Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar – Die wirtschaftliche Stimmung in der Rhein-Neckar-Region hat sich deutlich verschlechtert. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar hervor. Besonders der anhaltende Iran-Krieg, steigende Energiepreise, hohe Zinsen und die schwache globale Nachfrage sorgen bei vielen Unternehmen für große Unsicherheit. Bild v. l. n. r.: Dr. Axel Nitschke, IHK-Hauptgeschäftsführer, und Matthias Schmitt, Geschäftsbereichsleiter Kommunikation und Marketing
Wie IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Nitschke erklärt, bewerten die Unternehmen ihre Geschäftsaussichten derzeit „so schlecht wie seit vier Jahren nicht mehr“. Zwar sei die aktuelle Geschäftslage vieler Betriebe noch vergleichsweise stabil, doch die Aussichten hätten sich massiv eingetrübt.

Der IHK-Konjunkturklimaindex fiel von 104 Punkten im Januar auf aktuell nur noch 96 Punkte. Werte unterhalb der wichtigen 100-Punkte-Marke gelten als Signal für eine schwächelnde Wirtschaftsentwicklung. Besonders betroffen seien Industrie und Handel. Vor allem der Einzelhandel leidet laut IHK massiv unter der schlechten Konsumstimmung und der Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher.
Große Sorgen bereiten den Unternehmen zudem die steigenden Energiepreise und geopolitischen Spannungen. 59 Prozent der befragten Betriebe sehen hohe Energiekosten inzwischen als großes Geschäftsrisiko an – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Jahresbeginn. Auch hohe Arbeitskosten, Rohstoffpreise und Lieferkettenprobleme belasten die regionale Wirtschaft zunehmend.
Im Exportgeschäft rechnen viele Industriebetriebe in den kommenden Monaten mit Rückgängen. Besonders die US-Zollpolitik und die weltweiten Unsicherheiten wirken sich negativ auf die Ausfuhrpläne aus. Auch innerhalb Europas sowie auf asiatischen Märkten rechnen viele Unternehmen mit schlechteren Geschäften.
Ebenso zurückhaltend zeigen sich viele Unternehmen bei Investitionen und Personalplanungen. Vor allem in Industrie und Handel werden Investitionen gekürzt und Beschäftigtenzahlen eher sinken als steigen. Laut IHK deutet vieles darauf hin, dass die Zahl der Beschäftigten in der Region tendenziell zurückgehen könnte.
Während Industrie und Handel zunehmend unter Druck geraten, zeigt sich der Dienstleistungssektor weiterhin vergleichsweise stabil. Dennoch verschlechtern sich auch dort die Erwartungen deutlich.
An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Rhein-Neckar beteiligten sich zwischen dem 13. und 30. April 2026 insgesamt 329 Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen.
Quelle: MRN-News / IHK Rhein-Neckar
Zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2026, 13:06


































