Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar – Die Jubiläumsausstellung „Alles Kunst?“ feiert 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn. Sie rückt eine Frage in den Fokus, die das Haus seit seiner Gründung begleitet: Wie lassen sich bildkünstlerische Werke aus psychiatrischem Kontext ausstellen, von denen viele ursprünglich nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren oder nicht als Kunst erschaffen wurden? Die Schau präsentiert auf neue Weise ikonische Arbeiten der Sammlung, die auf Kunst von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung spezialisiert ist. So werden etwa die handgefertigten Geldscheine von Else Blankenhorn nachgedruckt und können von Besucher*innen gegen Euro „eingetauscht“ werden. Die lebensgroße Puppe von Katharina Detzel, von der bislang nur ein Foto überliefert war, wurde detailgetreu rekonstruiert. Auch die Bodeninstallation von Marie Lieb ist erstmals wieder als räumliche Arbeit erfahrbar. Auf diese Art und Weise reflektiert die Ausstellung gleichzeitig die Präsentationspraxis der letzten 25 Jahre: Wird die bisherige Form der Präsentation als Kunst den Exponaten gerecht – oder fordern die Werke neue, erweiterte Formen des Ausstellens? Die Ausstellung wird gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung, die Stadt Heidelberg, die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN), die Hans-Ruland-Stiftung und die Freunde der Sammlung Prinzhorn e.V.
Über die Sammlung Prinzhorn
Die Sammlung Prinzhorn des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen
Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg ist ein Museum für Kunst von Menschen mit
psychischen Ausnahme-Erfahrungen und gehört zum Department für Psychosoziale Medizin,
Prävention und Familiengesundheit des Universitätsklinikums Heidelberg. Der historische
Bestand umfasst etwa 8.000 Werke – Zeichnungen, Aquarelle, Gemälde, Skulpturen, Textilien und Texte – die von Insass*innen psychiatrischer Anstalten zwischen 1840 und 1945 geschaffen wurden. Dieser weltweit einzigartige Fundus wurde größtenteils vom Kunsthistoriker und Psychiater Hans Prinzhorn (1886–1933) während seiner Tätigkeit als Assistenzarzt an der Psychiatrischen Klinik der Universität Heidelberg zusammengetragen. Seit 1980 wächst die Sammlung erneut, und umfasst mittlerweile rund 40.000 Werke von Psychiatrie-Erfahrenen. Das Museum präsentiert jährlich zwei bis drei thematische Ausstellungen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beizutragen. Durch die Kontextualisierung und Interpretation von Kunstwerken, die von psychischen AusnahmeErfahrungen und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen geprägt sind, fördert es die Inklusion
betroffener Menschen. Doch das Haus versteht sich nicht nur als Museum und Ausstellungsort, sondern auch als wissenschaftliche Einrichtung, die das Schicksal der vertretenen Künstler*innen, ihre Werke sowie weiterführende Fragestellungen erforscht. www.sammlung-prinzhorn.de
Ausstellungsdauer: 28. Juni 2026 bis 31. Januar 2027
Eröffnung: 27. Juni 2026, 18 Uhr
Weitere Informationen im Internet
Webseite des Museum Sammlung Prinzhorn
Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Voßstraße 2, 69115 Heidelberg
Quelle: Sammlung Prinzhorn
Zuletzt aktualisiert am 23. Juni 2026, 09:51

































