
Ludwigshafen/Metropolregion Rhein-Neckar – Die Pfälzer Wirtschaft dümpelt vor sich hin: Jedes zweite Unternehmen spricht von einem befriedigenden und drei von zehn von einem schwachen Geschäftsklima. Gleichzeitig rechnet die überwiegende Mehrheit damit, dass sich in den nächsten Monaten eine Besserung einstellen wird. Das ergibt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz. Die Stimmung lässt sich als enttäuscht und frustriert beschreiben. Hauptgrund für die schlechte Laune: Der ausgebliebene „Herbst der Reformen“.
Albrecht Hornbach, Präsident der IHK Pfalz, beklagt die unerfüllten Versprechungen der Regierung: „Die Unternehmer erwarten jetzt ein klares Signal, dass sich etwas ändert. Das Konjunkturpaket stabilisiert die Lage bestenfalls, notwendig sind aber strukturelle Verbesserungen – Abbau von Bürokratie, Reform der Sozialsysteme und Investitionen in die Infrastruktur.“
Konjunkturklimaindex bewegt sich seitwärts
Mit 89 Punkten liegt der Konjunkturklimaindex jetzt zwar um drei Punkt höher als in der letzten Umfrage. „Keine Branche springt aber über die 100-Punkte-Marke“, sagt Ruth Scherer, Konjunkturexpertin der IHK Pfalz. „Von allen Branchen entwickelt sich am ehesten noch der Index in der Industrie günstig: Hier gab es einen Zuwachs von neun Punkten auf jetzt 93 Punkte.“ Im Handel habe der Index sogar wieder um 5 Punkte nachgegeben. Inzwischen geben 65% der Unternehmen an, dass die Arbeitskosten das größte Risiko für die Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monate sind, danach folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Entwicklung des Inlandsabsatzes. Der Fachkräftemangel bleibt relevant, verliert aber an Gewicht.
Industrie
Die Geschäftslage in der Industrie verbessert sich leicht: Aktuell nennen 54% die Lage „zufriedenstellend“ (Herbst: 45%) und noch 28% „schlecht“ (Herbst: 38%). Die Branche schaut auch etwas zuversichtlicher in die Zukunft, 22% gehen von einer Belebung aus (Herbst: 16%) und 53% (57%) von einer konstanten Entwicklung. Bei den Exporten rechnen konstant 10% mit einer positiven, dagegen 62% (Herbst: 46%) mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Die Investitionsbereitschaft bleibt niedrig: 31% (Herbst: 37%) senken die Budgets, unverändert 22% wollen mehr investieren. Angespannt bleibt auch die Arbeitsplatzsituation, denn 22% (Herbst: 24%) denken über Entlassungen nach, auch wenn die Mehrheit (genau: 64%, Herbst: 70%) ihre Arbeitskräfte halten will.
Handel
Die Handelsunternehmen schätzen ihre Lage schlechter ein als im Herbst: Nur 9% (Herbst 12%) nennen die Lage „gut“, dagegen 36% (Herbst 36%) als „schlecht“. Besonders die Geschäftserwartungen sind gesunken – 37% (Herbst: 27%) rechnen mit schlechteren Geschäften, nur 5% (3%) gehen von einer Belebung aus. Das schlägt sich auch bei den geplanten Investitionen nieder: 44% (Herbst: 36%) wollen ihre Budgets senken, 33% (39%) halten die Budgets konstant. Darüber hinaus denken 39% (Herbst 32%) der Händler darüber nach, Arbeitsplätze abzubauen und nur konstante 5% planen, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.
Dienstleistungen
Weiterhin die Ausnahme unter den Branchen sind die Dienstleistungsunternehmen. Unverändert ein Viertel ist mit dem Geschäftsklima zufrieden und ebenso viele unzufrieden (Herbst: 27%). Bei den Geschäftserwartungen gehen 63% von einer gleichbleibenden Entwicklung aus (Herbst: 67%), mit besseren Geschäften rechnen 15% (Herbst: 16%). Die Investitionsbereitschaft bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau wie bei der letzten Umfrage im Herbst: 47% wollen gleich viel investieren (Herbst: 47%), 30% (24%) sogar mehr. Bei den Beschäftigtenzahlen ändert sich ebenfalls wenig: 73% (Herbst: 65%) wollen am aktuellen Stand festhalten, unverändert 14% planen sogar Neueinstellungen.
Gastgewerbe
Bei den Hoteliers und Gastronomen hat sich die Lage verschlechtert: So klagen aktuell 44% über einen schwachen Geschäftsverlauf (Herbst: 31%) und nur 18% (24%) nennen die Lage gut. Bei den Geschäftserwartungen sieht es etwas besser aus, denn 21% der befragten Unternehmen rechnen mit einer Belebung (Herbst: 7%) und 58% (Herbst: 65%) gehen von einer konstanten Entwicklung aus. Bei den Investitionen schlägt sich das nicht nieder – 38% wollen weniger (Herbst: 38%) und 24% (Herbst: 21%) mehr Geld ausgeben. Immerhin 73% (Herbst 62) wollen die Beschäftigtenzahl konstant halten, allerdings wollen nur 3% (Herbst: 4%) Personal einstellen.
Der Konjunkturbericht der IHK Pfalz beruht auf der regelmäßigen Befragung von rund 1.200 Unternehmen, überwiegend Handelsregister-Firmen aus den Wirtschaftssektoren Industrie, Handel und Dienstleistungen sowie Gastgewerbe. Sie repräsentieren rund 65% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pfalz. Die Ergebnisse sind nach Beschäftigtengrößenklassen gewichtet. Die Befragung wurde im Zeitraum vom 2. Januar bis 23. Januar 2026
Den gesamten Konjunkturbericht finden Sie unter www.ihk.de/pfalz, Nummer 417.
Quelle: Industrie- und Handelskammer für die Pfalz
Zuletzt aktualisiert am 5. Februar 2026, 22:16






































