder bekommen eine Doppelbesetzung.
Es wird eine weitere Gruppe „2P plus“ eingerichtet, um Deutschkenntnisse zu verbessern.
Das Projekt Übergangscoach wird um den Übergangscoach-plus ergänzt und zeitlich ausgeweitet. Damit werden die berufliche Orientierung und der Übergang in eine duale oder schulische Ausbildung gestärkt.
MINISTERIUM FÜR BILDUNG MAINZ
Zuletzt aktualisiert am 3. September 2026, 15:03

































