Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar – Aus Sicht der Mannheimer Grünen muss die Neckarrenaturierung auch in Zukunft verlässlich finanziert sein. Zwar ist das Projekt derzeit noch im Haushalt der Stadt Mannheim vorgesehen. Doch die angespannte Finanzlage der Stadt wird in den kommenden Jahren weitere schwierige Entscheidungen erfordern. Die Mannheimer Grünen warnen deshalb davor, bei einem der wichtigsten Klima- und Naturschutzprojekte der Stadt den Rotstift anzusetzen.
„Die Neckarrenaturierung ist weit mehr als ein Umweltprojekt. Sie ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt“, erklärt die Kreisvorsitzende Tamara Beckh. „Wenn wir wollen, dass Mannheim auch 2040 lebenswert bleibt, brauchen wir mehr Grün, mehr Wasser, mehr Schatten und eine Stadtentwicklung, die auf die Herausforderungen der Klimakrise vorbereitet ist.“
Die Forderung steht im Zusammenhang mit der Klimagerechtigkeitskampagne des Kreisverbandes der Mannheimer Grünen. Unter dem Motto „Klima! Who cares? We care!“ machen sie in den kommenden Monaten deutlich, wie die Klimakrise das Leben in Mannheim verändert und welche politischen Entscheidungen heute getroffen werden müssen, damit die Stadt auch morgen lebenswert bleibt.
„Unsere Vision ist ein kühles, grünes und gerechtes Mannheim“, ergänzt Kreisvorsitzender Julian Maier. „Eine Stadt mit lebendigen Flussufern, mehr Aufenthaltsqualität, mehr Natur und wirksamen Maßnahmen gegen zunehmende Hitze. Klimaanpassung darf kein Luxus sein. Sie gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge.“
Die Neckarrenaturierung ist eines der größten ökologischen Projekte der Stadt. Durch neue Flachwasserzonen, naturnahe Ufer und zusätzliche Lebensräume wird der Neckar als Natur- und Erholungsraum aufgewertet und die Artenvielfalt gestärkt. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise – etwa durch die Abkühlung der besonders hitzebelasteten Innenstadt, einen verbesserten Hochwasserschutz, die Förderung der Biodiversität sowie die Schaffung kühler, konsumfreier Aufenthaltsorte für die Anwohner*innen.
Die Stadt Mannheim beziffert die Gesamtkosten des Projekts auf rund 26 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit rund 11,5 Millionen Euro an der Finanzierung. Darüber hinaus wird die Maßnahme im Rahmen der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie durch erhebliche Fördermittel unterstützt.
Für die Grünen ist deshalb nicht nur der ökologische Nutzen entscheidend, sondern auch die wirtschaftliche Vernunft.
„Die Stadt muss jetzt Planungssicherheit schaffen“, erklärt Julian Maier. „Die Neckarrenaturierung sollte auch bei notwendigen Haushaltskonsolidierungen verlässlich finanziert werden. Sollte die Finanzierung künftig infrage gestellt oder das Projekt erneut verschoben werden, riskiert die Stadt nicht nur Verzögerungen, sondern auch den Verlust wichtiger Fördermittel. Wenn wir die ökologischen Ziele erreichen wollen, braucht dieses Projekt einen verlässlichen Kurs bis ins Ziel.“
„Wer Klimaanpassung nur als Kostenfaktor betrachtet, denkt zu kurz“, sagt Tamara Beckh. „Eine erfolgreiche Neckarrenaturierung verbessert die Lebensqualität, stärkt die Biodiversität, macht die Stadt widerstandsfähiger gegen Extremwetter und sichert gleichzeitig wichtige Fördermittel. Wer heute an der Finanzierung spart, riskiert morgen höhere Kosten, Verzögerungen und den Verlust von Fördermitteln.“
Die Mannheimer Grünen fordern deshalb Oberbürgermeister und Verwaltung auf, die Finanzierung der Neckarrenaturierung langfristig abzusichern und das Projekt konsequent weiterzuführen.
„Eine kühle, grüne und gerechte Stadt entsteht nicht von allein“, betont Julian Maier. „Sie entsteht durch politische Entscheidungen. Die Neckarrenaturierung ist eine dieser Entscheidungen – und sie darf nicht infrage gestellt werden.“
Quelle:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Mannheim
Zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2026, 12:09


































