Rhein-Pfalz-Kreis / Metropolregion Rhein-Neckar – Katastrophale Zustände mit Fäkalien, Müll und Gestank: Veterinäramt rettet 26 Hunde, 17 Katzen und sechs Kaninchen aus Privathaltung.
Abgemagert, verängstigt und in vollgekoteten Räumen untergebracht: Das Veterinäramt des Rhein-Pfalz-Kreises hat zusammen mit der Kriminalpolizei, dem Ordnungsamt und der Tierrettung Mitte Juni zahlreiche Tiere aus einer desaströsen Lage gerettet. Insgesamt 26 Hunde, 17 Katzen und sechs Kaninchen wurden einem Halter aus dem mittleren Rhein-Pfalz-Kreis weggenommen, der die Tiere in seiner extrem zugemüllten Wohnung hielt. Die Tiere befanden sich in einem schlechten Pflege- und Gesundheitszustand und waren von Parasiten befallen.
Vorausgegangen war der Wegnahme eine anonyme Anzeige bei der Polizei wegen illegalen Handels mit stark missgebildeten Chihuahua-Welpen. Bei einer darauffolgenden Kontrolle des Veterinäramts, der Kriminalpolizei und des Ordnungsamts verweigerte der Tatverdächtige den Zutritt zu seinem Gelände und stritt zunächst ab, Welpen zu haben.
Nach längerer Diskussion und hörbarem Bellen kleinerer Hunde präsentierte der Halter schließlich einige Tiere – einen Chihuahua, eine Französische Bulldogge sowie drei Chihuahua-Welpen. Alle Junghunde wiesen einen starken Flohbefall sowie haarlose Stellen im Fellkleid und zu lange, teils gelblich verfärbte und mit Kot verkrustete Krallen auf. Sie wirkten teilnahmslos bis verängstigt.
Dem Halter wurde aufgetragen, mit den Junghunden zum Tierarzt zu gehen und dies dem Veterinäramt gegenüber nachzuweisen. Nachdem dies nicht erfolgte und sich der Verdacht erhärtete, dass noch weitere Tiere nicht tierschutzgerecht im Haus gehalten werden, wurde ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt.
Bei der Durchsuchung offenbarten sich im Haus katastrophale Zustände. Müll und Unrat stapelten sich teils bis an die Decke und der Boden war zum Großteil nicht mehr zu erkennen, da dieser mit Kot und Dreck bedeckt war. Es lag ein erdrückender Gestank nach Müll, Fäkalien, Schweiß und Tieren in der Luft.
Im Hausflur saßen drei abgemagerte Zwergkaninchen sowie eine abgemagerte Katze. Im Badezimmer befand sich ein hochgradig ausgezehrter Continental Bulldog mit handflächengroßer Kopfverletzung, der in einer mit Müll gefüllten Badewanne saß. Im Kinderzimmer befand sich ein weiteres Zwergkaninchen in einer verunreinigten Katzentoilette und eine weitere ausgezehrte Katze.
Im Wohnzimmer wurden 25 weitere Hunde aufgefunden – insbesondere Chihuahuas oder Chihuahua-Mischlinge, aber auch zwei französische Bulldoggen, zwei Pomeranians, ein Husky, ein Malteser und ein Malinois. Unter den Hunden waren vier wenige Tage alte Welpen, deren Augen noch geschlossen waren. Auch zwei etwa sechs bis acht Wochen alte Chihuahua-Welpen saßen in einem vollgekoteten Hundekäfig.
Ebenso wurden 15 Katzen verschiedener Rassen im Wohnzimmer vorgefunden. Alle Katzen litten an Katzenschnupfen und präsentierten symptomatisch Augen- und Nasenausfluss sowie Niesen.
Die Tiere waren überwiegend abgemagert bis dünn und in schlechtem Pflege- und Gesundheitszustand. Sie waren durchweg innerlich und äußerlich von Parasiten befallen. Zwei der Katzen waren trächtig.
Alle Tiere wurden durch die Tierrettung in drei Tierheimen und Tierschutzvereinen untergebracht, wo sie versorgt und tierärztlich behandelt wurden. Die meisten der Tiere entwickeln sich mittlerweile sehr gut, einige von ihnen haben bereits Interessenten für eine Vermittlung.
Der Tierhalter muss mit einem Tierhalte- und Betreuungsverbot sowie einem Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz rechnen.
Quelle: Kreisveraltung Rhein-Pfalz-Kreis
Zuletzt aktualisiert am 6. Juli 2026, 11:41






































