Weinheim / Bergstraße / Metropolregion Rhein-Neckar – Der invasive Götterbaum (Ailanthus altissima) breitet sich an der Bergstraße zunehmend aus und stellt Grundstückseigentümer sowie Naturschützer vor große Herausforderungen. Der Verein Blühende Bergstraße warnt davor, die Pflanze unüberlegt zu entfernen. Falsche Maßnahmen können die Ausbreitung sogar noch beschleunigen.
Bereits im Sommer 2023 wurde das Problem deutlich, als Projektmanager Bernhard Ullrich gemeinsam mit Tierhalterin Antje Gassmann eine stark vom Götterbaum befallene Weidefläche in Laudenbach begutachtete. Selbst Schafe und Ziegen meiden die Pflanze, während sie sich ungehindert weiter ausbreitet.
Einfach abschneiden verschlimmert das Problem
Experten weisen darauf hin, dass das bloße Abschneiden des Götterbaums keine Lösung ist. Im Gegenteil: Die Pflanze reagiert darauf mit einer Vielzahl neuer Wurzelschösslinge, die sich über ein weit verzweigtes Wurzelsystem bilden. Dadurch kann sich der Bestand innerhalb kurzer Zeit erheblich vergrößern.
Da es keine allgemeingültige Methode zur Bekämpfung gibt, bietet der Verein Blühende Bergstraße gemeinsam mit den beteiligten Kommunen eine kostenlose Beratung sowie eine Anlaufstelle zur Meldung von Vorkommen an.
Warum der Götterbaum so problematisch ist
Der ursprünglich aus Asien stammende Götterbaum gilt als eine der problematischsten invasiven Pflanzenarten Europas. Er wächst extrem schnell, kommt mit Hitze und Trockenheit hervorragend zurecht und verdrängt heimische Baum- und Pflanzenarten.
Bereits nach drei bis fünf Jahren bildet der Baum Blüten und Samen. Ein einzelner, etwa acht Meter hoher Baum kann dabei mehr als 500.000 Samen produzieren. Zusätzlich breitet sich die Art über Wurzelausläufer aus und kann innerhalb kurzer Zeit große Flächen besiedeln.
Hinzu kommt, dass sich der Götterbaum häufig an Mauern, Gebäuden oder in Fugen ansiedelt und dort erhebliche Schäden verursachen kann. Außerdem können Pflanzenteile allergische Reaktionen auslösen.
Sämlinge frühzeitig entfernen
Fachleute empfehlen, Sämlinge und junge Pflanzen möglichst früh vollständig einschließlich der Wurzeln zu entfernen. Bei größeren Bäumen sollte jedoch stets eine fachliche Bewertung erfolgen. Besonders weibliche oder zwittrige Exemplare außerhalb geschlossener Ortschaften sollten wegen ihrer hohen Ausbreitungsgefahr fachgerecht beseitigt werden. Innerhalb von Ortschaften muss jeder Einzelfall geprüft werden.
Ebenso wichtig ist die sichere Bestimmung der Pflanze, da der Götterbaum leicht mit anderen Baumarten wie dem Essigbaum verwechselt werden kann.
Kostenlose Beratung für Grundstückseigentümer
Der Verein Blühende Bergstraße hat gemeinsam mit den Mitgliedskommunen einen Informationsflyer erstellt und bietet Grundstückseigentümern kostenlose Beratung zur Erkennung und Bekämpfung des Götterbaums an. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung der invasiven Art möglichst frühzeitig zu verhindern und gleichzeitig Fehlmaßnahmen zu vermeiden.
Weitere Informationen sowie Hinweise zur Meldung von Vorkommen finden Interessierte auf der Internetseite des Vereins Blühende Bergstraße.
Bildunterschrift: In kurzer Zeit hat der invasive Götterbaum ein ungepflegtes Grundstück vollständig erobert. (Foto: Projektmanagement Blühende Bergstraße)
Quelle: Verein Blühende Bergstraße
Zuletzt aktualisiert am 8. Juli 2026, 17:30

































