
Unter dem diesjährigen Motto „Freedom Fries – À la recherche du temps perdu / Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ versammelte die feeLit. herausregende Autorinnen und Autoren, Intellektuelle und Kulturschaffende, Journalistinnen und Journalisten sowie ein breites Publikum zusammen, um über Freiheit, Demokratie, Erinnerung, soziale Gerechtigkeit und die Herausforderungen der Gegenwart ins Gespräch zu kommen.
Das Festival machte einmal mehr deutlich, dass Literatur ein unverzichtbarer gesellschaftlicher Debattenraum ist – ein Ort des Austauschs, der Reflexion und der Verständigung in herausfordernden Zeiten.
Auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen bestätigte das Festival seine Bedeutung weit über Heidelberg hinaus. Berichte in Printmedien, Hörfunk und Fernsehen, darunter Beiträge des SWR und DLF KULTUR sowie eine breite Resonanz in regionalen und überregionalen Medien, unterstrichen die Strahlkraft des Festivals.
Besucherzahlen
Etwa 6.700 Besucherinnen und Besuchern zählte die feeLit. bei 27 Veranstaltungen sowie acht schooLit.-Formaten mit rund 250 Schülerinnen und Schülern. Am Sonntag ist die feeLit. – Internationales Literaturfestival Heidelberg zu Ende gegangen. Vier Tage lang wurde die halle02 erneut zum Ort literarischer Begegnungen, gesellschaftlicher Debatten und internationaler Perspektiven.
Die positive Bilanz ist umso bemerkenswerter, da die feeLit. 2026 unter deutlich veränderten Rahmenbedingungen stattfand. Aufgrund von Einsparmaßnahmen profitierten insbesondere weniger Schulklassen von dem Festival.
Die Verkürzung der Festivalzeit traf insbesondere das Schulprogramm schooLit. 75% weniger Schulklassen konnten dieses Jahr Literatur live erleben.
Die Publikums-Zahlen im Hauptprogramm haben sich entsprechend der Kürzungen halbiert.
Zu den Höhepunkten der diesjährigen Ausgabe zählte die Eröffnung mit Ministerpräsidenten a.D. Winfried Kretschmann, der im Gespräch mit Festivalleiterin Jagoda Marinić über sein Buch „Der Sinn von Politik ist Freiheit“, Hannah Arendt und die Rolle politischer Orientierung in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung sprach. Die Veranstaltung setzte den programmatischen Auftakt für ein Festival, das Literatur erneut als Ort demokratischer Verständigung verstand.
Große Aufmerksamkeit fand auch der Auftritt von Navid Kermani, der mit seinem Roman „Sommer 24“ einen literarischen Blick auf die Widersprüche der Gegenwart warf und damit einen der meistdiskutierten Abende des Festivals gestaltete.
Mit Didier Eribon begrüßte die feeLit. zudem einen der einflussreichsten europäischen Intellektuellen der Gegenwart. Seine Lesung aus „Foucault. Eine Biographie“ machte deutlich, welche Bedeutung Literatur und Philosophie für die Auseinandersetzung mit Fragen von Macht, Freiheit und gesellschaftlicher Teilhabe besitzen.
Weitere Akzente setzten die Leipziger Buchpreisträgerinnen Katerina Poladjan und Marie-Janine Calic, der Friedenspreisträger Navid Kermani, der international ausgezeichnete Autor Miljenko Jergović sowie Jurij Andruchowytsch, dessen „Briefe in die Ukraine“ eindrücklich die Verbindung von Literatur und politischer Wirklichkeit sichtbar machten.
Mit acht schooLit-Veranstaltungen und rund 250 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern wurde darüber hinaus ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Bildung und Leseförderung geleistet.
Die feeLit. hat damit einmal mehr gezeigt, dass Literatur weit mehr ist als Unterhaltung: Sie schafft Räume für Austausch, Reflexion und gesellschaftliche Verständigung. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung bleibt sie ein Ort, an dem unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und Debatten geführt werden können, die weit über die Literatur hinausreichen.
Die künstlerische Leiterin, Jagoda Marinić, bilanzierte die vier überaus erfolgreichen Tage wie folgt:
„Ich freue mich, dass wir die feeLit. durch dieses Krisen-Jahr tragen konnten und weiterhin hochkarätige und internationale Gäste präsentieren konnten. Ich danke allen Förderern und Unterstützern sehr, dass wir unsere Strahlkraft über Heidelberg hinaus bewahren konnten. Es war für alle ein Kraftakt und die Schulklassen zu verlieren war schmerzhaft. Insgesamt sind wir froh, dass wir das Festival qualitativ trotz allem auf demselben Niveau durchführen konnten. Ich danke allen Autor:innen und Mitwirkenden.“
Das Festival hat sich innerhalb weniger Jahre als fester Bestandteil des Kulturkalenders etabliert und ist heute eine der wichtigsten literarischen Plattformen im südwestdeutschen Raum. Es bringt internationale Stimmen nach Heidelberg, stärkt die kulturelle Sichtbarkeit der Stadt und macht Literatur zu einem lebendigen gesellschaftlichen Ereignis.Heidelberg braucht die FeeLit. Literatur ist gesellschaftlicher Debattenraum. Die nächste Ausgabe der feeLit. ist für 2027 geplant.
Quelle: feeLit.Internationales Literaturfestival Heidelberg / Stadt Heidelberg
Zuletzt aktualisiert am 7. Juli 2026, 10:08

































