Brühl/Rhein-Neckar-Kreis/Metropolregion Rhein-Neckar. „Unser Geschenk an den Rohrhof ist rechtzeitig zum Jubiläum fertig geworden“, freute sich Brühls Bürgermeister Dr. Ralf Göck in seiner Begrüßungsansprache zur Einweihung des „Römer-Spielplatzes“ an der Ecke Wieland-/Gartenstraße, zu dem er die Aktiven vom Gemeindebauhof und die beiden kommunalen Kindertagesstätten eingeladen hatte. Der Spielplatz soll daran erinnern, dass die Geschichte des Rohrhofs bis zurück in die Römerzeit reiche. Nach seinem Dank an die vielen Projektbeteiligten musste er gleichzeitig bekanntgeben, dass der Spielplatz noch nicht freigegeben werden könne. „Der Rollrasen braucht Zeit um anzuwachsen“, verrät Marcus Schütterle, der als Bauhofleiter zusammen mit seinen Mitarbeitern Enormes geleistet hat, um mit dem Geschenk für die jüngsten Rohrhofer rechtzeitig zum Ortsjubiläum fertig zu werden. Doch den Rollrasen haben sie eben erst in den vergangenen Tagen auslegen können – und bei den aktuellen Wetterbedingungen dauert es gut drei Wochen, bis der Rasen entsprechend verwurzelt ist. „Bis dahin heißt es, tagtäglich ordentlich wässern und nicht betreten“, erklärt Schütterle, der seinem Team dankte: „Alle haben an einem Strang gezogen“. Sein Dank galt auch der Nachbarschaft, die es zuließ, dass man bei den sommerlichen Temperaturen auch schon um 6 Uhr mit der Arbeit beginnen konnte.
Die Hitze sorgte für Verzögerung
Die Hitze hat noch in einem anderen Bereich für Verzögerung gesorgt. „Bei dieser Trockenheit wäre es sinnlos, Bäume zu pflanzen“, sagt Schütterle. Doch im Herbst sollen mehrere Blauglockenbäume auf dem Spielplatz eine neue Heimat finden. Diese Art ist nicht nur gut auf den Klimawandel angepasst, er bildet auch relativ schnell ausladende Kronen, die dann viel Schatten – insbesondere bei den Sitzgelegenheiten – spenden sollen. Bis dahin sorgt aber bereits eine groß gewachsene Platane für Schutz gegen die Sonnenstrahlen. Apropos Spenden: Bürgermeister Dr. Ralf Göck verwies nicht ohne Stolz darauf, dass er hoffe, den neuen Römerspielplatz, der immerhin mit gut 85.000 Euro zu Buche schlage, zur Hälfte durch Spenden finanzieren zu können. Schon jetzt haben Privatpersonen und Unternehmen aus dem Ort dazu beigetragen, dieses Ziel zu erreichen, doch noch hofft der Bürgermeister auf weitere Spenden aus der Bevölkerung. Zu den bisherigen Spendern aus der mit der Gemeinde Brühl verbundenen Wirtschaft wie HIMA, Elektro Münch oder EnBW und Ehrenbürgern gehören übrigens zwei Bürgermeister aus entfernteren Gemeinden, nämlich Selcuk Gök und Pascal Wasow, die früheren Brühler Gemeinderäte, die inzwischen in anderen Kommunen an der Verwaltungsspitze stehen. Sie spendierten ihrer alten Heimatgemeinde eine Wippe in Form einer römischen Amphore.
Römischer Wachturm wird von den Kindern sofort gestürmt
Der Brühler Rathauschef dankte bei der Eröffnung nicht nur diesen Geld- und einigen Sachspendern sowie seinem Bauhof, sondern auch dem Rohrhofer Gemeinderat Wolfram Gothe, der schon seit langer Zeit darauf gedrängt hatte, in Rohrhof einen römischen Wachturm wieder auferstehen zu lassen. Die Idee, einen solchen nicht einfach aufzustellen sondern in ein Spielplatzkonzept für den sowieso zur Sanierung anstehenden Spielplatz einzubinden, kam dann vom Bauhofleiter, der nach intensiver Suche einige Kontakte und schließlich eine genau darauf spezialisierte Firma fand. Und, hat er seine Arbeit gut gemacht? Henry (6) nickt: „Das ist hier toll zum Toben.“ Das Bauhof-Team hat viele Arbeiten geleistet, die manchem nicht direkt auffallen, obwohl sie eigentlich beherrschend sind: Neben den 460 Quadratmetern Rollrasen wurden 96 Tonnen Sand verteilt, 60 Kubikmeter Hackschnitzel ausgebracht, 250 Kubikmeter Erdbewegungen vorgenommen, 25 Kubikmeter Beton für eine Bodenplatte verteilt. Alle diese Arbeiten sorgen dafür, dass Wachturm, Legionärshelm, Schleuder und andere Spielgräte mit Anleihen ans antike Rom mit vielen, wirklich vielen Kleinigkeiten für Erlebnisse entsprechend in Szene gesetzt werden.

Eventuell kommen auch noch Asterix und Obelix zu Wort
Übrigens ist geplant, dass Jugendgemeinderat und Jugendhaus gemeinsam die 25 Meter lange Mauer einer Garage, die an den Spielplatz grenzt, mit einem entsprechenden Graffiti versehen, also mit römischen Themen oder vielleicht auch mit den Comicfiguren Asterix und Obelix. Immerhin siedelten die Kelten, als ganz enge Verwandte der Gallier, einst ja auch in Rohrhof.
Spendenaktion läuft weiter
Die Spendenaktion für diesen besonderen Römer-Spielplatz läuft weiter – Einzahlungen mit dem Verwendungszweck „Jubiläumsspende für Spielplatz“ bei der Sparkasse Heidelberg IBAN: DE51 6725 0020 0021 0009 49 oder bei der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz IBAN: DE29 5479 0000 0007 0245 09 werden mit einer Spendenquittung beantwortet.
Quelle: I. Artelt
Zuletzt aktualisiert am 16. Juli 2026, 10:22


































