Weinheim-Sulzbach / Metropolregion Rhein-Neckar – Die Bauarbeiten an der neuen Flüchtlingsunterkunft am Dammweg in Weinheim-Sulzbach kommen planmäßig voran. Seit dem Baustart im Juni wachsen die beiden Wohngebäude zügig in die Höhe. Gute Nachrichten gibt es auch für die Sulzbacher Kerwe: Der traditionelle Kerweumzug am Sonntag wird trotz der Baustelle ohne Behinderungen stattfinden.
Bei einem Vor-Ort-Termin überzeugten sich Cansu Sönmez vom Amt für Immobilienwirtschaft und Sulzbachs Ortsvorsteher Frank Eberhardt vom Baufortschritt. Das Projekt war bereits seit mehreren Jahren geplant und hatte sich zuletzt verzögert, nachdem im Bereich der Baustelle ein seltener Schmetterling vermutet worden war. Inzwischen laufen die Arbeiten jedoch reibungslos.
Zwei Wohngebäude mit Platz für bis zu 66 Menschen
Am Dammweg entstehen zwei dreigeschossige Gebäude in bewährter Modulbauweise, wie sie bereits an anderen Standorten in Weinheim zum Einsatz kommt. Die Stadt arbeitet bei dem Projekt mit dem Hirschberger Unternehmen Goldbeck als Generalübernehmer zusammen.
Die Bodenplatten wurden bereits fertiggestellt, aktuell wächst der Hochbau mithilfe vorgefertigter Betonwände zügig weiter. Noch vor Beginn des Winters soll der Rohbau abgeschlossen sein. Anschließend folgen der Innenausbau sowie die Installation der Haustechnik.
Nach der Fertigstellung stehen 17 Wohneinheiten zur Verfügung. Die Gebäude bieten Platz für bis zu 66 Personen, wobei die Wohnungen im Erdgeschoss barrierefrei ausgeführt werden. Der Einzug der ersten Bewohner ist nach derzeitiger Planung im Februar 2027 vorgesehen. Die Gestaltung der Außenanlagen erfolgt anschließend im Frühjahr.
Moderne Wärmepumpen und spätere Nutzung als Sozialwohnungen
Die Gebäude werden mit Luft-Wasser-Wärmepumpen ausgestattet. Für diese klimafreundliche Technik erhält die Stadt staatliche Fördermittel. Damit leistet das Projekt zugleich einen Beitrag zum Ziel der Stadt Weinheim, bis 2035 klimaneutral zu werden.
Die Förderung ist an die Nutzung als Anschlussunterkunft für Geflüchtete gebunden. Nach Ablauf der zehnjährigen Bindungsfrist können die Wohnungen künftig auch für den sozialen Wohnungsbau genutzt werden.
Gerechte Verteilung der Unterkünfte im Stadtgebiet
Ortsvorsteher Frank Eberhardt betont, dass es sich um die erste Anschlussunterkunft für Geflüchtete in Sulzbach handelt. Damit werde die Unterbringung innerhalb des Stadtgebiets gleichmäßiger verteilt. In anderen Weinheimer Ortsteilen bestehen vergleichbare Einrichtungen bereits seit Jahren.
Stadt muss weiterhin zahlreiche Menschen unterbringen
Wie Dieter Dumtzlaff vom Weinheimer Ordnungsamt erläutert, ist die Stadt weiterhin verpflichtet, Menschen im Rahmen der gesetzlichen Anschlussunterbringung aufzunehmen. Bis Ende 2026 müssen nach aktuellem Stand noch rund 200 geflüchtete Personen untergebracht werden. Hinzu kommt ein Rückstand aus dem Jahr 2025.
Mit der neuen Unterkunft sollen gleichzeitig bestehende Übergangslösungen, darunter Containerstandorte im Gorxheimer Tal, Unterkünfte in der Bergstraße 204 sowie die ehemalige Albert-Schweitzer-Schule, schrittweise entlastet oder aufgegeben werden. Auch die steigende Zahl obdachloser Menschen stellt die Stadt weiterhin vor große Herausforderungen.
Mit dem Bau am Dammweg schafft Weinheim zusätzliche Kapazitäten, um den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen und gleichzeitig moderne sowie energieeffiziente Wohnmöglichkeiten bereitzustellen.
Zuletzt aktualisiert am 21. Juli 2026, 11:48

































