
Viernheim/Metropolregion Rhein-Neckar – Solarpark „Im Rodfeld“ deckt künftig 14 Prozent des Strombedarfs
Mit dem offiziellen Beginn der Bauarbeiten für die Freiflächen-Photovoltaikanlage „Im
Rodfeld“ setzt Viernheim einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer
klimafreundlichen Energieversorgung.
Direkt vor Ort – wo die ersten Arbeiten bereits
angelaufen sind – informierten Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke
Viernheim GmbH, Matthias Baaß, Erster Stadtrat Jörg Scheidel, Stadtwerke-Geschäftsführer
Dr. Ralph Franke sowie Projektverantwortlicher der Stadtwerke Marco Wühler und
Brundtlandbeauftragter Philipp Granzow am vergangenen Montag (23. Februar) über das
Projekt und seine Bedeutung für die Stadt.
Die Anlage entsteht auf bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen an der östlichen
Gemarkungsgrenze Viernheims, westlich der A5 und nördlich der A659. Der räumliche
Geltungsbereich umfasst rund 10,5 Hektar, die eingezäunte Fläche beträgt etwa 9 Hektar –
das entspricht rund 13 Fußballfeldern.
„Ein starkes Signal für die lokale Energiewende“
Bürgermeister Matthias Baaß betonte die strategische Bedeutung des Projekts: „Mit der
Freiflächen-PV-Anlage „Im Rodfeld“ setzen wir ein starkes Signal für die lokale
Energiewende. Mit der geplanten Inbetriebnahme im Mai dieses Jahres geht die bislang
größte Photovoltaikanlage Viernheims ans Netz.“ Zugleich verwies er auf die
anspruchsvollen Rahmenbedingungen bei der Standortsuche: „Ein Großteil unserer Flächen
außerhalb des bebauten Stadtgebiets ist bewaldet und kommen für größere Freiflächen-
Photovoltaikanlagen nicht in Betracht. Anders als etwa Lampertheim mit seinen mehreren
Ortsteilen verfügen wir über deutlich weniger landwirtschaftlich nutzbare Flächen. Zudem
müssen Standorte technisch geeignet sein – etwa mit Blick auf Netzanbindung, Erschließung
und planungsrechtliche Voraussetzungen. Die Standortsuche ist deshalb sehr
anspruchsvoll.“
Verantwortlich für die Umsetzung ist die Stadtwerke Viernheim GmbH, die Projektsteuerung
liegt bei der 3P EnergiePlan GmbH. Die Stadt selbst ist nicht Betreiberin der Anlage, hat
jedoch die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen und das Verfahren politisch
begleitet. Das Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung leitete die notwendigen
verfahrensrechtlichen Schritte ein.

Der Weg zur Genehmigung
Erster Stadtrat Jörg Scheidel schilderte den Weg bis zur Baugenehmigung, die Anfang
Februar erteilt wurde: „Ein Projekt dieser Größenordnung entsteht nicht über Nacht. Vom
Aufstellungsbeschluss über den Bebauungsplan bis zur Änderung des
Flächennutzungsplans hat das Verfahren rund zwei Jahre gedauert.“ Zusätzlich schlossen
Stadt und Stadtwerke einen städtebaulichen Vertrag, der unter anderem Standzeit und
späteren Rückbau der Anlage regelt. „Das Verfahren war sorgfältig, transparent und politisch
breit getragen“, so Scheidel.
14,23 Megawattpeak – 14 Millionen Kilowattstunden jährlich
Dr. Ralph Franke, Geschäftsführer der Stadtwerke Viernheim, stellte die technischen
Eckdaten vor: Die Freiflächenanlage wird mit einer installierten Gesamtleistung von rund
14,23 Megawattpeak errichtet. Insgesamt kommen etwa 23.000 bifaziale Solarmodule zum
Einsatz, ergänzt durch 37 Wechselrichter und drei Trafostationen. Mit einem
Investitionsvolumen von knapp sieben Millionen Euro realisieren die Stadtwerke das Projekt
auf gepachteter Fläche. „Die Anlage wird jährlich rund 14 Millionen Kilowattstunden Strom
erzeugen und damit etwa 14 Prozent des Strombedarfs in Viernheim decken“, erklärte
Franke. „Gleichzeitig vermeiden wir rund 5.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr.“
Die Module sind in klassischer Südausrichtung mit einem Neigungswinkel von 15 Grad montiert.
Als bifaziale Module nutzen sie neben direkter Sonneneinstrahlung auch reflektiertes Licht
und erzielen dadurch höhere Erträge. Der Netzanschluss erfolgt über ein Erdkabelsystem zu
Übergabestationen, die als Schnittstelle zum Mittelspannungsnetz der Stadtwerke dienen.
Ökologische Aufwertung des Standorts
Neben der Energieerzeugung wurden auch ökologische Aspekte berücksichtigt. Die Anlage
wird vollständig eingezäunt. Der Zaun erhält jedoch einen Bodenabstand, sodass
Kleinsäuger das Gelände weiterhin queren können. Zusätzlich werden außerhalb der
Umzäunung eine drei Meter breite Hecke sowie ein zwei Meter breiter Saumstreifen
angelegt. Diese Maßnahmen dienen der landschaftlichen Einbindung und der ökologischen
Aufwertung des Standorts. Künftig wird die Fläche von Schafen beweidet.
Künftig gut ein Drittel Solarstrom
Brundtlandbeauftragter Philipp Granzow ordnete das Projekt in den Gesamtzusammenhang
ein: „In Viernheim sind bereits mehr als 1.400 Photovoltaikanlagen installiert. Zusammen
verfügen sie über 23,5 Megawattpeak Leistung und decken gut 20 Prozent des verkauften
Stroms“, so Granzow. „Mit der neuen Anlage wird künftig gut ein Drittel des Viernheimer
Strombedarfs durch Photovoltaik erzeugt. Das ist ein enormer Schritt nach vorn.“
Auch die Stadt selbst leistet ihren Beitrag: Auf städtischen Gebäuden sind Anlagen mit einer
Leistung von 526 Kilowattpeak installiert, die jährlich rund 470.000 Kilowattstunden Strom
erzeugen. „Das Rodfeld-Projekt ergänzt also konsequent das, was in den vergangenen
Jahren auf privaten und öffentlichen Dächern entstanden ist“, betonte der
Brundtlandbeauftragte.
Einordnung im regionalen Vergleich
Zum aktuellen Stand verfügt Viernheim über eine installierte Leistung von rund 23,5
Megawattpeak. Das entspricht derzeit etwa 673 Wattpeak pro Einwohner. Mit der
Inbetriebnahme der Freiflächenanlage „Im Rodfeld“ steigt die Photovoltaik-Leistung in
Viernheim auf rund 1.100 Wattpeak pro Einwohner.
Damit rückt Viernheim im Kreisvergleich deutlich nach vorne und liegt trotz der bereits
genannten schwierigen Rahmenbedingungen im vorderen Bereich der Kommunen im Kreis
Bergstraße.
Unabhängig von Ranglisten zeigt sich: Mit der Freiflächen-Photovoltaikanlage „Im Rodfeld“
macht Viernheim einen großen und konkreten Schritt beim Ausbau der erneuerbaren
Energien. Der Anteil des lokal erzeugten Solarstroms steigt deutlich, die regionale,
nachhaltige Energieversorgung wird gestärkt und Viernheim kommt dem Ziel einer
klimafreundlichen und zukunftssicheren Stromversorgung spürbar näher.
Quelle: Stadt Viernheim
Zuletzt aktualisiert am 24. Februar 2026, 21:12
































