Speyer / Metropolregion Rhein-Neckar. Die Bundeswehr zieht die ehemalige Kurpfalzkaserne im Speyerer Norden als einen von acht möglichen Standorten für den neuen Wehrdienst in Betracht. Oberbürgermeisterkandidat Mike Oehlmann begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich, verbindet sie aber mit einer klaren Erwartung an die nun anstehenden Gespräche zwischen Bund, Land und Kommune.
„Wenn die Bundeswehr nach Speyer zurückkehrt, ist das zunächst eine gute Nachricht: für unsere Sicherheit, für unseren Wirtschaftsstandort und für die Soldaten und Menschen, die mit ihren Familien hier leben und arbeiten werden. Nach Jahren der Unsicherheit über die Zukunft dieses Areals bringt eine Entscheidung endlich Planungssicherheit für den Norden Speyers. Das ist mehr wert, als mancher glaubt“, so Oehlmann.
Gleichzeitig macht er deutlich, dass die Reaktivierung nicht ohne Konsequenzen für die Stadtentwicklung bleiben darf. Die lange Hängepartie um die Konversion der Liegenschaft habe Speyer bereits wertvolle Jahre gekostet; Jahre, in denen dringend benötigter Wohnraum und Gewerbeflächen hätten entstehen können. „Genau deshalb ist jetzt der Moment, mit dem Bund nicht nur über die militärische Nutzung zu sprechen, sondern auch über die Größe der künftigen Kasernengemarkung. Eine sinnvolle Verkleinerung der Fläche wäre kein Widerspruch zur Bundeswehr, sondern eine faire Lösung für beide Seiten“, erklärt Oehlmann.
Auf den freiwerdenden Randflächen sieht der Stadtrat und OB-Kandidat konkretes Potenzial für bezahlbaren Geschosswohnungsbau, als Angebot sowohl an möglichen zurückkehrende Bundeswehrangehörige und ihre Familien als auch an junge Menschen, und Familien, die sich in Speyer eine Zukunft aufbauen wollen. „Wohnraumknappheit lösen wir nicht durch Zuschauen, sondern durch kluge, pragmatische Planung. Wenn wir das jetzt richtig anpacken, wird aus einer schwierigen Ausgangslage eine echte Chance für unsere Stadt, für den Wirtschaftsstandort ebenso wie für eine gelingende Integration“, so Oehlmann weiter.
Dabei drängt Mike Oehlmann auf Tempo: „Die Bundeswehr wird dann zügig in die weitergehende Detailplanung des Geländes einsteigen. Genau deshalb brauchen wir schon jetzt, vor Abschluss dieser Planungen, zumindest eine grundsätzliche Einigung über Rest- und Randflächen für die Stadt. Wer hier zu spät kommt, verhandelt nicht mehr auf Augenhöhe, sondern nur noch über das, was übrigbleibt.“
Parallel dazu müsse die Stadt selbst liefern: Sowohl die notwendige Entwidmung der betreffenden Flächen als auch eine Anpassung des Flächennutzungsplans seien unumgänglich und sollten nicht erst nach einer Bundesentscheidung angestoßen werden. „Die Stadtplanung sollte hier zeitnah einen ersten Entwurf vorlegen. Nur wer frühzeitig ein konkretes Konzept auf den Tisch legt, kann eine zügige Umsetzung überhaupt erst ermöglichen“, so der parteiübergreifende OB-Kandidat.
Als zweiten, eng damit verknüpften Baustein nennt Mike Oehlmann das Polygongelände im Süden, das nach heutigem Stand nicht in die geplante Nutzung der Bundeswehr fallen dürfte. „Genau hier darf keine Zeit verloren werden. Der Ankauf des Polygongeländes muss jetzt mit Nachdruck vorangetrieben werden, damit uns diese Fläche für die dringend benötigte Stadtentwicklung nicht durch Zögern verlorengeht.“
Oehlmann kündigt an, sich im Falle seiner Wahl aktiv und frühzeitig in die Standortgespräche mit dem Bundesverteidigungsministerium einzubringen. Ziel müsse eine Lösung sein, die der sicherheitspolitischen Verantwortung Deutschlands gerecht wird und zugleich Speyers dringendsten Entwicklungsbedarf ernst nimmt. „Das ist keine Frage von Entweder – Oder. Mit klugen Verhandlungen können Bundeswehr und Stadtentwicklung in Speyer gemeinsam gewinnen.“
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Zuletzt aktualisiert am 15. Juli 2026, 09:16


































