Mit „Romería – Das Tagebuch meiner Mutter“ läuft in der Kinowoche vom 9. bis 15. Juli im Cinema Quadrat neu in Mannheim ein herausragendes Familiendrama, in das Regisseurin Carla Simón auch autobiografische Erfahrungen einfließen lässt. „Packend, einfühlsam und still bewegend… Carla Simón hat das seltene Talent, dieses wechselhafte Biest einzufangen, das man Familie nennt.“ (Screen International)
Super Musik im Sommerkino Open Air: „Radio Rock Revolution“ erzählt von einem Piratensender, der in den 60ern die Musik der Jugend nach Großbritannien bringt, die die BBC lieber verschweigt… „Der lustigste Musikdampfer der Welt: „Radio Rock Revolution“ von Richard Curtis überzeugt als grandioser Comedyreigen.“ (Tagesspiegel)
Als Wiederaufführung in restaurierter Fassung erneut in den Kinos: Der Skandalfilm „Im Reich der Sinne“ von Nagisa Ōshima über die zerstörerische Kraft der Obsession ist ein Meisterwerk des erotischen Kinos. (Infos zum Film: https://rapideyemovies.de/im-reich-der-sinne-in-the-realm-of-the-senses/)
Eine Wiederaufführung der besonderen Art gibt es mit „Aktion Schmetterling“, der zum 85. Geburtstag von May Spils („Zur Sache, Schätzchen“) läuft: Werner Enke, der sprücheklopfende Hauptdarsteller, verletzte sich während der Dreharbeiten, der Film kam verspätet und ohne Werbung in die Kinos, Spils und Enke zogen ihn nach wenigen Tagen zurück. Jetzt kann diese flotte Komödie um Spionage und Altstudenten mit Schwabing-Flair auf die große Leinwand! (Infos zum Film: https://www.wernerenke.de/aktion-schmetterling)
Begleitend zur Technoseum-Ausstellung „Crime – Die Technik des Verbrechens“ läuft als erster Teil einer Filmreihe das Justizdrama „Just Mercy“ nach wahren Begebenheiten – ein Film über den struktuellen Rassismus in den USA.
Informationen zur Filmreihe: https://cinema-quadrat.de/filmreihen-crime/ – Informationen zur Ausstellung: https://www.technoseum.de/crime/
Neu in Mannheim
Romería – Das Tagebuch meiner Mutter
ESP/DEU 2025. R: Carla Simón. D: Llúcia Garcia, Mitch, Tristán Ulloa, Miryam Gallego, Janet Novás. 112 Min. SpanOmdtU. FSK: 16
Für ihr Filmstudium-Stipendium braucht Marina eine Unterschrift. Sie reist quer durch Spanien nach Vigo an die Atlantikküste, zur Familie ihres Vaters – der war, wie auch ihre Mutter, an Aids gestorben. Nun kommt Marina, begleitet vom Tagebuch ihrer Mutter, an den Ort, wo ihre Eltern die kurze, wilde Zeit ihrer Liebe in den 80er Jahren erlebten, im Aufbruch nach Ende der Franco-Diktatur. Marina taucht ein in die schwirrende Welt voller neuer Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen – und von Geschichten, die sich auf seltsame Weise widersprechen. Denn die Großeltern schämen sich ihres drogensüchtigen Sohnes…
Carla Simón gelingt es großartig, realistische Familienszenen heraufzubeschwören, bindet die spanische Landschaft und Kultur perfekt in die Atmosphäre ein; und verarbeitet mit diesem Film autobiografisch den Aidstod ihrer eigenen Eltern. „Pure Kinomagie.“ (epd Film)
Termine:
Do. 9.7. & Sa. 11.7., 19:30 Uhr, Di. 14.7. & Mi. 15.7., 17:30 Uhr
Sommerkino Open Air
Radio Rock Revolution
GBR/DEU/FRA 2009. R: Richard Curtis. D: Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Kenneth Branagh, Nick Frost, Emma Thompson, Rhys Ifans, Gemma Arterton. 135 Min. DF. FSK: 12
Beatles, Kinks, Cream, Rolling Stones: Die BBC war in den 1960ern eine prüde Anstalt, denn was in der Jugend- und Popkultur vor sich ging, zog man vor zu verschweigen. Es schlug die Stunde der inoffiziellen Piratensender, die von Schiffen aus den Sound der Sixties in die Jugendstuben lieferten. Radio Rock beispielsweise, jenseits der Drei-Meilen-Zone, wird geleitet von Quentin, dessen 18jähriges Patenkind Carl gerade als Praktikant anfängt und mitten hineingerät in die Sex-Drugs-Rock’n’Roll-Welt des freigeistigen Radiosenders. Diesem freilich droht Ungemach: Die Regierung will die gerade so legalen Piratensender ein für alle Mal verbieten…
Vorlage der fiktiven Handlung ist Radio Caroline, das seit seiner Gründung 1964 die Vielfalt des Radios – und der Musik – entscheidend erweiterte.
Open Air-Vorstellung – bei schlechtem Wetter im Kinosaal
Einlass ab 20:15 Uhr – Eintritt: 10 € / 7 € erm. / 6 € Mitglieder Cinema Quadrat e.V.
Termine:
Fr. 10.7., 22:00 Uhr
Wiederaufführung
Im Reich der Sinne
JPN, FRA 1976. R: Nagisa Ōshima. D: Eiko Matsuda, Tatsuya Fuji, Aoi Nakajima, Yasuko Matsui, Meika Seri. 102 Min. JapOmdtU. FSK: 18
Ein Film nach einem wahren Fall 1936 in Japan: Abe Sada arbeitet im Geisha-Haus von Kichizō, zwischen ihnen entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Kichizō verlässt seine Familie für Sada, verfällt ihr mehr und mehr, sie geben sich abgeschottet von der Außenwelt ihren grenzenlosen Begierden hin, bis zum letzten, tödlichen Liebesakt.
Nagisa Ōshimas bekanntester Film gilt als Klassiker des erotischen Kinos – und sorgte wegen seiner Radikalität und Explizität für einen Skandal. Nun kommt der Film in restaurierter Qualität wieder in die Kinos: „Dieser kompromisslose Film ist nicht im Geringsten gealtert – vielleicht, weil Filme, die wirklich von Sex handeln, noch immer so selten sind, trotz der angeblichen Sexualisierung, die uns überall umgibt. Ōshimas Film erweitert und vertieft die sinnliche Sphäre.“ (The Guardian)
Nagisa Ōshima war 1995 beim 10. Mannheimer Filmsymposium zu Gast im Cinema Quadrat.
Am Dienstag, 14.7. mit Einführung von Dr. Peter Bär
Termine:
Sa. 11.7., 21:30 Uhr, Di. 14.7., 19:30 Uhr
May Spils zum 85.
Aktion Schmetterling
DEU 1983. R: May Spils. D: Werner Enke, Beatrice Richter, Henry van Lyck, Michael Gahr. 83 Min. FSK: 12
Spionage! Hund Wurstl schwimmt über die Saale in die DDR; zugleich wird die DDR-Agentin Charlotte nach München geschickt. Zwischen den Fronten: die Alt-Studenten Charly und Henry – letzterer das Herrchen von Wurstl und abgebrannter Herzensbrecher, ersterer notorischer Lebensverbummler und Arbeitsverweigerer. Er verliebt sich in Charlotte. Und gerät in eine Agentenfarce um ein Gewehr, das ums Eck schießen kann, und verfeindete eineiige Zwillinge in Ost und West.
Hauptdarsteller Werner Enke brennt ein Feuerwerk an Sprüchen, Gags und pseudophilosophischen Weisheiten ab, Regisseurin May Spils (ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN) setzt in perfektem Timing Slapstick vom Feinsten in Szene – dennoch hat den Film kaum einer je gesehen: Unter dem Titel „Mit mir nicht, du Knallkopp“ kam er nach langen Produktionsverzögerungen ohne Werbung ins Kino, Spils und Enke zogen ihr Werk nach wenigen Tagen zurück. Jetzt kann der Film neu entdeckt werden.
May Spils wird am 29. Juli 85 Jahre alt.
Vorfilm: DAS PORTRÄT, 10 Minuten, R: May Spils – ausgezeichnet mit dem Diplom der Internationalen Jury bei der Mannheimer Filmwoche 1966
Einführung: Harald Mühlbeyer
Termine:
So. 12.7., 19:30 Uhr
Crime – Die Technik des Verbrechens
Just Mercy
USA 2019. R: Destin Daniel Cretton. D: Michael B. Jordan, Jamie Foxx, Brie Larson, Rafe Spall, Tim Blake Nelson. 137 Min. EnglOmdtU. FSK: 12
Alabama, Ende der 1980er: Der junge, afroamerikanische Anwalt Bryan Stevenson gründet die Equal Justice Initiative, um zu Unrecht Verurteilte zu verteidigen – zumeist Unterprivilegierte, zumeist Schwarze. Sein erster Fall ist spektakulär: Walter McMillan war wenige Jahre zuvor wegen Mordes zum Tode verurteilt worden, aufgrund einer einzigen widersprüchlichen Zeugenaussage und obwohl er ein Alibi mit 20 Zeugen vorweisen konnte…
JUST MERCY ist ein Gerichtsfilm, der die tiefen rassistischen Strukturen in der amerikanischen Justiz und in der amerikanischen Gesellschaft offenlegt: „Als Schwarzer wird man dauernd verdächtigt, beschuldigt, misstrauisch beobachtet, für schuldig befunden und sogar gefürchtet. Die Bürde, die Schwarze damit zu tragen haben, lässt sich nur verstehen, wenn wir uns gründlich mit der Geschichte des Rassenunrechts auseinandersetzen“, so Bryan Stevenson, auf dessen Autobiografie der Film beruht.
Begleitend zur Technoseum-Ausstellung „Crime – Die Technik des Verbrechens“ (25.6.2026 bis 27.6.2027) laufen auch noch im September „Der rosarote Panther“ und im Dezember „M – Eine Stadt sucht einen Mörder.
Einführung: Dr. Anne Mahn, Projektleitung der Ausstellung „Crime“ im Technoseum
Termine:
Mi. 15.7., 19:30 Uhr
Quelle: Cinema im Qudrat e.V.
Zuletzt aktualisiert am 6. Juli 2026, 10:18

































