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Tigermuecke

Mannheim – Beginn der Tigermückensaison: Eigenverantwortliches Handeln der Bürger erforderlich

TigermueckeMannheim / Metropolregion Rhein-Neckar – In Mannheim haben sich in den Stadtteilen Almenhof, Lindenhof, Feudenheim, Schwetzingerstadt, Neckarstadt-Ost, Niederfeld, Neckarau und Rheinau-Süd Asiatische Tigermücken (Aedes albopictus) fest angesiedelt. In anderen Stadtteilen (Gartenstadt, Speckweggebiet, Käfertal-Süd, Wallstadt, Neuostheim, Neuhermsheim) wurden zumindest Einzelfunde nachgewiesen. Da Tigermücken sehr aggressiv sind, schnell zu einer Plage werden und ggf. auch Krankheiten übertragen können, sollten alle Bürger über die Sommermonate eigenständig Präventionsmaßnahmen durchführen.
Zusätzlich hat die Stadtverwaltung Mannheim die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS) beauftragt, die Anwohner in einigen Siedlungsbereichen mit besonders hohem Tigermückenaufkommen hinsichtlich einer eigenständigen Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke zu beraten.

Da sich die Asiatische Tigermücke bereits sehr großflächig in Mannheim ausgebreitet hat, sind regelmäßige Bekämpfungsmaßnahmen durch Fachkräfte der KABS im gesamten Verbreitungsgebiet der Asiatischen Tigermücke aus personellen und finanziellen Gründen nicht möglich. Daher ist es nun umso wichtiger, dass die Bürger eigenständig Maßnahmen ergreifen, um eine Vermehrung der Asiatischen Tigermücke auf dem eigenen Grundstück zu unterbinden und damit eine Plage zu verhindern. Die KABS bietet hierbei den Bürgern Unterstützung an, indem der Stadtverwaltung Mannheim umfangreiches Informationsmaterial zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke zur Verfügung gestellt wird.
Anwohner, deren Grundstück sich in Gebieten mit besonders starker Tigermückenpopulationen befinden, werden in einem gesonderten Schreiben über die anstehenden Maßnahmen und das weitere Vorgehen direkt von der KABS informiert.

Handlungsempfehlungen für Bürger
Die wirksamste Maßnahme zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke besteht in der Vermeidung bzw. Beseitigung von Brutmöglichkeiten. Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer Woche in wassergefüllten Behältnissen, die sich in Gärten oder auf Balkonen befinden wie z.B. Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Tiertränken, Hofgullys, verstopften bzw. durchhängenden Dachrinnen, hohlen Zaunpfählen etc. Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen die attackierenden Exemplare entweder vom eigenen Grundstück oder aus der Nachbarschaft.

Die nun beschriebenen Maßnahmen sollten in der Zeit von Anfang April bis Anfang Oktober konsequent umgesetzt werden. Außerhalb dieses Zeitraums findet keine Vermehrung der Tigermücken statt. Ein Großteil der im Herbst abgelegten Eier übersteht jedoch unbeschadet den Winter.

Anwohner können sehr effektiv die Vermehrung von Tigermücken verhindern, indem Gefäße entweder so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin ansammeln kann oder indem Behältnisse lückenlos abgedichtet werden (z.B. Regentonne mit einem engmaschigen Moskitonetz mit Gummizug). Auch das einmal wöchentliche, vollständige Entleeren von wassergefüllten Behältnissen (z.B. Tiertränken) ist eine sinnvolle Maßnahme, um einer Vermehrung vorzubeugen. Falls diese Maßnahmen nicht für alle Brutstätten umsetzbar sind, können die verbliebenen Brutmöglichkeiten 14-täglich mit Bti-Tabletten behandelt werden. Diese Tabletten beinhalten einen Eiweißstoff, der nur für die Larven weniger Mückenarten tödlich ist. Für andere Tiere, wie z.B. Bienen, Hunde, Katzen, Igel, Vögel, Reptilien, Amphibien und natürlich auch für den Menschen ist der biologische Wirkstoff völlig unbedenklich. Bti-Tabletten können ab Ende April kostenfrei über die Bürgerservice-Zentren Lindenhof, Waldhof und Innenstadt bezogen werden.

Zusätzliche Tipps
Tigermückeneier können beseitigt werden noch bevor die Larven schlüpfen. Die Weibchen kleben ihre Eier sehr fest an die Innenwand von wassergefüllten Gefäßen. Mit heißem Wasser (mindestens 60°C) können die Eier in den Behältnissen (Blumentöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Gullys, Regenrinne etc.) abgetötet werden. Alternativ können die Eier mit einer Bürste aus den Gefäßen entfernt werden. Den Innenrand kräftig abschrubben, Gefäß und Bürste anschließend mit sauberem Wasser aus- bzw. abspülen und das Wasser samt Eiern auf die Erde/Boden gießen.

Durch die Anlage eines naturnahen Gartens mit geeigneten Habitatelementen, wie zum Beispiel einem naturnahen Teich oder Vogelnistkästen, kann die Artenvielfalt gefördert werden. Dadurch profitieren natürliche Fressfeinde, die zur Reduzierung von Tigermücken beitragen. In naturnah gestalteten Gartenteichen werden Mückenlarven beispielsweise von Libellenlarven und Fröschen gefressen. Die ausgewachsenen Tigermücken dienen wiederum Vögeln als Nahrung. Diese können etwa durch das Aufhängen von Nistkästen unterstützt werden.

Auch einige Kräuter wie Lavendel, Rosmarin und Katzenminze wirken abschreckend auf Stechmücken und fördern gleichzeitig die Biodiversität. Am besten platziert man diese auf Fensterbänken oder in der Nähe von Sitzgelegenheiten auf dem Balkon oder im Garten. Eine effektive mechanische Methode, um Stechmücken aus dem Haus fernzuhalten, ist außerdem das Anbringen von Fliegengittern an Fenstern und Türen.

Warum die Asiatische Tigermücke bekämpft werden sollte
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke wird durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bereits seit Jahrzehnten weltweit verbreitet und trifft mittlerweile auch in Deutschland durch mildere Temperaturen auf einen geeigneten Lebensraum.

Wird sie nicht bekämpft, kann sie sich in klimatisch begünstigten Regionen in den Sommermonaten stark vermehren und zu einer regelrechten Plage werden. Darüber hinaus stellt sie ein Gesundheitsrisiko dar, denn sie ist in der Lage eine Vielzahl von Krankheitserregern wie z.B. das Dengue-, Zika-, Chikungunya-, Gelbfieber- und das Westnil-Virus auf den Menschen zu übertragen. Dabei trägt die Tigermücke die Krankheitserreger nicht von Natur aus in sich, sondern muss zunächst einen infizierten Menschen stechen, bei dem die entsprechenden Viren im Blut vorhanden sind. Diese Viren sind in Süddeutschland zwar aktuell nicht verbreitet, werden aber regelmäßig durch Reiserückkehrende eingetragen. Vor allem bei längeren Wärmeperioden besteht das Risiko, dass das Virus innerhalb etwa einer Woche über die Tigermücke von einer infizierten auf eine weitere Person übertragen wird.

Aber nicht nur Menschen, sondern auch Hunde können in Mitleidenschaft gezogen werden. So kann die Asiatische Tigermücke auch Fadenwürmer übertragen, welche die Herzwurmerkrankung bei Hunden verursachen.

Umfangreiche Informationen zur Asiatischen Tigermücke gibt es auf der Website www.kabsev.de und unter www.mannheim.de/tigermuecke.

Quelle: Stadt Mannheim

Zuletzt aktualisiert am 9. April 2026, 10:30

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