
Speyer/Metropolregion Rhein-Neckar – Die Eröffnung der Ausstellung „Echo“ in der „Maxi 99“ wurde am vergangenen Donnerstagabend, den 18. Juni,
zu einem eindrucksvollen Statement für die künstlerische Präsenz des Ateliers Molemol in Speyer.
Rund 120 Besucher*innen füllten trotz tropischer Temperaturen die drei Ausstellungsräume des
Hohenfeld‘schen Hauses – ein deutliches Zeichen für das wachsende
Interesse an inklusiver Kunst und an der Auseinandersetzung mit dem
Werk des 2024 verstorbenen Speyerer Künstlers Fred Feuerstein,
dessen Arbeiten im öffentlichen Raum bis heute das Stadtbild prägen.
Die Stadt Speyer stellte die Räume für das inklusive Ausstellungsprojekt
zur Verfügung, das von Ute Wolf und Dr. Karin Bury initiiert wurde. Ute
Wolf, Naturwissenschaftlerin und Museumspädagogin, arbeitete mit
ihrem Verein Forschungswerkstatt Natur-Kunst-Technik e.V. seit den
frühen 2000er Jahren eng mit Fred Feuerstein zusammen. Aus dieser
Zusammenarbeit entstand unter anderem das bekannte Spinnen-
Spiel-Kunstwerk im Domgarten.
Dr. Karin Bury, Malerin und Kunsthistorikerin, leitet seit 2010 die
Kreativgruppen der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt. Aus diesen
Gruppen entwickelte sich 2015 das Atelier Molemol, ein professionell
begleitetes Angebot für besonders künstlerisch begabte Erwachsene
mit Behinderung. Die Begegnung der beiden Initiatorinnen im Jahr
2025 führte schließlich zur Idee einer Ausstellung, die Feuersteins Werk
Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt gGmbH, Theodor-Heuss-Str. 1, 67346 Speyer
anlässlich seines 80. Geburtstags im Jahr 2026 nicht nur würdigen, sondern ihm neue bildhafte
Stimmen – die „Echos“ zur Seiten stellen sollte.
Mit Unterstützung von Moritz Feuerstein, Rosalie Kemmerer und Jasmin Preis, der Familie des
Künstlers, durften sich die neun „Molemols“ im Originalatelier in der Flachsgasse mit dessen
Werken vertraut machen. Aus dieser intensiven Auseinandersetzung entstanden 29 Exponate,
die in Einzel- und Gemeinschaftsarbeiten sowie inklusiven Projekten zusammen mit den
Atelierbegleitern umgesetzt wurden.
Die Molemol-Künstler*innen entwickelten jeweils eigene Zugänge zu Feuersteins Werken.
Manche Arbeiten zeigen eine direkte formale Nähe, andere greifen seine Impulse freier und
intuitiver auf. Die leuchtende Farbigkeit der „Genese-Tafeln“, von der ein Großdruck in der
Ausstellung zu sehen ist, wurde zu einem verbindenden Element vieler Molemol-Arbeiten.

Feuersteins ikonische Sonnenstrahlen und gestreifte Stelen fanden ihren Widerhall in
farbintensiven Wandobjekten aus bunt gefassten Dachlatten oder in der eindrucksvollen Arbeit
„Spielverderber“ – einer gestreiften Holzsäule, über die eine dunkle Figur schwarze Farbe gießt.
Das Werk setzt ein klares Zeichen gegen jene Kräfte, die Vielfalt und Offenheit bedrohen.
Auch die umweltkritischen Positionen Feuersteins wurden aufgenommen: Werke wie „Die
Korallen dürfen nicht sterben“, „Windrad“, „Es brennt in Afrika“ oder „Stadt“ formulieren
künstlerische Antworten auf seinen Appell zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Natur
und Gesellschaft. Großformatige Gemälde wie „Splash“ und „Dripping“ wiederum greifen die
fließenden Formen auf, die Feuerstein in Werken wie „Licht im Dunkel“ entwickelte.
Mit der Installation „Tromperd“ aus ausgemusterten Blasinstrumenten knüpften die Molemols
an Feuersteins spielerischen Umgang mit Recyclingmaterialien an und schufen eine neue,
humorvolle Spezies mit „Mundstückohren“.
Die inklusive Formation 21 Plus & Freunde unter Leitung von Norbert Hauck führte die Gäste
der Vernissage mit Gitarrenklängen, Percussion und Gesang in die Ausstellung. Die
musikalische Energie der Gruppe trug wesentlich zur offenen, lebendigen Atmosphäre des
Abends bei. Ihre Mitglieder: Norbert Hauck (Gesang und Gitarre), Tomas Hauck (Schlagzeug),
Sascha Giebfried (Cajon), Antonia Türck und Jaron Posehn (Schellenkranz).

Kulturbürgermeister Prof. Dr. Alexander Schubert eröffnete die Schau und würdigte sowohl die
Initiatorinnen als auch das Atelier Molemol und das Werk Fred Feuersteins. Die Band brachte
anschließend ordentlich Bewegung in den Raum, sodass trotz der warmen Temperaturen
spontan getanzt wurde.
In ihren Ansprachen dankten Ute Wolf und Dr. Karin Bury der Stadt Speyer, den Förderern von
der Kulturstiftung Speyer und der Josef A. Geyer-Stiftung sowie den vielen Kolleg*innen der
Lebenshilfe, die das Projekt ermöglicht hatten. Ein besonderer Dank galt dem Unternehmen
Berzel-Brezel aus Speyer für die großzügige Spende von 100 Brezeln zur Vernissage.
Dr. Karin Bury stellte anschließend die beteiligten Künstler*innen vor: Christa Bellmann, Martin
Fehr, Tobias Fehr, Roland Hagen, Simone Meinzer, Angelika Schmitt, Jürgen Stahl, Kerstin
Stetter und Eva Wünstel – neun starke Personen, die mit ihren Arbeiten eindrucksvoll zeigen,
dass das Atelier Molemol längst ein ernstzunehmender Teil der Speyerer Kunstszene ist.
Die Ausstellung „Echo“ ist noch bis Sonntag, 26. Juli 2026, jeweils donnerstags bis sonntags
von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ein barrierefreier Zugang zu den Räumen im Erdgeschoss besteht
über den Innenhof.
Alle Daten im Überblick:
Ausstellungsort: „Maxi 99“ , Ausstellungsraum der Stadt Speyer
Maximilianstraße 99, Erdgeschoss
67346 Speyer
Die „Maxi 99“ hat einen barrierefreien Nebeneingang mit Rampe.
Toiletten befinden sich im Kulturhof Flachsgasse (gegenüber).
Öffnungszeiten: bis 26. Juli 2026
Donnerstag bis Sonntag, 11 – 17 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Ansprechpartnerin: Ute Wolf, Telefon: 0176 92615097
Eintritt frei
BU: Nicht nur die Künstler*innen des Ateliers Molemol stellen ihre Werke in der
Ausstellung Echo aus. Auch die Originale des Speyerer Künstlers Fred Feuerstein sind im
„Maxi 99“ zu sehen. © Hubert Glomb, Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt
Die inklusive Band „21 Plus & Freunde“ sorgte für eine musikalische
Untermalung der Vernissage. © Sonja Paschek, Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt
Kulturbürgermeister Prof. Dr. Alexander Schubert begrüßte die Gäste der
Vernissage und würdigte das inklusive Projekt der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt und der
Forschungswerkstatt Natur-Kunst-Technik. (Von links nach rechts: Prof. Dr. Alexander
Schubert, Dr. Karin Bury (Leiterin Atelier Molemol), Ute Wolf (Vorsitzende
Forschungswerkstatt Natur-Kunst-Technik e.V.) © Hubert Glomb, Lebenshilfe Speyer-
Schifferstadt
Zuletzt aktualisiert am 28. Juni 2026, 00:04


































