Speyer / Metropolregion Rhein-Neckar. Der JSV Speyer hat mit einem 12:2-Auswärtssieg im Derby beim BC Karlsruhe einen großen Schritt in Richtung Finalrunde der Judo-Bundesliga der Männer genommen. Aufgrund der deutlichen Sieges und weil die direkten Konkurrenten Rüsselsheim und Offenbach am gleichen Tag Unentschieden kämpften, haben die Speyerer es am letzten Kampftag selbst in der Hand, mit einem Sieg oder einem Unentschieden den zweiten Platz in der 1. Bundesliga Süd zu sichern und zum zweiten Mal in Folge in die Finalrunde der besten Vier einzuziehen.

Ohne Schwergewichtler, aber ansonsten in Bestbesetzung, reisten die JSV-Männer über den Rhein mit dem festen Vorhaben, von Anfang an konzentriert zu kämpfen und nichts anbrennen zu lassen – anders als im Vorjahr, als man zur Halbzeit überraschend zurücklag und eine dramatische Aufholjagd hinlegen musste, um im Rennen um die Finalrundenteilnahme zu bleiben.
Im ersten Kampf wartete jedoch ein schwerer Brocken – der für Karlsruhe kämpfende Serbe Vojin Mandic lieferte sich mit Speyers Viktor Driller einen intensiven Kampf über die volle Zeit und konnte sich am Ende denkbar knapp mit Yuko (kleiner Wertung) durchsetzen.

Damit war Speyers Franz Haettich im zweiten Kampf bis 90 Kilogramm schon etwas unter Druck gegen den aus der 81-Kilogramm-Kategorie hochgestellten Karlsruher Jona Visser, der mit seiner Schnelligkeit eine ziemliche Herausforderung darstellte für den Speyerer, der zwei Strafen hinnehmen musste bevor er sich in der letzten Minute der Kampfzeit durchsetzte um auszugleichen. „Die Saison war für mich bisher nicht optimal, und mit dem 0:1-Rückstand hatte ich zusätzliche noch etwas Druck – dass es mir am Ende dann gelungen ist, den Kampf zu gewinnen, war eine große Erleichterung und Befreiuung für mich“, kommentierte Haettich nach dem Kampf.
Für ein großes Ausrufezeichen sorgte der junge Georgiy Lutz bei seinem ersten Bundesligakampf. Er kämpfte gegen den Schweizer Gabriel Frei von Anfang an energisch und selbstbewusst und schaffte nach einer knappen Minute mit einer schönen Wurftechnik den vorzeitigen Sieg.
Spätestens als Pierre Ederer in der Verlängerung seinen Kampf für sich entscheiden konnte, war der JSV fest im Sattel. Und weil auf den Georgiern Dimitri Gochilaidze und Tengo Zirakashvilli sowie auf Felix Bächle wie immer Verlass war, ging der JSV mit einem vorentscheidenden 6:1 in die Pause.
Da angesichts der knappen Tabellenkonstellation möglicherweise das Gesamtverhältnis der gewonnen und verlorenen Kämpfe den Ausschlag geben könnte, musste der JSV versuchen, nicht nur zu gewinnen, sondern auch möglichst viele Punkte zu holen. Deshalb stellte Teamchef Michael Görgen-Sprau im zweiten Durchgang die stärkstmögliche Aufstellung und wechselte nur die vorgeschriebenen drei Mal.
Finn Seeger musste sich wie schon zuvor Driller gegen Mandic geschlagen geben, aber danach lief alles nur für den JSV. Franz Haettich holte seinen zweiten Punkt und Driller konnte hichgestellt in die Gewichtsklasse über 100 Kilogramm punkten. Gochilaidze gewann vorzeitig, und dann war Felix Bächle zum zweiten Mal dran. Es wurde der dramatischste Kampf des Tages, den wie so oft musste Bächle über die volle Kampfzeit und eine ganz lange Verlängerung kämpfen. Bächle hat schon längst den Ruf als „Marathon-Mann“ des JSV, der immer wieder rekordverdächtig lange Kämpfe absolvieren muss – aber immer wieder unglaublichen Willen und beeindruckende Kondition einen Weg findet, diese Kämpfe auch zu gewinnen. So auch hier, als er nach geschlagenen neun Minuten und 20 Sekunden endlich seinen Gegner werfen konnte.
Zügig machte es dagegen Philipp Müller im Abschlusskampf bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause. Mit einer schönen Wurftechnik beendete er den Kampf bereits innerhalb einer Minute und zeigte damit, dass er in gewohnter Stärke zurückgekehrt ist.
„Ein 12:2 war nicht unbedingt zu erwarten – es hat praktisch alles gepasst für uns heute“, freute sich Michael Görgen-Sprau und konnte reihenweise Highlights aufzählen: „Wir haben ohne etatmäßigen Schwergewichtler beide Schwergewichtskämpfe gewonnen, Franz Haettich hat doppelt gepunktet, wobei gerade der ersten Kampf wichtig war damit wir in die Erfolgsspur kommen, Georgiy Lutz hat ein unglaublches Debüt gehabt mit seinem Sieg, Pierre Ederer hat gekämpft und gewonnen obwohl er durch Krankheit geschwächt war, Philipp Müller ist mit alter Stärke zurückgekehrt, Felix Bächle hat mal wieder Unglaubliches vollbracht und die Georgier waren souverän wie immer. Anders als im letzten Jahr haben wir von Anfang an nichts anbrennen lassen, eine klare Halbzeitführung erkämpft und auch im zweiten Durchgang Konzentration und Intensität hochgehalten“, bilanziert der JSV-Teamchef.
Nun richtet sich der Blick auf den entscheidenden Kampf am kommenden Samstag um 17 Uhr in Offenbach, wo bereits ein Unentschieden reichen sollte, um zum zweiten Mal in Folge in die Play-Offs einzuziehen. Die Vorussetzungen sind gut, denn es wird der gleiche Kader zur Verfügung stehen wie in Karlsruhe. „Wir hoffen auf zahlreiche Unterstützung durch unsere Fans für diesen wirklich wichtigen Kampf und würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele die relativ kurze Strecke auf sich nehmen, um uns am kommenden Samstag in Offenbach zu unterstützen“, so der Teamchef abschließend.
Bilder: Franz Haettich, der zweimal kämpfte und zweimal gewann sowie Felix Bächle beim entscheidenden Wurf in seinem „Marathon-Kampf“ über 9 Minuten sowie beim anschließenden Jubel.
Quelle: SV Speyer
Zuletzt aktualisiert am 30. August 2026, 21:13

































