Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar. Wohnen ist weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Es ist die Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, Bildung, Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben. Angesichts steigender Mieten, knappen Wohnraums und wachsender sozialer Ungleichheit fordert die AWO Mannheim entschlossenes politisches Handeln auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.
Die Lage auf dem Mannheimer Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die AWO Mannheim vor den sozialen Folgen eines möglichen Wegfalls der Mietpreisbremse gewarnt. Aus Sicht des Wohlfahrtsverbandes drohen insbesondere Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen zunehmend aus ihren angestammten Quartieren verdrängt zu werden.
„Wohnen entscheidet heute mehr denn je über gesellschaftliche Teilhabe. Wer einen Großteil seines Einkommens für die Miete aufbringen muss, hat weniger Chancen auf Bildung, Kultur, Gesundheit und soziale Kontakte. Wohnen ist eine soziale Frage und keine Ware wie jede andere“, erklärt Alexander Manz, Vorstand der AWO Mannheim.
Die AWO erlebt die Folgen dieser Entwicklung täglich in ihren Beratungsangeboten, Quartiersprojekten und sozialen Einrichtungen. Gerade ältere Menschen, Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern, Menschen mit Behinderungen sowie Personen mit geringen Einkommen geraten zunehmend unter Druck.
„Wer über Wohnungsbau spricht, darf nicht nur über Quadratmeter und Investitionskosten reden. Es geht um Menschen. Es geht um die Frage, ob Familien in ihrem Stadtteil bleiben können, ob ältere Menschen nicht vereinsamen und ob Kinder die gleichen Chancen erhalten wie andere“, so Manz weiter.
Die AWO Mannheim begrüßt die Bemühungen der Stadt Mannheim, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Gleichzeitig sei klar, dass die Herausforderungen nur gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen bewältigt werden können. Notwendig seien deutlich mehr Sozialwohnungen, eine langfristige Sicherung von Mieterschutzinstrumenten sowie stärkere Investitionen in Quartiersarbeit und soziale Infrastruktur.
Die AWO Mannheim wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Wohnen als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden wird. Denn soziale Teilhabe beginnt nicht erst in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Verein. Sie beginnt dort, wo Menschen ein bezahlbares Zuhause haben.
Quelle: Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Mannheim e.V
Zuletzt aktualisiert am 16. Juni 2026, 14:39

































