Mannheim / Metropolregion Rhein-Neckar. Stasi – das ist die Kurzformel für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in der DDR. Es wurde am 8. Februar 1950 gegründet, war über 40 Jahre aktiv und wurde in der Friedlichen Revolution im Herbst
1989 von den Bürgerinnen und Bürgern der DDR entmachtet. Die Stasi überzog die DDR mit einem Netz von 15 Bezirksverwaltungen und vielen kleineren Dienststellen. Die Aufgabenfelder wurden im Laufe der Jahre kontinuierlich ausgedehnt. 1989 arbeiteten rund 91.000 Menschen hauptamtlich für die Staatssicherheit. Oft wurden sie überdurchschnittlich gut bezahlt und erhielten viele Privilegien.
Die systematische und flächendeckende Überwachung breiter Bevölkerungskreise und sogenannte Zersetzungsmaßnahmen der ausgemachten Feinde waren zentrale Methoden. Durch Manipulation und gezielte Gerüchte versuchte die Stasi, einzelne Personen oder Gruppen systematisch zu verunsichern, in Verruf zu bringen, zu isolieren und zu kriminalisieren. Freundschaften wurden zerstört, berufliche Laufbahnen zunichte gemacht, ohne dass die Betroffenen die Hintergründe erkennen
konnten.
Einblicke im die Dokumente des Stasi-Unterlagen-Archiv
In Kooperation mit dem Bundesarchiv zeigt die Mannheimer Abendakademie ab dem 13. April im Foyer 21 Stasi-Objekte. Über QR-Codes an den Vitrinen eröffnen sich historische und biografische Hintergründe und tiefere Einblicke in Ideologie, Struktur und Methoden der Stasi. Es sind die Zeugnisse ihres Handelns wie Schriftstücke, Karteikarten, Tonbänder oder Fotos. Die Erschließung dieser Millionen von Dokumenten und ihre Bereitstellung für die Aufarbeitung ist gesetzlicher Auftrag
der Stasi-Unterlagen-Archivs. Seit 2021 ist das Archiv Teil des Bundesarchivs.
Vernissage am 15. April mit spannenden Gästen
Zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung am 15. April um 18 Uhr sprechen Prof. Dr. Daniela Münkel (Abteilungsleiterin für Vermittlung und Forschung im Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv) und Evelyn Zupke (SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag) über die Ausstellung. In der anschließenden Gesprächsrunde können Interessierte Fragen stellen. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Christian Groh, er ist Leiter der Abteilung Ausstellung beim MARCHIVUM Mannheim. Der
Eintritt zur Vernissage ist kostenlos.
Vernissage: Alles wissen wollen – die Stasi und ihre Dokumente
Termin: Mittwoch, 15.04.2026 ab 18 Uhr
Ort: Foyer, Mannheimer Abendakademie
Weitere Angebote zur Ausstellung: Workshop und Film
Ebenfalls am 15.04. können sich Interessierte ab 16 Uhr über die Stasi-Akten sowie über Anträge zur Einsicht in die Unterlagen in einer Bürgersprechstunde persönlich beraten lassen. Das ist an diesem Tag bis 21:30 Uhr möglich; am 16.04. gibt es die Stasi-Aktenberatung von 10 Uhr bis 14 Uhr. Die Beratung im Foyer ist kostenfrei.
In der Reihe Snacks und Demokratie gibt es zum Thema „Alles wissen wollen“ am 21.04. einen Workshop in Kooperation mit dem MARCHIVUM Mannheim. Nicht nur in Bezug auf Stasi-Unterlagen gibt es Möglichkeiten, mehr über die eigene Familie zu erfahren. Auch zur NS-Zeit können Archive wertvolle Auskünfte geben: Der Workshop gibt Tipps zur Recherche von Biografien während des Nationalsozialismus und informiert über Täter- und Opferdatenbanken. Zudem werden Recherchetools sowie in Frage kommende Archivbestände am Beispiel des MARCHIVUM vorgestellt. Auch Raum für Fragen und Diskussion ist gegeben. Die Teilnahme an diesem Workshop ist kostenlos.
In Kooperation mit dem Kino Cinema Quadrat wird im Zusammenhang mit der Stasi-Ausstellung am 20.05. um 19:30 Uhr im Cinema Quadrat der Film „Barbara“ gezeigt. Es handelt sich um ein deutsches Filmdrama von Christian Petzold aus dem Jahr 2012 mit Nina Hoss und Ronald Zehrfeld in den Hauptrollen. Das Drama, für das Petzold auch das Drehbuch verfasste, ist zur Zeit der DDR im Jahr 1980 angesiedelt und stellt eine Ärztin in den Mittelpunkt, die an ein Provinzkrankenhaus versetzt
wird, nachdem sie einen Ausreiseantrag gestellt hat. Karten für den Film gibt es im Vorverkauf oder an der Abendkasse im Kino Cinema Quadrat, in Mannheim, K1,2.
Die Ausstellung „Alles wissen wollen – die Stasi und ihre Dokumente“ ist vom 13. 04. bis zum 06.06. im Foyer der Abendakademie zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Der Besuch ist kostenlos.
Alle Informationen gibt es auf der Website www.abendakademie-mannheim.de/alles-wissen-wollen
Quelle: Mannheimer Abendakademie
Zuletzt aktualisiert am 11. April 2026, 09:06


































