
Oberbürgermeister Würzner würdigte das langjährige Wirken von Prof. Dr. Hentze in der weltweit renommierten Forschungseinrichtung EMBL – insbesondere als Direktor – und seine wertvolle und erfolgreiche Forschungsarbeit. Hierbei entstanden auch besondere Kooperationen mit der Universität Heidelberg, wie die Molecular Medicine Partnership Unit.
„Prof. Dr. Matthias Hentze ist eine Ausnahmepersönlichkeit in der deutschen Wissenschaftslandschaft“, betonte Oberbürgermeister Würzner: „Er hat gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe am EMBL wahre Pionierarbeit geleistet auf dem Gebiet der RNA-Biologie und RNA-bindenden Proteine. Dadurch können heute Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt besser verstehen, welche Bedeutung diese Prozesse zum Beispiel für die Entwicklungsbiologie und die Gehirnfunktion haben. Daneben hat Prof. Dr. Hentze wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet des Eisenstoffwechsels gemacht. Damit sind unterschiedliche Krankheiten verbunden, die dank seiner Arbeit heute besser behandelt werden können.“ Durch seine Forschung konnte Prof. Dr. Hentze ein neues Forschungsfeld in der Molekularbiologie am Wissenschaftsstandort Heidelberg etablieren.
Laudator Dr. Lautenschläger: „Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung“
Dr. Manfred Lautenschläger, Träger der Richard-Benz-Medaille der Stadt Heidelberg, ging in seiner Laudatio auf das Wirken von Prof. Dr. Hentze ein: „Matthias Hentze lag immer sehr daran, eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Medizin zu bauen. Eine Brücke zwischen Labor und Krankenbett. Eine Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung. Forschung darf nicht im Elfenbeinturm verbleiben. Sie muss ihren Weg in die Gesellschaft finden, sie muss letztlich den Menschen zugutekommen.“
„Diese Auszeichnung, für die ich zutiefst dankbar bin, ist ein großartiges Zeichen dafür, dass die gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung der Grundlagenforschung – im Gegensatz zu anderen Ländern – in Deutschland weiterhin anerkannt wird“, sagte Prof. Dr. Matthias Hentze.
Wissenschaftler, Wissenschaftsmanager, Nachwuchsförderer
Prof. Dr. Hentze gilt nicht nur als exzellenter Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager, sondern hat auch wesentliche Akzente zur Verbesserung des Verständnisses von wissenschaftlichem Fortschritt in einer zusehends skeptischen Öffentlichkeit gesetzt. Mit seiner persönlichen Strahlkraft und Überzeugungsfähigkeit hilft er, die Menschen in die aktuelle Forschung miteinzubeziehen und zu einem besseren Verständnis des Funktionierens des Lebens beizutragen. Dieses Wirken erbringt er weit über ein übliches Maß der Berufsausübung hinaus, mit Engagement, Weitblick und als Vorbild in vielerlei Hinsicht.
Förderer der International Summer Science School Heidelberg
Ein wichtiges Anliegen ist ihm zudem die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – unter anderem hat er die International Summer Science School Heidelberg (ISH), die die Stadt jährlich veranstaltet, wesentlich mitgeprägt und unterstützt. Seit 1996 bietet die ISH Schülerinnen und Schülern aus Partnerstädten die Möglichkeit zum Aufenthalt an Wissenschaftsinstitutionen. Von 2005 bis 2012 hatte Prof. Dr. Hentze den Vorsitz des Scientific Advisory Board der ISH inne. In dieser Zeit wurde das Programm auf andere internationale Wissenschaftseinrichtungen ausgeweitet und Kooperationen mit Partnern in Australien, USA und Südkorea aufgebaut.
Prof. Dr. Hentze hatte Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster sowie an den medizinischen Hochschulen von Southampton, Oxford, Glasgow und Cambridge studiert. 1984 erlangte er die Approbation als Arzt und promovierte zum Dr. med. an der Universität Münster. Für seine Leistungen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt – unter anderem mit der Otto-Warburg-Medaille (2025), die höchste deutsche Auszeichnung für Biochemiker, dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis (2000) und dem Lautenschläger-Forschungspreis der Universität Heidelberg (2007). Seit 2006 ist er gewähltes Mitglied der Deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Außerdem ist er Träger des Centenary Award der Biochemical Society (Großbritannien), des Lifetime Achievement Award der RNA Society (USA) und Ehrendoktor der Australian National University.
Quelle: Stadt Heidelberg
Zuletzt aktualisiert am 7. Juli 2026, 10:01

































