Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar – Germany – Die BASF-Gruppe hat im zweiten Quartal 2026 ihre Geschäftsentwicklung gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich verbessert und ihre Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Nach Angaben des Unternehmens konnten Umsatz und Ergebnis in den meisten Geschäftssegmenten gesteigert werden. Gleichzeitig meldet BASF Fortschritte bei Restrukturierungen sowie der Umsetzung ihrer Unternehmensstrategie „Winning Ways“.
Umsatz steigt auf 17,2 Milliarden Euro
Der Umsatz der BASF-Gruppe belief sich im zweiten Quartal 2026 auf 17,2 Milliarden Euro und lag damit 2,4 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert. Ausschlaggebend waren nach Unternehmensangaben höhere Preise (+11,5 Prozent) sowie ein Mengenwachstum (+7,3 Prozent). Belastend wirkten sich Währungseinflüsse auf alle Segmente aus.
EBITDA deutlich über Vorjahresniveau
Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 um 854 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro. Besonders die Segmente Materials, Chemicals und Industrial Solutions trugen zu dieser Entwicklung bei. Auch Agricultural Solutions sowie Nutrition & Care verzeichneten leichte Ergebnissteigerungen. Das Segment Surface Technologies entwickelte sich dagegen aufgrund höherer Fixkosten rückläufig.
Das EBITDA erhöhte sich auf 2,0 Milliarden Euro, nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Belastet wurde das Ergebnis durch Sondereinflüsse von minus 484 Millionen Euro, die insbesondere auf Restrukturierungsmaßnahmen – vor allem am Standort Ludwigshafen – sowie auf die Einführung neuer ERP-Systeme zurückzuführen sind.
Das EBIT stieg auf 937 Millionen Euro, das Ergebnis vor Ertragsteuern auf 780 Millionen Euro.
Verkauf des Coatings-Geschäfts prägt Konzernergebnis
Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich im zweiten Quartal deutlich auf 4,2 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte es noch 108 Millionen Euro betragen. Enthalten ist ein Veräußerungsgewinn von 3,5 Milliarden Euro nach Steuern aus dem Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle.
Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen belief sich auf 4,1 Milliarden Euro.
Cashflow durch höhere Mittelbindung belastet
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sank auf 524 Millionen Euro und lag damit 1,1 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert. BASF begründet dies unter anderem mit einer höheren Mittelbindung in Vorräten infolge gestiegener Rohstoffpreise sowie höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug 5,5 Milliarden Euro. Wesentliche Ursachen waren die Kaufpreiszahlung aus dem Verkauf des Coatings-Geschäfts in Höhe von 5,6 Milliarden Euro sowie Einzahlungen aus der Veräußerung von Anteilen an Harbour Energy.
Erstes Halbjahr ebenfalls deutlich verbessert
Auch im ersten Halbjahr 2026 legte BASF zu. Der Umsatz stieg auf 33,2 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen auf 4,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich auf 5,1 Milliarden Euro, ebenfalls beeinflusst durch den Verkauf des Coatings-Geschäfts.
BASF treibt Restrukturierung in Ludwigshafen voran
Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Kamieth erklärte, BASF habe ihre Marktposition weiter gestärkt und große Fortschritte bei Restrukturierungen sowie der Weiterentwicklung des Portfolios erzielt.
Nach Unternehmensangaben wurden die Kosten gesenkt, Investitionen reduziert und die Auslastung der Produktionsanlagen erhöht. Zudem sei der neue Verbundstandort in Zhanjiang (China) erfolgreich angefahren worden.
Im Rahmen der Restrukturierung hat BASF von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut. Im Mai 2026 sank die Zahl der Vollzeitstellen bei der BASF SE in Ludwigshafen erstmals seit 1954 auf unter 30.000 Beschäftigte.
Darüber hinaus erhöhte sich der Anteil hoch wettbewerbsfähiger Produktionseinheiten am Standort Ludwigshafen seit 2024 von 78 auf 88 Prozent.
BASF hebt Prognose für 2026 an
Vor dem Hintergrund der besser als erwarteten Geschäftsentwicklung hat BASF ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angehoben.
Das Unternehmen erwartet nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro. Zuvor hatte BASF einen Wert zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro prognostiziert.
Die Prognosen für den Free Cashflow von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro sowie die CO₂-Emissionen zwischen 17,2 und 18,2 Millionen Tonnen bleiben unverändert.
Zuletzt aktualisiert am 29. Juli 2026, 10:44

































