
Speyer/Metropolregion Rhein-Neckar – Im Jubiläumsjahr der Technik Museen Sinsheim Speyer setzt der „Space
Summer“ im Technik Museum Speyer seine Veranstaltungsreihe fort. Nach dem Auftakt
mit der deutschen Astronautin Rabea Rogge am 20. Juni erwartet die Besucher am
Samstag, 18. Juli 2026, ein weiteres Raumfahrt-Highlight: Die ehemalige NASA-
Astronautin Kathryn Thornton berichtet persönlich von ihren Erfahrungen im All.
Von 14 bis etwa 16 Uhr nimmt Thornton die Besucher im FORUM Kino des Technik Museum
Speyer mit auf eine Reise durch ihre vier Space-Shuttle-Missionen. Im Anschluss an den
Vortrag folgt eine Gesprächs- und Fragerunde mit dem Publikum. Für Kinder bis 14 Jahre
besteht zudem die Möglichkeit für ein Erinnerungsfoto mit der Astronautin.
Kathryn Thornton zählt zu den erfahrensten Astronautinnen der NASA. Zwischen 1989 und 1995
absolvierte sie vier Weltraummissionen und verbrachte insgesamt mehr als 40 Tage im
All. Darüber hinaus absolvierte sie drei Außenbordeinsätze mit einer Gesamtdauer von
über 21 Stunden. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Der Zutritt ist mit
einer gültigen Eintrittskarte des Technik Museum Speyer möglich. Die Teilnehmerzahl ist
begrenzt. Weitere Informationen gibt es unter:
www.technik-museum.de/events/jahreskalender/kathryn-thornton.
Mit dem NASA-Astronauten Mark Lee steht am 8. August 2026 bereits der dritte Gast des
„Space Summer“ fest. Die Veranstaltungsreihe ermöglicht im Jubiläumsjahr persönliche
Begegnungen mit renommierten Persönlichkeiten der internationalen Raumfahrt.
Kathryn Thorntons Werdegang
Kathryn Thornton wurde am 17. August 1952 in Montgomery, Alabama, geboren. Nach ihrem
Schulabschluss an der Sidney Lanier High School im Jahr 1970 studierte sie Physik an der
Auburn University, wo sie 1974 den Bachelor of Science und 1977 den Master of Science
erwarb. 1979 promovierte sie in Physik an der University of Virginia. Anschließend erhielt sie
ein NATO-Postdoktorandenstipendium und setzte ihre Forschung am Max-Planck-Institut für
Kernphysik in Heidelberg fort. 1980 begann sie ihre Tätigkeit als Physikerin am Foreign Science
and Technology Center der US-Armee in Charlottesville, Virginia. Im Mai 1984 wurde Kathryn
Thornton von der NASA für die zehnte Astronautengruppe ausgewählt. Nach Abschluss ihrer
Ausbildung zur Missionsspezialistin im Juli 1985 übernahm sie verschiedene technische
Aufgaben, darunter die Überprüfung der Flugsoftware im Shuttle Avionics Integration
Laboratory (SAIL) im Johnson Space Center in Houston, die Mitarbeit im Vehicle Integration
Test Team (VITT) am Kennedy Space Center in Florida sowie die Tätigkeit als
Raumfahrzeugkommunikatorin (CAPCOM) im Mission Control Center. Insgesamt flog Kathryn
Thornton viermal ins Weltall.

Mission STS-33 „Discovery“
Bei ihrer ersten Mission gehörte Kathryn Thornton zur fünfköpfigen Besatzung der Raumfähre
„Discovery“ (STS-33), die am 23. November 1989 vom Kennedy Space Center in Florida
startete. Während der fünftägigen Mission im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums
wurden verschiedene militärische Operationen durchgeführt. Hauptaufgabe war das Aussetzen
eines militärischen Aufklärungssatelliten. Die Landung erfolgte am 28. November 1989 auf der
Edwards Air Force Base in Kalifornien. Thornton verbrachte bei dieser Mission 5 Tage, 6
Minuten und 46 Sekunden im Weltraum und absolvierte 79 Erdumrundungen.
Mission STS-49 „Endeavour“
Am 7. Mai 1992 startete Kathryn Thornton mit der Raumfähre „Endeavour“ zu ihrer zweiten
Mission ins All. STS-49 war zugleich der Jungfernflug der „Endeavour“. Hauptaufgabe der
Mission war das Einfangen und Reparieren des Satelliten „Intelsat VI“, der aufgrund eines
Fehlers beim Raketenstart in einem zu niedrigen Orbit gestrandet war. Nachdem zwei Versuche
gescheitert waren, gelang die Bergung schließlich bei einem bis heute einzigartigen
Außenbordeinsatz mit drei Astronauten gleichzeitig. Im Rahmen der Mission absolvierte
Thornton ihren ersten Weltraumspaziergang. Dabei wurde unter anderem das Experiment
„Assembly of Station by EVA Methods“ (ASEM) durchgeführt, dass die Montage und Wartung
einer Raumstation im Orbit untersuchen sollte. Die Mission endete am 16. Mai 1992 mit der
Landung auf der Edwards Air Force Base. Thornton verbrachte 8 Tage, 21 Stunden, 17 Minuten
und 38 Sekunden im Weltraum, umrundete die Erde 141 Mal und absolvierte einen
Außenbordeinsatz von 7 Stunden und 45 Minuten Dauer.
Mission STS-61 „Endeavour“
Ihre dritte Mission begann am 2. Dezember 1993 an Bord der „Endeavour“. STS-61 war die
erste Wartungs- und Reparaturmission für das Hubble-Weltraumteleskop. Ziel war es, die durch
einen Spiegelfehler beeinträchtigte Bildqualität des Teleskops wiederherzustellen. Dazu
wurden eine neue Kamera sowie das Korrektursystem COSTAR installiert. Darüber hinaus
erhielt Hubble neue Instrumente und Solarpaneele. Mit insgesamt fünf Außenbordeinsätzen
gehörte STS-61 zu den anspruchsvollsten Missionen des Space-Shuttle-Programms. Kathryn
Thornton führte gemeinsam mit ihrem Kollegen Thomas Akers zwei dieser
Weltraumspaziergänge durch. Die Mission endete am 13. Dezember 1993 mit der Landung im
Kennedy Space Center. Thornton verbrachte 10 Tage, 19 Stunden, 58 Minuten und 33
Sekunden im All, absolvierte 163 Erdumrundungen und zwei Außenbordeinsätze mit einer
Gesamtdauer von 13 Stunden und 26 Minuten.
Mission STS-73 „Columbia“
Ihre vierte und letzte Mission führte Kathryn Thornton im Oktober 1995 an Bord der Raumfähre
„Columbia“ ins All. Im Rahmen von STS-73 wurde das Forschungslabor „United States
Microgravity Laboratory-2“ (USML-2) betrieben. Dort untersuchten Wissenschaftler
Phänomene, die ausschließlich unter Bedingungen der Schwerelosigkeit beobachtet werden
können. Als Nutzlast-Kommandantin war Thornton für den Betrieb des Spacelab-Moduls und
die Durchführung der wissenschaftlichen Experimente verantwortlich. Die insgesamt 14
Hauptversuche umfassten die Bereiche Physik, Materialwissenschaften, Biotechnologie,
Verbrennungsforschung und Raumfahrttechnologie. Die Mission endete am 5. November 1995
mit der Landung im Kennedy Space Center. Thornton verbrachte dabei 15 Tage, 21 Stunden,
52 Minuten und 21 Sekunden im Weltraum und absolvierte 255 Erdumrundungen.
Aufenthalt im Weltraum
Während ihrer vier Raumfahrtmissionen verbrachte Kathryn Thornton insgesamt 40 Tage, 15
Stunden, 15 Minuten und 18 Sekunden im Weltraum. Dabei umrundete sie die Erde 638 Mal
und absolvierte drei Außenbordeinsätze mit einer Gesamtdauer von 21 Stunden und 11
Minuten.
Quelle: Technik Museum Sinsheim Speyer
Zuletzt aktualisiert am 13. Juni 2026, 10:07

































