
Frankenthal/Metropolregion Rhein-Neckar – Mit zahlreichen kurzfristigen Maßnahmen, neuen Beteiligungsformaten und mittel- bis
langfristigen Entwicklungsperspektiven richtet die Stadt Frankenthal die
Quartiersentwicklung im Pilgerpfad neu aus.
Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Verbesserungen rund um den Mittelpunkt des Quartiers, den zentral gelegenen
Jakobsplatz, die bereits in den kommenden Wochen sichtbar werden sollen.
Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer betonte hierzu in der Sitzung des Ausschusses
für Stadtentwicklung, Mobilität und Klima: „Die Menschen im Pilgerpfad brauchen
nicht nur Pläne für morgen – sie brauchen Verbesserungen, die sie heute sehen und
spüren können.“
Der Pilgerpfad zählt mit rund 9.000 Bewohnerinnen und Bewohnern zu den größten
und dicht besiedelten Quartieren Frankenthals. Bereits seit mehreren Jahren steht
das Quartier im Fokus der Stadtentwicklung. Bürgerbeteiligungen, Quartiersanalysen
und Gespräche mit den Menschen vor Ort haben deutlich gemacht, dass
insbesondere rund um den Jakobsplatz erheblicher Handlungsbedarf, aber zugleich
auch großes Entwicklungspotenzial besteht.
Die Stadt verfolgt deshalb bewusst einen mehrstufigen Ansatz: Neben langfristigen
Perspektiven im Bereich der Schul- und Quartiersentwicklung werden bereits jetzt
zahlreiche kurzfristige Maßnahmen umgesetzt, um die Aufenthaltsqualität unmittelbar
zu verbessern.
Bereits in den vergangenen Jahren wurden erste sichtbare Schritte umgesetzt.
Hierzu zählen insbesondere die umfassende Grundreinigung des Jakobsplatzes im
Jahr 2024 sowie die Installation eines Trinkwasserbrunnens im Umfeld der
Schullandschaft im vergangenen Jahr.
Darauf aufbauend folgt nun ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur weiteren
Aufwertung des Quartierszentrums. Im Mittelpunkt stehen 23 Holzkisten in
unterschiedlichen Größen sowie zehn zusätzliche Sitzelemente, die bepflanzt und als
flexible Aufenthaltsbereiche und sogenannte Mini-Parks im Umfeld des
Jakobsplatzes verteilt werden. Ergänzt wird dies durch die dauerhafte
Neubepflanzung von vier ehemaligen Baumstandorten sowie die schrittweise
Aufwertung bestehender Hochbeete.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Reaktivierung und Verschönerung der
bestehenden Rankkonstruktionen. Insgesamt 62 Pfosten innerhalb der Hochbeete
werden mit Klettergehölzen neu bepflanzt. Weitere 32 Pfosten im Bereich der
Pflasterflächen werden in den Farben des Frankenthaler Stadtwappens neugestaltet.
Auch im gesamten Stadtteil Pilgerpfad wurden zusätzliche Pflanzmaßnahmen
umgesetzt. Insgesamt konnten dort im Frühjahr 33 neue Bäume gepflanzt werden.
Darüber hinaus wird das Umfeld des Jakobsplatzes durch weitere Maßnahmen
sichtbar aufgewertet. Hierzu zählen unter anderem zusätzliche Sitzmöglichkeiten und
neue Abfallbehälter sowie die geplante gestalterische Aufwertung leerstehender
Laden- und Gewerbeeinheiten im Umfeld des Jakobsplatzes durch Folierungen mit
Informationsflächen und kreativen Gestaltungselementen.
Besonderen Wert legt die Stadt auf die aktive Beteiligung der Menschen vor Ort. Die
Gestaltung der Holzkisten, Sitzelemente und Pflanzbereiche erfolgt gemeinsam mit
zahlreichen Gruppen aus dem Quartier. Beteiligt sind unter anderem die Initiative
„Kids im Pilgerpfad“, der Kindertreff Pilgerpfad, die Graffiti-Freizeitgruppe, die Kunst-
AG der Friedrich-Ebert-Schule, die Kita Jakobsplatz sowie das ökumenische
Gemeindezentrum.
Koordiniert wird das Projekt durch das Kinder- und Jugendbüro der Stadt
Frankenthal. Erste Gestaltungsmaßnahmen wurden bereits in den Osterferien
umgesetzt. Weitere Aktionen folgen unter anderem im Rahmen eines Aktionstags
des ökumenischen Gemeindezentrums sowie eines Eltern-Kind-Tages der Kita
Jakobsplatz. Die Pflanzarbeiten erfolgen im Mai, sodass ein Großteil der
Maßnahmen bereits rund um den „Tag der Nachbarschaft“ sichtbar sein wird.
Für Oberbürgermeister Dr. Meyer liegt genau darin ein wesentlicher Kern des
Projekts: „Hier wird nicht einfach etwas für das Quartier umgesetzt – hier gestalten
die Menschen aus dem Quartier ihren Stadtteil und ihr direktes Wohnumfeld selbst
mit.“
Geplant ist zudem, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Gruppen aus dem Quartier
Patenschaften für die bepflanzten Elemente übernehmen. Dadurch sollen
Identifikation, Verantwortungsbewusstsein und nachhaltige Pflege gestärkt werden.
Auch bei der Auswahl der Bepflanzung wird bewusst auf nutzbare Pflanzen wie
Kräuter, Beeren oder Gemüse gesetzt.
Dr. Meyer dankte ausdrücklich allen Beteiligten, den engagierten Kindern und
Jugendlichen, den pädagogischen Fachkräften, den ehrenamtlich Aktiven sowie den
Mitarbeitenden der Verwaltung und des Kinder- und Jugendbüros: „Hier entsteht
nicht nur mehr Grün. Hier entsteht ein Stück Stadtgesellschaft – getragen von
Engagement, Verantwortung und dem gemeinsamen Anspruch, das eigene Quartier
aktiv mitzugestalten.“
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Einrichtung eines Quartiersbüros am
Jakobsplatz, dessen Eröffnung im zweiten Quartal vorgesehen ist. Das
Quartiersbüro, in direkter Nachbarschaft Jugendcafé, Seniorentreff und Kindertreff,
soll künftig als zentrale Schnittstelle zwischen Verwaltung, Bürgerschaft und lokalen
Akteuren dienen und insbesondere Beteiligung, Vernetzung und sozialen
Zusammenhalt stärken.
Ein Begegnungsort am Jakobsplatz soll auch der Neubau des Investors ProConcept
sein. Hier werden derzeit in enger Abstimmung zwischen Stadt, Investor, Planern
und Fachgutachtern die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Die
nächsten Verfahrensschritte sind hierbei die Beteiligungen und die Offenlage der
Planunterlagen sowie der Satzungsbeschluss. Mit einem Abschluss des Verfahrens
wird Ende 2026 / Anfang 2027 gerechnet.
Parallel dazu bereitet die Stadt einen Förderantrag im Modellvorhaben „Innenstadt-
Impulse“ vor, der bis zum 26. Juni eingereicht werden soll. Ziel ist es, zusätzliche
Spielräume für innovative, niedrigschwellige und kreative Maßnahmen zur weiteren
Belebung des Quartiers zu schaffen, Leerstände zu aktivieren und gemeinsam mit
der Bürgerschaft weitere kurzfristige Projekte zu entwickeln.
Neben diesen kurzfristigen Maßnahmen arbeitet die Stadt weiterhin an den
langfristigen Entwicklungsperspektiven des Quartiers. Hintergrund sind insbesondere
die komplexen Hochbau- und Infrastrukturprojekte im Umfeld des Jakobsplatzes,
darunter die Perspektiven zur Weiterentwicklung der Schullandschaft mit möglichen
Veränderungen bei der Friedrich-Ebert-Realschule plus sowie neue
Entwicklungsmöglichkeiten für die bestehenden Schulstandorte im Quartier.
Gerade diese Veränderungen eröffnen langfristig neue städtebauliche Chancen für
den Pilgerpfad und den Jakobsplatz. Die Neuordnung der Schulstruktur kann künftig
zusätzliche Spielräume für eine moderne und nachhaltige Quartiersentwicklung
schaffen, die im bisherigen Förderrahmen so noch nicht abbildbar gewesen wären.
Vor diesem Hintergrund wird die bisherige Städtebauförderungsmaßnahme im
Programm „Sozialer Zusammenhalt“ strategisch neu ausgerichtet und vorzeitig
beendet. Hintergrund ist insbesondere, dass die zeitlichen Abläufe der bestehenden
Förderkulisse nicht mehr mit den mittlerweile deutlich umfangreicheren und
langfristigeren Entwicklungsprozessen im Bereich der Bildungs- und
Infrastrukturplanung zusammenpassen.
Die Stadt Frankenthal verbindet diesen Schritt ausdrücklich nicht mit einem Rückzug
aus der Quartiersentwicklung. Vielmehr sollen die neu entstehenden
Rahmenbedingungen zunächst geordnet weiterentwickelt werden, um zu einem
späteren Zeitpunkt erneut gezielt Städtebaufördermittel für das Quartier einsetzen zu
können.
Oberbürgermeister Dr. Meyer erklärte hierzu: „Wir können kein Gebäude fertigstellen,
solange das Fundament noch in Bewegung ist. Aber wir sorgen dafür, dass der Ort,
auf dem es steht, schon heute lebenswert bleibt.“
Auch der Änderungsantrag der Freien Wählergruppe, der eine spätere erneute
Einbindung geeigneter Förderprogramme ausdrücklich unterstützt, wurde im
Ausschuss thematisiert.
Zur weiteren Information über die zahlreichen aktuellen Entwicklungen, Vorhaben
und Maßnahmen und zum Austausch mit der Bürgerschaft plant die Stadt eine
öffentliche Informationsveranstaltung. Der Termin wird derzeit abgestimmt und
zeitnah bekanntgegeben unkompliziert zu übermitteln.
Quelle: Stadt Frankenthal (Pfalz)
Zuletzt aktualisiert am 9. Mai 2026, 11:19


































