Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar – Der CDU-Kreisverband Mannheim fordert den Rücktritt des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, von seinen Führungsämtern innerhalb der Union. Hintergrund ist die öffentlich bekannt gewordene Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft in den USA durch Spahn und seinen Ehemann.
In einer Pressemitteilung betont die CDU Mannheim ausdrücklich, dass sich ihre Kritik nicht gegen das Kind oder die Familie von Jens Spahn richte. Dem gemeinsamen Sohn wünsche man „eine glückliche und behütete Zukunft“. Die politische und ethische Kritik beziehe sich ausschließlich auf die Nutzung einer Leihmutterschaft.
Der Kreisvorsitzende der CDU Mannheim, Lennart Christ, sieht in dem Vorgehen einen Widerspruch zur bisherigen Haltung der Union und zur geltenden Rechtslage in Deutschland.
„Wer an der Spitze einer Regierungsfraktion steht, trägt eine besondere Verantwortung für die Glaubwürdigkeit von Politik. Jens Spahn kann nicht für Regeln und Werte eintreten und gleichzeitig persönlich eine Möglichkeit nutzen, die seine Partei und der deutsche Gesetzgeber aus guten Gründen ablehnen. Das beschädigt die Glaubwürdigkeit der Union erheblich“, erklärt Christ.
Kritik an Widerspruch zwischen politischer Haltung und persönlichem Handeln
Nach Auffassung der CDU Mannheim sei die Ablehnung der Leihmutterschaft keine Frage der sexuellen Orientierung und richte sich ausdrücklich nicht gegen gleichgeschlechtliche Paare oder deren Kinderwunsch.
Vielmehr begründe sich die ablehnende Haltung mit ethischen Überzeugungen. Schwangerschaft und Geburt dürften nicht Gegenstand vertraglicher Vereinbarungen werden. Zudem bestehe die Gefahr einer Kommerzialisierung des weiblichen Körpers sowie einer Instrumentalisierung des Kindes.
Der Kreisverband erklärt weiter, wer sich politisch für die Legalisierung der Leihmutterschaft einsetzen wolle, müsse dies offen tun und eine Änderung der gesetzlichen Regelungen anstreben. Nicht nachvollziehbar sei jedoch, an einem Verbot in Deutschland festzuhalten und gleichzeitig im Ausland eine Möglichkeit zu nutzen, die hierzulande untersagt ist.
CDU Mannheim verlangt Rücktritt
Nach Ansicht der Mannheimer Christdemokraten geht es dabei vor allem um die politische Glaubwürdigkeit und die Vorbildfunktion führender Politiker.
Lennart Christ erklärt hierzu:
„Es geht ausdrücklich nicht darum, Jens Spahn und seinem Mann ihr Familienglück abzusprechen. Es geht um politische Glaubwürdigkeit, persönliche Vorbildfunktion und die Frage, ob für führende Politiker dieselben Maßstäbe gelten wie für alle anderen. Nach diesem Vorgang kann Jens Spahn die Union nicht mehr glaubwürdig in einer politischen Spitzenfunktion vertreten.“
Der CDU-Kreisverband Mannheim fordert Jens Spahn deshalb auf, den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion niederzulegen und auch von seinen weiteren Führungsämtern innerhalb der CDU zurückzutreten.
Zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2026, 22:56


































