
Speyer/Metropolregion Rhein-Neckar – Die neue Saison in der Judo-Bundesliga startet mit einem Doppelkampftag im Judomaxx:
Die Männer des JSV empfangen den JC Leipzig, während die Frauenmannschaft auf den JC Bottrop trifft.
Los geht es am Samstag um 16 Uhr. Beide Teams gehen mit stark veränderten Kadern in die neue Saison,
doch beide haben vor der Heimpremiere mit personellen Engpässen zu kämpfen.
Bei den Speyerer Männern hat es nach einigen Jahren der personellen Konstanz wieder ein bisschen an Bewegung im Kader gegeben. Der
bedeutendste Abgang ist sicherlich der von Patrick Schmidt, der in den letzten Jahren eine wichtige Stütze in der Gewichtsklasse bis 100
Kilogramm war. Er zieht aus beruflichen Gründen nach München und wird künftig für den TV Erlangen in der 2. Bundesliga antreten.
Michel Adam, langjähriger Top-Athlet aus den eigenen Reihen, der letztes Jahr noch im Kader stand, aber aus Verletzungs- und beruflichen Gründen
nicht zum angedachten Abschieds-Einsatz kam, ist nun nicht mehr im Aufgebot gelistet. Eduard Bullinger, der vor einem Jahr als Neuzugang
kam, aber die gesamte Saison verletzungsbedingt aussetzen musste, kehrt zu seinem in die Zweite Bundesliga aufgestiegenen Heimatverein Jahn
Regensburg zurück. Jan Niklas Goldhammer, der letzte Saison als Neuzugang mit starken Leistungen überzeugen konnte, arbeitet seit
neuestem in China und wird somit nur punktuell zur Verfügung stehen.
Dem gegenüber stehen mehrere interessante Neuzugänge, die über die internationalen Kontakte der Speyerer zustande gekommen sind. So können
sich die JSV-Fans auf zwei junge Top-Talente aus Georgien freuen: Luka Javakhishvili, der aus dem Heimatverein von JSV-Urgestein Teimuraz
Tsimakuridze stammt und in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm unterwegs ist, wurde vor zwei Jahren U18-Weltmeister und gewann Ende letzten
Jahres die georgische Meisterschaft der Männer. Ähnlich vielversprechend ist sein Landsmann Shalva Gurashidze Gewichtsklasse über 100 Kilogramm,
der ebenfalls schon Junioren-Weltmeister war und mittlerweile seine ersten Grand-Prix-Erfahrungen sammeln konnte. „Ein junger Mann mit einer
großen Zukunft“, kommentiert JSV-Teamchef Michael Görgen-Sprau, der ursprünglich vor hatte, Gurashidze längerfristig als Nachfolger von
Onise Bughadze aufzubauen, der seit vielen Jahren zuverlässig und außerordentlich erfolgreich die „Plus“-Klasse besetzt hat.
Allerdings hat es sich herausgestellt, dass Bughadze aller Voraussicht nach die ganze Saison ausfallen wird, so dass sein junger Landsmann wohl früher
als geplant die Chance erhalten wird, sich zu beweisen.
Aus dem gleichen Verein wie die Speyerer Italiener Andrea Regis und Andrea Carlino stößt nun Jean Carletti dazu – ein junger Kämpfer in der
Klasse bis 100 Kilogramm, der bereits international in Erscheinung getreten ist mit seinen ersten Grand-Prix-Einsätzen. Ein weiterer
internationaler Neuzugang ist der Niederländer Tom Snijders, ein sehr erfahrener Kämpfer in der Kategorie bis 81 Kilogramm.
Neben den internationalen gibt es natürlich auch einige deutsche Neuzugänge: Vom JT Rheinland kommt Vincent Schiffler, ein Freund von
Teammitglied Yves Touna, der bis 73 Kilogramm kämpft, sowie Finn Seeger in der Klasse bis 90 Kilogramm. Mit Leo Sprau, Nathaniel Wagner und
Silas Hartmann wurden drei ganz junge JSV-Eigengewächse in den Kader aufgenommen.
„Bis zur 1. Bundesliga ist es für sie natürlich noch ein weiter Weg, aber sie haben sich mit ihren Trainingsleistungen empfohlen und es sich
verdient, dabei zu sein. Wir wollen sie in den nächsten Jahren heranführen“, erklärt der Teamchef.
Nachdem die TSG Backnang sich aus der Liga zurückgezogen hat, ist diese abermals geschrumpft, auf nur noch sechs Teams. Weil der Rückzug erst
nach Terminierung der Kämpfe für die neue Saison erfolgte, hat jedes Team nun zwei kampffreie Tage und nur noch fünf Begegnungen.
Für den JSV heißt das: Nur zwei Heimkämpfe, aber die haben es in sich. Rekordmeister Abensberg sowie Auftaktgegner Leipzig lassen enge Duelle
erwarten. „Mit so wenigen Begegnungen kann man sich keinen Ausrutscher erlauben, wenn man in die Finalrunde will. Ich sehe uns aber nicht in
der Pflicht, unbedingt wieder dabei zu sein, jetzt wo wir es einmal geschafft haben. Ich sehe es angesichts der personellen Wechsel eher als
ein Übergangsjahr. Wir sind im Umbruch, es gibt auf jeden Fall keine Absteiger dieses Jahr und vielleicht nutzen wir die Gelegenheit, den
neuen und den jungen Kämpfern mehr Einsätze zu geben“, so Michael Görgen-Sprau.
Dazu wird es möglicherweise schon am Samstag die Gelegenheit geben, denn zum Auftakt werden die Gastgeber nicht ganz wie gewünscht aufgestellt
sein. Pierre Ederer ist beim European Open in Warschau im Einsatz und der für ihn vorgesehene Ersatz, Neuzugang Carletti, fehlt
gesundheitsbedingt. Philipp Müller ist verhindert, Yves Touna verletzt und Dimitri Gochilaidze hat vom georgischen Nationaltrainer aus
Rücksicht auf den bevorstehenden Heim-Grand-Prix in Tiflis wie alle anderen georgischen Teilnehmer ein Wettkampfverbot.

„Damit sind wir zwar nicht so flexibel in der Aufstellung, wie wir gerne wären. Aber wir haben in jeder Gewichtsklasse starke Leute. Leipzig wird
dieses Jahr wieder eines der stärksten Mannschaften sein. Wir haben letztes Jahr zwar auswärts gegen sie gewonnen, aber das hat für den
diesjährigen Kampf wenig Aussagekraft, denn Leipzig hatte letztes Jahr sehr großes Verletzungspech, und außerdem hat sich das Team für die neue
Saison ordentlich verstärkt“, so die Einschätzung des Speyerer Teamchefs.
Ganz ähnlich sind die Vorzeichen bei den Frauen des JSV – hier kann man eher von einem Generationswechsel sprechen. Eine ganze Reihe von
Kämpferinnen, von denen viele das Tean seit vielen Jahren geprägt haben, verabschieden sich aus privaten oder beruflichen Gründen: Jessica
Lindner, Verena Thumm, Nadja Bazynski, Lina Hartmann, Elisabeth Pflugbeil, Teresa Zenker, Sanne Vermeer und Dena Pohl.
Dafür begrüßt der JSV insgesamt zehn Neuzugänge. Aus dem eigenen Nachwuchs stoßen Babette Wegeler und Nationalkaderathletin Antonia
Büttner hinzu.
Weitere hoffnungsvolle Nachwuchstalente sind Emily Plich aus Niedersachen, die in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm kämpft und
letztes Jahr Deutsche U18-Meisterin wurde, Elina Dilger (-78kg), die vor ihrem ersten U21-Jahr steht und Medaillen bei der Deutschen
U18-Meisterschaft gewonnen hat, die Deutsche Meisterin der U21 in der Kategorie bis 70 Kilogramm Hannah Müller, Mia Manukyan als Medaillengewinnerin bei den nationalen Titelkämpfen der U21 und die Junioren-Weltmeisterin Linde Maria Hanstede
aus den Niederlanden, die aus dem gleichen Verein stammt wie Hilde Jager.
Sie wird in den höheren Gewichtsklassen, wo die Speyererinnen vergangene Saison oft dünn besetzt werden, eine Verstärkung sein – das
gilt erst Recht für Lilli Wojtal, ein deutsches Schwergewicht mit internationalen Ambitionen, die sie mit einem fünften Platz beim
European Cup und Bronze bei der Deutschen Meisterschaft der Frauen unterstrichen hat.
Samira Bock, Deutsche Meisterin der Frauen bis 70 Kilogramm und Nicole Stakhov, etablierte Nationalkaderathletin bis 52 Kilogramm, runden mit
ihrer umfangreichen Erfahrung die Riege der Neuzugänge ab. „Ich freue mich über die Neuzugänge, und besonders freue ich mich, dass
so viele Junge darunter sind. Ihnen möchte ich auf jeden Fall mein Vertrauen schenken, und ich bin überzeugt davon, dass einige von ihnen
gut einschlagen und mit uns Erfolge feiern werden “, so Teamchefin Nadine Lautenschläger.
Für das JSV-Team ist seit jeher der starke Zusammenhalt untereinander ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgsrezepts. Entsprechend zentral
ist es, dass dieser angesichts des großen personellen Umbruchs erhalten bleibt. „Wichtig ist, dass die Mädels sich
alle wohlfühlen, und dieser Spirit sich wieder einstellt. Ich bin zuversichtlich, dass das klappt. Die Zusammenarbeit zwischen mir und meinen Co-Teamchefinnen Jana Förtsch und Szaundra Diedrich klappt sehr gut – sie halten mir den Rücken frei, damit ich alles stemmen kann“, so Nadine Lautenschläger.
Der erste Kampftag wird bereits für das Teamchefinnen-Trio eine knifflige Aufgabe. Das leidige Thema Personalnot macht auch den Speyerer
Frauen zu schaffen. „Wir sind nicht optimal besetzt, es sind viele Veranstaltungen parallel, davor und danach. Hinzu kommen einige
Verletzungsprobleme. Einige sind auch noch im Trainingslager bis Freitag, da hoffe ich, dass sie alle heile bleiben“, so eine besorgte
Nadine Lautenschläger einige Tage vor dem Saisonstart. „Ich hoffe wir können ein vollständiges Team stellen, das will man natürlich immer,
gerade zu Hause. Aber wir haben nicht so viele Optionen.“
Die Gäste aus Bottrop sind ein starker Gegner. Das haben die Speyererinnen bei der Bundesliga-Finalrunde im vergangenen Jahr gemerkt,
als der JSV sich in einem spannenden Halbfinalkampf 8:6 durchsetzte. Zur neuen Saison hat sich Bottrop abermals verstärkt, unter anderem mit der
Olympiasiegerin bis 78 Kilogramm, der Italienerin Alice Bellandi. „Es wird eine enge Kiste. Wir wissen, dass wir nicht optimal aufgestellt
sind, aber wir wissen, dass die, die da sind, auf und neben der Matte alles geben werden. Mit unseren Fans im Rücken – gerade am
Doppelkampftag – haben wir immer einen guten Support. Und wie auch immer es ausgeht – es in der erste Kampf, und es ist danach noch nichts
entschieden“, erklärt Nadine Lautenschläger. Danach gibt es nämlich drei weitere Kämpfe – die Gegnerinnen sind die gleichen wie im vergangenen
Jahr – Wiesbaden, Walheim und Annen. Auch der Modus ist unverändert – der Vorrunde folgen Playoffs und Finalrunde. „Dort wollen wir wieder
hin, aber die Gruppe ist wieder sehr stark“, weiß die JSV-Teamchefin.
Quelle: JSV Speyer
Zuletzt aktualisiert am 12. März 2026, 21:57




































