Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar, 13. Juli 2026. Für die Privatbrauerei Eichbaum gibt es keine Zukunftslösung mehr: Nachdem sich in den vergangenen Monaten keine tragfähige Investoren- oder Sanierungslösung finden ließ, wird das Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb einstellen. Die Verantwortlichen informierten den Gläubigerausschuss bereits in der vergangenen Woche über die Entscheidung.
Zuvor waren verschiedene Möglichkeiten zur Sanierung und Fortführung des Betriebs intensiv geprüft worden. Nach Angaben der Eigenverwaltung erwiesen sich jedoch sämtliche Optionen als wirtschaftlich nicht umsetzbar.
Ausschlaggebend sei gewesen, dass eine Übertragung des Unternehmens auf einen Investor unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht mehr realisierbar sei. Zudem fehlten die finanziellen Mittel, um den Geschäftsbetrieb und mögliche Verkaufsverhandlungen fortzuführen, ohne die Insolvenzmasse und damit die Interessen der Gläubiger zu gefährden. Trotz eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen arbeite die Brauerei weiterhin defizitär. Nach der aktuellen Liquiditätsplanung könnten weitere Massedarlehen nicht zurückgeführt werden.
„Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv alle realistischen Optionen für eine Sanierung und den Erhalt der Privatbrauerei geprüft. Die Entscheidung zur Betriebseinstellung ist uns außerordentlich schwergefallen. Sie ist jedoch unausweichlich, weil eine weitere Fortführung die Ansprüche der Gläubiger gefährden würde und dies insolvenzrechtlich nicht zu verantworten ist“, erklärt Generalbevollmächtigter Dr. Christoph Glatt von der Kanzlei Schiebe und Collegen.
Von der Betriebseinstellung sind rund 240 Beschäftigte am Standort Mannheim betroffen. Sie sollen kurzfristig betriebsbedingte Kündigungen erhalten. Betroffen sind auch etwa 30 Mitarbeitende, die bereits einem Wechsel in eine Transfergesellschaft zugestimmt hatten. Diese Lösung kommt aufgrund des nun gescheiterten Erhalts des Unternehmens nicht mehr zustande.
Auch der Betriebsrat wurde über die Entscheidung informiert. In einer kurzfristig anberaumten Belegschaftsversammlung sollen die Beschäftigten persönlich über die nächsten Schritte informiert werden.
Der gerichtlich bestellte Sachwalter Thomas Oberle unterstützt das Vorgehen. Ziel sei es nun, im Interesse der Gläubiger eine geordnete Verwertung der Vermögenswerte sicherzustellen.
Im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens wird deshalb ein strukturierter Verkaufsprozess für die Vermögensgegenstände der Brauerei eingeleitet. Dazu gehört auch das Betriebsgelände an der Käfertaler Straße. Parallel soll ein kleines Abwicklungsteam den Geschäftsbetrieb geordnet auslaufen lassen und die noch vorhandenen Aufträge bis Ende September 2026 abschließen.
Die Geschäftsführer Uwe Aichele und Frank Reifel sprechen von einer schmerzlichen, aber unvermeidbaren Entscheidung. Zugleich dankten sie den Beschäftigten ausdrücklich für ihren langjährigen Einsatz, ihre Loyalität und ihre Verbundenheit mit der Privatbrauerei Eichbaum.
Hintergrund:
Ende Oktober 2025 hatte die Privatbrauerei Eichbaum GmbH & Co. KG einen Prozess gestartet, um sich im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens neu aufzustellen. Die Geschäftsführung um Uwe Aichele und Frank Reifel wird dabei unter-
stützt von Rechtsanwalt Dr. Christoph Glatt von der Kanzlei Schiebe und Collegen.
Rechtsanwalt Thomas Oberle von der Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz wurde durch das Insolvenzgericht zum Sachwalter bestellt. Im Verfahrensverlauf hatte der Gläubigerausschuss mehrere Fortführungskonzepte intensiv geprüft und bewertet
Zuletzt aktualisiert am 13. Juli 2026, 19:42


































